Folgen des Ukraine-Kriegs 21. Apr 2022 Von Stefan Asche

Haushalte müssen für Energie immer tiefer ins Portemonnaie greifen

Strom kostet aktuell 48 % mehr als vor einem Jahr. Beim Gas liegt die Teuerung bei 135 %. Und ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen.

Wer mit Gas heizt, muss weiterhin mit deutlich steigenden Kosten rechnen. Öl und Strom werden aber auch garantiert nicht billiger.
Foto: panthermedia.net/ Birgit Reitz-Hofmann

Keine Entwarnung bei den Energiepreisen in Sicht. Preise für Strom und Gas werden in den kommenden Monaten weiter ansteigen. Zahlreiche regionale Grundversorger haben bereits Preiserhöhungen angekündigt.

Kosten für Strom auf Allzeithoch

Zahlten Haushalte mit einer Jahresnutzung von 4000 kWh vor zwölf Monaten noch durchschnittlich 1171 € im Jahr für Strom, sind es derzeit 1737 € – Tendenz steigend. Das zeigt eine Analyse des Vergleichsportals Verivox. Bisher haben sich die Strompreise in Deutschland binnen Jahresfrist um 48 % erhöht und im April ein neues Allzeithoch erreicht.

Hohe Großhandelspreise

„Die Großhandelspreise für die Stromversorger haben sich binnen Jahresfrist mehr als verdreifacht. Die Abschaffung der EEG-Umlage zur Mitte des Jahres wird angesichts dieser Entwicklung den Anstieg der Stromkosten für die Haushalte nur leicht abmildern“, sagt Verivox-Energieexperte Thorsten Storck.

Fördergeld für die private Energiewende

Seit Jahresbeginn haben Stromgrundversorger ihre Tarife in 496 Fällen erhöht und in den kommenden Wochen steigen die Preise weiter: Für die Monate April, Mai und Juni kommen laut der Untersuchung 166 Preiserhöhungen hinzu – um durchschnittlich 19,5 %. Eine Familie, die 4000 kWh im Jahr nutzt, hat dadurch Mehrkosten von rund 235 € im Jahr. In den von Erhöhungen betroffenen Grundversorgungsgebieten liegen rund 13 Mio. Haushalte.

Gaslieferstopp käme teuer

Noch deutlicher ist die Entwicklung bei den Gaspreisen. Zahlte eine Familie mit einem Gasverbrauch von 20 000 kWh im April 2021 noch 1184 € im Jahr, sind es aktuell durchschnittlich 2787 € – ein Anstieg um 135 %. Bereits seit Jahresbeginn gab es flächendeckende Gaspreiserhöhungen und dieser Trend setzt sich nun fort: Für April, Mai, Juni und Juli wurden 118 Gaspreiserhöhungen der Grundversorger angekündigt – um durchschnittlich 42,3 %. Mehr als sieben Mio. Haushalte liegen in den von den Erhöhungen betroffenen Gebieten. Die Mehrkosten belaufen sich bei einem Verbrauch von 20 000 kWh auf 739 €. „Alle Gasanbieter in Deutschland haben mit historisch hohen Einkaufspreisen zu kämpfen. Der Krieg in der Ukraine und ein möglicher Gaslieferstopp verschärft die Situation noch zusätzlich. Daher müssen sich Verbraucher auch in den kommenden Monaten auf weiter steigende Preise einstellen“, so Storck.

Energie: Auf der Suche nach den Alternativen für Öl und Gas

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