Gas mit Zukunft 09. Jan 2020 Von Stephan W. Eder, Iestyn Hartbrich und Bettina Reckter

Wasserstoff: Hoffnungsträger der Energiewende

Weil die CO2-Emissionen sinken müssen, verbieten sich zunehmend Öl und Erdgas. Als vielversprechendster Brennstoff des postfossilen Zeitalters gilt Wasserstoff.


Foto: PantherMedia / StockerNumber2

Das Jahr 2020 ist das Jahr des Wasserstoffs. Auf jeden Fall in Japan, denn anlässlich der 32. Olympischen Sommerspiele will das Land Nachhaltigkeit demonstrieren. Und dazu gehört Wasserstoff. Nicht umsonst gibt es reichlich Brennstoffzellen-Heizgeräte in Japan, nicht umsonst stammt der Mirai von hier, der erste laut Hersteller Toyota in Großserie produzierte Brennstoffzellen-Pkw.

Die maue Energiewende im Verkehrssektor macht den Energieträger Wasserstoff auch hierzulande zum Hoffnungsträger. Weil allen klar ist, dass sich eine Energiewende alleine mit batterieelektrischen Antrieben kaum stemmen lässt. Pünktlich zur IAA in Frankfurt im Herbst kam Wasserstoff wieder auf die Tagesordnung.

Nationale Wasserstoffstrategie fehlt

Was aber fehlt in Deutschland, ist eine nationale Wasserstoffstrategie. Zwar will sie die Bundesregierung, wie vier Minister bereits im November kundtaten, aber das dauert wohl noch. „Wir wollen bei Wasserstofftechnologien die Num­mer eins in der Welt werden“, bekräftigte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Denn Wasserstoff biete enormes Potenzial für die Energiewende, den Klimaschutz und Arbeitsplätze.

So begehrt der Wasserstoff als Brennstoff ist, so tückisch ist seine Herstellung. Damit das Gas keinen CO2-Rucksack trägt, muss die Wasserelektrolyse das heute gängige erdgasbasierte Verfahren ersetzen: die Dampfreformation. So wird die Wasserstoffproduktion eine der (Öko-)Stromsenken künftiger Jahrzehnte.

Koksersatz für Stahlindustrie

Beispiel Stahlindustrie. Um auf Kokskohle als Reduktionsmittel für das Eisenerz verzichten zu können, forschen viele Stahlkonzerne an der Direktreduktion mit Wasserstoff. Österreichs Branchenprimus Voestalpine hat ausgerechnet, wie viel Strom er benötigen würde, um sein Linzer Hüttenwerk vollständig umzustellen: 33 TWh pro Jahr. Und das entspricht knapp der Hälfte der heutigen österreichischen Stromproduktion.

Beispiel Chemieindustrie: Inwieweit sich Wasserstoff als Rohstoff für die Synthese von Basischemikalien oder komplexeren Verbindungen eignet, prüfen aktuell viele Unternehmen. Ihre Forschungsansätze halten sie allerdings zurzeit noch unter Verschluss.

Spruchreif sind Prestigeprojekte wie Carbon2Chem, bei dem Hüttengase mit grünem Wasserstoff zu Ausgangsprodukten für Kraftstoffe und Düngemittel werden. Und im Projekt Rheticus werden Elektrolyseur und Bioreaktor gekoppelt, um Butanol und Hexanol zu erzeugen.

Den Fokus „Wasserstoff“ lesen Sie im aktuellen e-Paper der VDI nachrichten auf den Seiten 20 bis 24

Ein Beitrag von:

Stellenangebote

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Ingenieur im Teilprojekt "Innerparkverkabelung (IAG)" für Offshore Windparks (w/m/d)

Hamburg
EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Ingenieur der Elektrotechnik für Offshore-Wind (w/m/d)

Hamburg
Hochschule Biberach Biberach University of Applied Sciences

W 2-Professur Projektsteuerung und Projektmanagement Bau

Biberach
FH Aachen

Professur "Mechatronik mit Schwerpunkt Systems Engineering"

Aachen
Landtag Nordrhein-Westfalen

Stellvertretende Referatsleitung in Verbindung mit der Leitung des Sachbereichs "Technische Gebäudeausrüstung (TGA)" (m/w/d)

Düsseldorf
Technische Hochschule Deggendorf

Professur (d/m/w) für das Lehrgebiet "Digitales Baumanagement"

Pfarrkirchen
Hochschule Kempten

Professur (m/w/d) Geoinformatik

Kempten
Technische Universität Darmstadt

Gastprofessuren für Talente aus der Industrie

Darmstadt
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes

W2-Professur für Mechatronische Konstruktionen

Saarbrücken
Hochschule für angewandte Wissenschaften München

Professur für Technische Informatik - Schwerpunkt Hardware (W2)

München
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Top 5 aus der Kategorie Energie