Branchenreport 2017 24. Apr 2018 Dawid Gryndzieluk

Biotechnologie wächst – mit Einschränkungen

Der Biotechnologie-Report 2017 zeigt: Die Branche wächst. Dennoch zeigt sich der Leiter des Life Science Centers stellenweise enttäuscht.


Foto: panthermedia.net/Yurok Aleksandrovich

Die deutsche Biotechbranche ist weiter auf Wachstumskurs. Das geht aus einem Biotechnologiereport der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young (EY) in Kooperation mit dem Branchenverband Bio Deutschland hervor.

Der Umsatz stieg demzufolge im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 8 % auf ein neues Rekordhoch von 4 Mrd. €. Laut EY genossen die Biotechunternehmen eine Rekordfinanzierung in Höhe von insgesamt 627 Mio. €, was einer Steigerung um 37 % entspricht. Den größten Anteil daran hatten insbesondere die Kapitalerhöhungen an der Börse, die um knapp 60 % auf 340 Mio. € zunahmen. Lediglich ein Börsengang sei zu notieren: Der IPO des Jenaer Unternehmens Inflarx brachte 86 Mio. € ein.

Dennoch waren die Wachstumsraten im Vorjahr beim Umsatz höher, heißt es im Bericht. Zudem sei es erneut nicht gelungen, das Risikokapital für Start-ups signifikant zu steigern – es ging sogar leicht von 213 auf 201 Mio. € zurück. Auch die Investitionen in Forschung und Entwicklung sanken um 3 % auf 1,2 Mrd. €.

EY meldet auch, dass das Venture Capital in Europa signifikant um mehr als ein Fünftel auf 2,2 Mrd. € gestiegen ist. Während in Deutschland der Gang aufs Parkett eher die Ausnahme bliebe, legte in Europa auch die Zahl der Börsengänge weiter zu. 27 Börsengänge brachten insgesamt 950 Mio. € ein (Vergleich 2016: 650 Mio. €).

Der Studienautor und Leiter des deutschen Life Science Centers von EY, Siegfried Bialojan, wünscht sich von der deutschen Biotechbranche größere Entwicklungsschritte: „Rekordumsätze, Rekordfinanzierung, steigende Mitarbeiterzahlen – die Kennzahlen der Biotechbranche in Deutschland sind numerisch positiv. Das ist erfreulich. Dennoch entspricht dies bei weitem nicht dem tatsächlichen Potenzial der Wissenschaft in Deutschland. Der große Sprung nach vorne bleibt aus. Insbesondere beim Risikokapital gibt es keine Entwicklung nach vorne – im Gegenteil: die Summe ging wieder leicht zurück. Dabei ist es gerade das Venture Capital, das Investorenvertrauen ausdrückt und Zukunftsvisionen honoriert – an beidem mangelt es im internationalen Vergleich.“

Positiv bewertet EY die Kapitalerhöhungen der börsennotierten Unternehmen. An der Rekordsumme von 340 Mio. € partizipierten 15 der 22 notierten Biotechs, die Hälfte aller Kapitalerhöhungsrunden lag zudem bei über zehn Mio. €.

„Das breiter verteilte Risikokapital und die hohe Beteiligung an Kapitalerhöhungen zeigt: Die Investoren haben Biotech als Innovationsmotor – auch in Deutschland – auf dem Schirm“, so Bialojan. „Die Betrachtung der Absolutzahlen enttäuscht dennoch. Ein Blick nach Europa oder in die USA zeigt, dass die Dynamik in anderen Ländern viel höher ist.“ Dadurch könne sich die Branche dort auch viel besser auf Veränderungen, etwa durch die Digitalisierung der Geschäftsmodelle oder den Wandel der Gesundheitsmärkte, einstellen.

Die Gründungsdynamik in Deutschland ist laut EY unverändert zurückhaltend: 2017 kamen nur acht neu gemeldete Biotechunternehmen hinzu. Insgesamt stieg die Zahl der Unternehmen um sechs auf 647. Zusammen beschäftigten sie 25.927 Mitarbeiter, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 12 %.

 

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