Energie 03. Aug 2022 Von Peter Kellerhoff/dpa

Nord Stream 1: „Wir haben Putins Bluff auffliegen lassen“

Bundeskanzler Olaf Scholz hat Russland indirekt vorgeworfen, Vorwände für die ausbleibenden Gaslieferungen zu nutzen.

Darum geht es: Eine von acht Turbinen vom Typ Trent 60, die Rolls Royce 2010 für Nord Stream 1 lieferte. 2014 übernahm Siemens diese Sparte von den Briten. Das Wartungscenter für diese Turbinen befindet sich in Montreal.
Foto: Siemens

Bundeskanzler Scholz hat sich am heutigen Mittwoch vor Ort beim Energietechnik-Konzern Siemens Energy in Mülheim an der Ruhr über die Lage der Turbine für die Pipeline Nord Stream 1 informiert. Dort ist die Maschine auf dem Weg von Kanada nach Russland zwischengelagert. Laut Scholz sei sie jederzeit einsetzbar und könne geliefert werden.

Nord Stream 1: Warum eine Turbine von Siemens nichts mit den versiegenden Gaslieferungen zu tun hat

„Die Turbine ist da, sie kann geliefert werden, es muss nur jemand sagen, ich möchte sie haben, dann ist sie ganz schnell da“, betonte der Bundeskanzler. Damit stehe dem Gastransport durch Nord Stream 1 dann nichts mehr im Weg. „Alle vorgebrachten technischen Gründe sind nicht auf einer Faktenbasis nachvollziehbar“, sagte Scholz.

Siemens: Sämtliche Papiere für die Turbine sind in Ordnung

Seit Juni hat Russland die Gaslieferungen über Nord Stream 1 zurückgefahren. Der Energiekonzern Gazprom begründete dies mit Wartungsarbeiten sowie der fehlenden Turbine. Sie sei wichtig, um den nötigen Druck zum Durchpumpen des Gases aufzubauen. Gazprom warf seinem Vertragspartner Siemens Energy wiederholt vor, nicht die nötigen Dokumente und Informationen zur Reparatur der Maschine übermittelt zu haben. Siemens Energy wies die Vorwürfe zurück, sämtliche Papiere stünden bereits seit einiger Zeit bereit.

Scholz betonte, es gebe keine Gründe, warum die Turbine nicht geliefert werden könne. Sie sei nicht nur in perfektem Zustand, ihrer Nutzung stünden auch keinerlei Gas-Sanktionen entgegen. Man müsse sich angesichts des russischen Kriegs in der Ukraine aber bewusst sein, „dass es jederzeit irgendwelche vorgeschobenen, vorgebrachten Gründe geben kann, die dazu führen, dass irgendetwas nicht funktioniert“, sagte der Kanzler.

Woher unser Gas kommt

Im Interview mit der kanadischen Zeitung „The Globe and Mail“ verteidigte Scholz die Lieferung, die wegen der Umgehung von Sanktionen umstritten ist. „Mit der Lieferung der Turbine haben wir Putins Bluff auffliegen lassen“, sagte er. „Er kann diesen Vorwand nicht mehr verwenden und keine technischen Gründe mehr für ausbleibende Gaslieferungen ins Feld führen.“

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