Energiespiegel 10/2022 11. Mrz 2022 Von Stephan W. Eder

Energiewende: Windkraftausbau rollt wieder an

Die wichtigste Frage, die die Energiewirtschaft zur Zeit umtreibt, ist die Zukunft der Energieversorgung in Europa ohne Rohstoffe aus Russland. Doch trotz Krieg, viele Dinge laufen weiter. Auf sie schauen wir in diesem Wochenrückblick, wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit und mit Sicherheit nicht ausgewogen.

Energiespiegel – der wöchentliche Wochenrückblick der VDI nachrichten auf die Welt der Energie.
Foto: panthermedia.net/Pixinooo

Nach einer Woche, in der es fast nur darum ging, wie denn jetzt möglichst schnell Russland als Lieferant fossiler Energierohstoffe ersetzt werden könne und wie gefährlich der Zustand der ukrainischen Kernkraftwerke ist, schauen wir (fast) nur darauf, was sich sonst noch getan hat. Denn es wäre ja nicht so, als dass sich die Energiewirtschaft nicht ohnehin in einem Umbau befände. Stichworte: Energiewende und Klimaschutz.

Endlich: Windkraftausbau rollt wieder an

Am Donnerstag dieser Woche kam eine Botschaft, die es schon lange so nicht mehr gab: Die Ausschreibung für neue Windkraftanlagen in Deutschland war überzeichnet. Laut Bundesnetzagentur wurden 141 Gebote mit einem Gebotsvolumen von 1332,249 MW bezuschlagt. Der niedrigste Gebotswert eines Gebots, das einen Zuschlag erhielt, betrug 4,77 Cent/kWh, das Gebot mit dem höchsten Zuschlagswert lag bei 5,88 Cent/kWh.

Windkraft an Land: Ausbau 2021 auf niedrigem Niveau, weit entfernt von den Zielen der Bundesregierung

„Die Branche liefert und leistet damit einen essenziellen Beitrag für die Energiesicherheit in Deutschland“, freute sich Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie. Angesichts der über die gesamte Lieferkette spürbaren Preissteigerungen und der bestehenden Unsicherheiten bei den Zinsen für Kapital bewertete der Verband die Zuschlagswerte als inzwischen sehr ambitioniert. Eine Anpassung des Höchstwerts, der maximal geboten werden darf, werde immer erforderlicher.

Windkraftwerk-Aufbau nahe des bayerischen Wilhermsdorf:
Foto: Heinz Wraneschitz

Als hoch problematisch bewertet der BWE die sehr ungleiche Teilnahme der Bundesländer am Ausbau der Windenergie. Von den 141 Zuschlägen gingen 100 in jene vier Bundesländer, die bereits die letzten Ausschreibungen dominierten: NRW (30), Schleswig-Holstein (27), Niedersachsen (25) und Brandenburg (18). Dringend nötig sind neue Anlagen im Süden Deutschlands, doch da gab es nur 14 Zuschläge: für Bayern und Baden-Württemberg je zwei, im Saarland vier und in Sachsen sechs.

EU-Energiepolitik als Bettvorleger?

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