Rohstoffgewinnung 12. Mai 2021 Von dpa/aw

Forschung 4000 m unter dem Meer

Ein Forscherteam mit deutscher Beteiligung hat am Meeresboden des Pazifiks ein Gerät für den Abbau metallhaltiger Manganknollen getestet. Anhand der Daten wollen die Wissenschaftler die Umweltfolgen eines künftigen industriellen Bergbaus in der Tiefsee besser abschätzen können.

Manganknollen auf dem Meeresgrund gelten als mögliceh Rohstoffquelle, insbesondere für Nickel, Kupfer und Kobalt.
Foto: panthermedia.net / khuang

In mehr als 4 km Tiefe hat das Gerät Patania II des belgischen Unternehmens Global Sea Mineral Resources (GSR) für den Test in einem deutschen und in einem belgischen Lizenzgebiet Manganknollen und das Sediment angesaugt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von 29 europäischen Instituten werten die dabei gewonnenen Daten des Projekts „Mining Impact“ nun aus. Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover war der Test der weltweit erste dieser Art.

Manganknollen sind dunkle Klumpen, die Rohstoffe enthalten, die beispielsweise für erneuerbare Energietechnologien und Elektrogeräte wichtig sind. Dazu zählen insbesondere Nickel, Kupfer und Kobalt. Bisher ist Deutschland bei diesen Rohstoffen auf Importe angewiesen.

Rechtsrahmen für den Tiefseebergbau noch unklar

Die Untersuchungen fanden auf einer Fläche von 59 000 m² statt, das entspricht etwa acht Fußballfeldern. „Ein solcher Test ist notwendig, um die Folgen eines möglichen industriellen Abbaus auf die Meeresumwelt und die Biodiversität der Tiefsee unter realitätsnahen Bedingungen besser abschätzen zu können“, erklärte die BGR-Biologin Annemiek Vink. Sie erwarte, dass die Ergebnisse wesentlich zur Entwicklung von Umweltstandards für den Abbau beitragen werden. Mit dem sogenannten Mining Code erarbeitet die Internationale Meeresbodenbehörde derzeit einen Rechtsrahmen für den Tiefseebergbau.

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace sehen die Vorbereitungen für den Tiefseebergbau kritisch. Sie befürchten schwere ökologische Schäden in den Ozeanen.

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