Studie zu Corona-Folgen 03. Sep 2020 Von Stefan Asche/gfu

Heimelektronik-Branche profitiert von Pandemie

Kein Ereignis der jüngeren Geschichte hat so tiefgreifende Veränderungen verursacht, wie der Ausbruch der Corona-Pandemie in den ersten Monaten dieses Jahres.


Foto: Messe Berlin GmbH

Eine repräsentative Studie der gfu Consumer & Home Electronics GmbH zeigt nun auf, inwieweit Haushalte in Deutschland davon betroffen. Insbesondere welche Veränderungen sich in Bezug auf Einkommen und Einkaufsverhalten, Arbeit und Bildung, Freizeit und Digitalisierung ergeben haben. Die gfu ist Veranstalterin der IFA, der Messe für Consumer Electronics und Home Appliances, die derzeit als Special Edition unter strengen Hygieneauflagen in Berlin stattfindet.

Veränderungen im Haushaltseinkommen

In welchem Ausmaß Corona die Wirtschaft allgemein aber auch für viele Einzelne konkrete finanzielle Veränderungen mit sich bringt, zeigt die Umfrage deutlich: Zwar gibt die Mehrheit (55 %) der befragten Berufstätigen an, dass es Corona-bedingt keine Einbußen im Haushaltseinkommen gegeben habe, aber 17 % verzeichneten leichte (bis -5 %), weitere 17 % spürbare (bis -20 %) und 8 % sogar schwere (mehr als -20 %) Rückgang des verfügbaren Einkommnens.

Weniger Geld in der Haushaltskasse und die Furcht vor Ansteckung sorgen dann auch für ein verändertes Einkaufsverhalten bei den Befragten. Knapp die Hälfte (46 %) gibt an, dass sich ihr Einkaufsverhalten Corona-bedingt verändert habe. Von diesen sagen 84 %, dass sie nun zielgerichteter einkaufen und die Verweildauer in den Geschäften reduzieren. 63 % sagen, dass sie aufgrund der Maskenpflicht seltener Einkaufen gehen. Profiteure des geänderten Kaufverhaltens sind nicht nur der Onlinehandel, sondern auch lokale Händler: Immerhin 58 % sagen, dass sie ihre Einkäufe häufiger bei lokalen Händlern tätigten, 43 %, dass sie verstärkt online einkauften. Die seit Juli reduzierte Mehrwertsteuer setzt bei jedem sechsten Befragten (17 %) einen Kaufanreiz.

Kopfhörer sind stark nachgefragt

Corona-bedingt hat sich nicht nur geändert wie eingekauft wurde, sondern auch das Was und Wann. Bei Befragten mit Änderungen im Einkaufsverhalten sagen 55 %, dass sie im Bereich Home Electronics geplante Anschaffungen vorgezogen hätten, 30 % haben Anschaffungen lediglich verschoben und nur 15 % ganz aufgehoben. Dabei konnten nahezu alle Segmente des Home Electronics-Marktes zulegen: Kopfhörer (78 % vorgezogene Anschaffungen), PC-Zubehör (72 %) und Drucker (60 %) profitieren von deutlich häufigerem Arbeiten im Homeoffice; Smartphones (55 %), TV-Geräte (53 %) und Spielekonsolen (44 %) von mehr zuhause verbrachter Freizeit und dem Wunsch nach Home-Entertainment; Gefrier-/Kühlgeräte (89 %), Geschirrspüler (78 %) und Vakuumiergeräte (58 %) vom Trend, zuhause zu essen und Lebensmittel zu bevorraten.

Homeoffice besonders bei den Älteren beliebt

Zu den gravierenden Corona-bedingten Änderungen zählt auch die Art, wie gearbeitet wird. Während das Homeoffice vor wenigen Monaten eher die Ausnahme war, ist es in einigen Bereichen inzwischen weit verbreitet – aber längst nicht überall. Fast jeder achte der befragten Berufstätigen (12 %) arbeitet derzeit ausschließlich von zuhause. Weitere 17 % wechseln zwischen Homeoffice und Büroarbeitsplatz. Bei einem Drittel ist ein Homeoffice durch die Art der Tätigkeit nicht möglich, ein weiteres Drittel fährt aktuell ganz normal zur Arbeit. Diejenigen, die ganz oder teilweise zuhause arbeiten, geben überwiegend positive Rückmeldungen: 86 % sagen, dass die eingesparte Fahrtzeit einen Gewinn an Lebensqualität bedeute. Bei den Berufstätigen über 60 Jahre beträgt hier die Zustimmung sogar 100 %. Rein technisch betrachtet, also bezogen auf PC, Telefon und Internet, bietet das Homeoffice bei der großen Mehrheit von 78 % keine Nachteile. Mehr als zwei Drittel (68 %) sagen, dass sie zuhause produktiver seien, also „mehr in der gleichen Zeit schafften“. Aber immerhin 37 % sagen, dass ihnen die für die Arbeit wichtigen Informationen fehlten, weil sie Kollegen und Vorgesetzte nicht regelmäßig sähen. Auffällig ist hier die Abweichung bei den älteren (60+ Jahre) Berufstätigen: Nur 5 % beklagen, dass sie durch das Zuhause-Arbeiten von wichtigen Informationsflüssen abgeschnitten seien.

Noch viel Verbesserungspotenzial beim Homeschooling

Auch Schülerinnen und Schüler blieben in den vergangenen Monaten zuhause. Wie gut Deutschland auf Homeschooling vorbereitet war, fragte die Studie bei Haushalten mit schulpflichtigen Kindern ab. 92 % dieser Haushalte gaben an, dass bei ihnen die technischen Voraussetzungen, also PC/Tablet und Internetanschluss, für Homeschooling gegeben seien. Allerdings sagen rund 17 %, dass sie für einen reibungslosen Unterricht zuhause Geld investieren müssten, das aktuell nicht zur Verfügung stehe und 30 % der Eltern geben an, dass sie sich mit der Betreuung bei den Schulaufgaben überfordert fühlten.

Immerhin: Dass die Schulen für den Fernunterricht gut aufgestellt seien, empfand ein Drittel (67 %) der Befragten mit Kindern. Doch nicht so sehr die Schule, sondern der einzelne Lehrer oder die Lehrerin schien die Qualität des Fernunterrichts zu bestimmen: 90 % sagen, dass die Qualität des Unterrichts und der Materialien von der jeweiligen Lehrkraft abhängig gewesen sei. Somit können nur 41 % der befragten Eltern der allgemeinen Aussage zustimmen, dass Deutschland gut für das Homeschooling aufgestellt sei.

Freizeit: Produkte der Home Electronics wurden wichtiger

Auch das Freizeitverhalten in Corona-Zeiten war Thema der Studie der gfu. Einige Aktivitäten gewannen deutlich an Attraktivität. Ganz vorne liegt das Internet: 38 % der Befragten sagen, dass sie nun häufiger online unterwegs seien. Auf Platz zwei folgt eine Zunahme von Fahrradfahren und Spazierengehen mit 33 %. Weitere Gewinner sind Mediatheken und Streaming-Dienste (+30 %), klassisches Fernsehen (+26 %) sowie Videospiele (+11 %). Doch auch die kreative Beschäftigung in der Küche gehört zu den Gewinnern: 27 % der Befragten sagen, dass sie nun häufiger kochten und backten.

Corona Warn-App: Viele Skeptiker, aber überwiegend positives Feedback

Die zunehmende Digitalisierung hat zweifellos deutlich dazu beigetragen, dass Folgen des Corona-Ausbruchs in bestimmten Teilen abgefedert werden konnten. Homeoffice und Homeschooling, in Kontakt bleiben trotz Reise- und Kontaktbeschränkungen, aber auch wachsende Bereiche des Home-Entertainments wären ohne Vernetzung nicht möglich. Auch in Sachen Pandemiebekämpfung und Nachverfolgung von Übertragungsketten spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Beispielsweise durch die seit Juni in Deutschland abrufbare Corona Warn-App. Mit mehr als 17 Mio. Downloads gehört die App zu den erfolgreichsten Angeboten der App-Stores. Die Studie der gfu hat auch hierzu befragt: 30 % der Befragten hat die App bereits runtergeladen, weitere 5 % planten im Befragungszeitraum den Download. 13 % gaben an, dass eine Installation der App bei ihnen technisch nicht möglich sei – beispielsweise, weil sie kein Smartphone oder eines mit einem älteren Betriebssystem hätten. Bleibt eine Quote von „App-Verweigerern“ in Höhe von 52 %. Gründe für die Verweigerung waren das Nicht-Sehen eines persönlichen Mehrwerts (48 %), der Glaube, dass die Daten nicht ausreichend geschützt seien (33 %) und befürchtete Eingriffe in die Selbstbestimmung (30 %). Bei den Nutzern der App fällt das Urteil hingegen sehr positiv aus. Es gibt achtmal mehr positive als negative Rückmeldungen: 21 % sind sehr zufrieden, weitere 42 % zufrieden, unentschieden sind 29 %. 5 % sind eher unzufrieden und nur 3 % völlig unzufrieden mit der App.

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