Bau 04. Feb 2021 Von Stefan Asche

Häuser farbig ausdrucken

Wer Gebäude von einem 3-D-Drucker aufbauen lässt, braucht künftig nicht nur weniger Maurer, sondern auch weniger Maler.


Foto: Lanxess

Immobilien werden künftig immer öfter von Maschinen additiv aufgebaut. Die gigantischen Geräte legen Betonschicht auf Betonschicht. Unendlich viele Formen sind realisierbar. Bei der Farbe hingegen gab es bisher höchstens die Wahl zwischen hellgrau und dunkelgrau. Wer farbige Akzente wollte, musste zum Pinsel greifen (lassen).

 Der Spezialchemiekonzern Lanxess will das nun ändern. Er hat eine Musterbox entwickelt, die beispielhaft zeigt, welche Farben im gedruckten Beton möglich sind. Die 26 verschiedenen Muster sind mit witterungsbeständigen und farbstarken anorganischen Pigmenten eingefärbt. Das gibt Anwendern der wirtschaftlichen Zukunftstechnologie noch mehr gestalterische Freiheit für große und kleine Projekte.

Erstes Wohnhaus in Deutschland jüngst ausgedruckt

 Der 3-D-Druck mit Beton ist eine noch junge Fertigungstechnologie im Bauwesen. Zahlreiche Universitäten weltweit haben bereits Sonderforschungsbereiche für die „Additive Fertigung im Bauwesen“ eingerichtet. In der Praxis findet die Technologie bereits ihre Anwendung: In Deutschland wurde Ende 2020 das erste Wohnhaus gedruckt. In einigen Ländern wie den Niederlanden, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind bereits Siedlungen im 3-D-Druck entstanden.

 Die additive Fertigung nutzt moderne Informationstechnik für eine automatisierte Herstellung, ermöglicht eine sehr große Formenvielfalt und ist bezogen auf den Materialverbrauch selbst bei kleinen Stückzahlen wirtschaftlich. Das grundlegende Prinzip besteht darin, dass beim Bauteilaufbau nur Beton aufgetragen wird, wo er benötigt wird. Das ermöglicht einen ressourcenschonenden Einsatz von Baumaterial und neue gestalterische Freiheiten bei der Formgebung.

„Schlüsseltechnologie der Bauwirtschaft“

 3-D-druckfähiger Mörtel oder Beton auf Zementbasis wird durch eine Düse in bis zu wenige Zentimeter dicken Schichten ohne Schalung aufgetragen. „Damit lassen sich Bauabläufe verschlanken und Zeit ist Geld auf der Baustelle. Nach unserer Einschätzung gewinnt das Drucken mit Beton in vielen Segmenten weiter an Bedeutung und wird zu einer Schlüsseltechnologie der Bauwirtschaft“, sagt Oliver Fleschentraeger, Market Segment Manager Construction im Geschäftsbereich Inorganic Pigments bei Lanxess.

Zusammenspiel aus Pigment und Zement

 Bei der Entwicklung farbig gedruckter 3-D-Projekte ist eine fundierte Pigmentberatung eine wertvolle Hilfe. „Ob der Beton in seinem ausgehärteten Zustand den gewünschten Farbton hat, hängt nicht nur von der Qualität und Mischung der Farbpigmente ab, sondern auch von dem Auftrag selbst. Die Art des verwendeten Zements hat einen Einfluss auf den Farbton und umgekehrt. Die Reaktionen der Pigmente auf die eingesetzten Betonzusatzstoffe müssen auch berücksichtigt werden“, erläutert Fleschentraeger. Dieser Prozess erfordert Know-how über die Interaktion zwischen Betontechnologie und Farbpigmenten.

 Lanxess bietet den Herstellern von Betonfertigteilen im 3-D-Druck fachkundige technische Beratung, damit betongrau nicht die vorherrschende Farbe auf dem relativ jungen Gebiet des 3-D-Drucks bleibt. Die Pigmente der Marke Bayferrox sind in 100 Farbnuancen in Schwarz, Rot und Gelb sowie Braun und Grün erhältlich. Sie können sowohl in verstärktem als auch in nicht bewehrtem Beton zur Einfärbung verwendet werden.

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