Digitalisierung der Arbeit 11. Dez 2020 Martin Ciupek

Forschen für die Gesundheit im digitalen Arbeitsalltag

Schneller als erwartet hat in diesem Jahr eine Digitalisierung der Arbeitswelt stattgefunden. Was das für die Personalentwicklung und die Gesundheitsförderung bedeutet soll im Projekt Arbeit 4.0 erforscht werden, das dafür nun verlängert wird.


Foto: panthermedia.net/ ake1150sb

Seit beginn der Covid-19-Pandemie hat sich die Arbeitswelt in vielen Unternehmen schlagartig verändert. Wo immer es geht wurden Prozesse kurzfristig digitalisiert. Wo immer es möglich ist, arbeiten Menschen von zu Hause um Kontakte im Büro und auf dem Arbeitsweg zu vermeiden und die Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus einzudämmen. Aus einer Option wurde plötzlich für viele Menschen Alltag – mit ungewissen Folgen. Schon vorher hatten Forscher sich mit den Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Arbeitswelt beschäftigt. Jetzt gibt es Anlass, die Erkenntnisse auf einen aktuellen Stand zu bringen.

Arbeit 4.0 geht in die zweite Runde

Eigentlich war das Forschungsprojekt „Maßnahmen und Empfehlungen für die gesunde Arbeit von morgen“ – kurz MEgA – bereits abgeschlossen. Heidelberger Arbeits- und Organisationspsychologen hatten darin unter der Leitung von Karlheinz Sonntag seit Ende 2015 Handlungsempfehlungen für eine präventionsorientierte Personalentwicklung und Gesundheitsförderung erarbeitet. Es ging um die Herausforderungen privatwirtschaftlicher Unternehmen vor dem Hintergrund der „Arbeit 4.0“ und wie sie ihnen begegnen können. Neben einem abschließenden Bericht ist daraus mit der Mega-Toolbox „Gesunde Arbeit 4.0“ eine webbasierte Datenbank entstanden. Jetzt geht das Projekt in eine weitere Phase.

„In der zweiten Phase des Projekts werden wir in den Blick nehmen, wie sich die vorgeschriebene Digitalisierung von Dienstleistungen auf die Arbeitsorganisation, Kommunikation und die psychische Beanspruchung der Beschäftigten auswirkt, erklärt der Psychologe Karlheinz Sonntag. Darüber hinaus will er mit seinem Team untersuchen, wie zeit- und ortsflexible Arbeitsformen, etwa Homeoffice, in diesem Bereich des Öffentlichen Dienstes gelingend gestaltet werden können.

Die Wissenschaftler werden dazu Interviews mit Personalverantwortlichen sowie Personalräten führen und Anforderungen, Treibern und Hemmnissen bei der Umsetzung moderner Arbeit dokumentieren. Daraus sollen weitere Gestaltungsempfehlungen und präventive Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit von Beschäftigtenabgeleitet werden. Die zweite Projektphase läuft bis Ende 2021. „MEgA“ ist das wissenschaftliche Begleitvorhaben des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierten Förderschwerpunktes „Präventive Maßnahmen für die sichere und gesunde Arbeit von morgen“.

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