Globale Ergebnisse 31. Mrz 2019 Claudia Burger

3M Umfrage: Deutsche zwiespältig in puncto Wissenschaft

Deutsche stehen der Wissenschaft mit gemischten Gefühlen gegenüber. Das zeigt eine Studie im Auftrag des Technologiekonzerns 3M.


Foto: Getty / Portra / 3M

Die Deutschen befürchten, dass Wissenschaft missbraucht werden könnte, gleichzeitig erhoffen sie sich aber von der Wissenschaft Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit. Sie sind auch heute noch genauso skeptisch wie noch vor einem Jahr. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Umfrage unter 1000 Deutschen, die der Multitechnologiekonzern 3M in Auftrag gegeben hat.

Die Umfrage in Deutschland ist Teil einer jährlich stattfindenden Befragung von insgesamt 14 000 Menschen in 14 Ländern rund um den Globus. Sie bildet die Grundlage für den State of Science Index (SOSI), der die Veränderung in der Einstellung der Menschen zur Wissenschaft weltweit abbilden soll. Die Erkenntnisse aus der diesjährigen Studie legen nach Ansicht des Multitechnologieunternehmens 3M den Schluss nahe, dass die Wissenschaft auch in Deutschland dringend Befürworter braucht. Konkret zeigten die Ergebnisse der Umfrage, dass die Deutschen einerseits weniger skeptisch gegenüber der Wissenschaft sind als im weltweiten Durchschnitt: 28 % der Befragten in Deutschland sind Wissenschaftsskeptiker, verglichen mit 34 % weltweit. Auch glauben in diesem Jahr mehr Befragte (29 %), dass die Wissenschaft für ihre Familien im Alltag sehr wichtig ist (Vorjahr: 25 %). Die Anzahl der Deutschen, die volles Vertrauen in wissenschaftliche Aussagen haben, ist von 9 % im Vorjahr auf 22 % gestiegen.

Auf der anderen Seite ist die grundsätzliche Stimmung gegenüber der Wissenschaft weiterhin sehr zurückhaltend und von Misstrauen und großen Ängsten geprägt. So denkt noch immer mehr als die Hälfte der Deutschen, dass die Wissenschaft genauso viele Probleme verursacht wie sie löst (54 % gegenüber 58 %  im Vorjahr). Zudem gibt es enorme Ängste vor den Ergebnissen vieler wissenschaftlicher Bereiche. So ist für 68 % der Befragten der Einsatz von Robotern am Arbeitsplatz etwas, das sie eher ängstigt als begeistert, genauso wie das Klonen von Menschen (93 %), Genomeditierung (87 %) und Genfood (85 %). Außerdem misstrauen viele deutsche Skeptiker der Wissenschaft, weil sie glauben, dass diese von der Wirtschaft (37 %) und der Politik (32 %) beeinflusst wird. Die Ambivalenz der Deutschen gegenüber der Wissenschaft spiegelt sich auch in ihrer mangelnden Bereitschaft, das Wort für sie zu ergreifen – nur 12 % der Deutschen setzen sich nämlich für die Wissenschaft ein, wenn sie deren Verdienste mit anderen diskutieren.

International überwiegen Hoffnungen in Wissenschaft

Die internationale Wahrnehmung der Wissenschaft ist trotz einiger Skepsis überwiegend positiv. So geben 80 % der global befragten Menschen an, dass sie Informationen eher glauben, wenn sie von jemandem stammen, der in einem wissenschaftlichen Bereich arbeitet.

Die globalen Ergebnisse belegen außerdem: 87 % der Weltbevölkerung glauben, dass die Wissenschaft nötig ist, um die Probleme der Welt zu lösen. Diejenigen, die ihr Interesse an der Wissenschaft bekundet haben, fasziniert die Idee, dass der wissenschaftliche Fortschritt zukünftigen Generationen zugutekommen (59 %) und wichtige Weltprobleme lösen wird     (42 %). Konkret begeistert sich die überwiegende Mehrheit der weltweit Befragten (87 %) dabei etwa für Fortschritte in der Behandlung von chronischen Krankheiten wie Krebs sowie die Zukunft der Weltraumforschung (71 %). Ebenso erhoffen sich 40 % derjenigen, die sich für die Wissenschaft interessieren, dass die Forschung ihnen helfen wird, ein längeres, gesünderes Leben zu führen.

Kommunikation ist entscheidend

85 % der Deutschen geben zu, dass sie wenig bis gar nichts über Wissenschaft wissen, ähnlich wie die Befragten weltweit – fast genauso viele sagen, dass sie mehr über Wissenschaft wissen wollen (83 %). Ein Schlüssel zu den Menschen scheint dabei eine leicht verständliche Vermittlung von Wissenschaft zu sein – diese wünschen sich 88 % der weltweit Befragten. „Die überwiegende Mehrheit der Menschen verbindet mit der Wissenschaft die Chancen, die wir jeden Tag bei 3M sehen. Die Welt braucht Wissenschaft mehr denn je, um zur Lösung der schwierigsten Herausforderungen auf dem Planeten beizutragen“, sagte Mike Roman, Chief Executive Officer von 3M. „Gleichzeitig braucht die Wissenschaft Fürsprecher, die sich vereinen können, um zu zeigen, wie sie das Leben der Menschen verändert. Bei 3M verstärken wir unser Engagement für eine bessere Welt durch unsere eigenen technologischen Fähigkeiten und inspirieren andere, die Kraft der Wissenschaft zu sehen. Dazu gehören auch unsere erheblichen Investitionen in die Mint-Ausbildung.“

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