ZF elektrifiziert zusammen mit MKR Technology einen Wüsten-Lkw 03. Jan 2020, 09:00 Uhr Von ZF/Peter Kellerhoff

Hybridantrieb für die Rallye Dakar

Weltpremiere bei der Rallye Dakar – Für das berühmteste Offroadrennen der Welt entwickelte ZF einen neuen hybriden Antriebsstrang.


Foto: Pridex Media/MRK/ZF

Wenn am 5. Januar der Startschuss zur 42. Rallye Dakar fällt, dann verschafft der von Zulieferer ZF in Zusammenarbeit mit MKR Technology entwickelte E-Antrieb namens CeTrax Lite RS dem Allradtruck des Riwald-Dakar-Teams die vielleicht entscheidende Extrapower: Zusätzliche 80 kW Dauer, 150 kW Spitzenleistung sowie 1400 Nm Drehmoment stellt der E-Antrieb zur Verfügung.

Im saudi-arabischen Jeddah beginnt die Reise des ersten als Hybrid angetriebenen Offroadtrucks der Rennserie. Dafür stattete ZF gemeinsam mit MKR Technology den Renault C640 des Teams Riwald Dakar mit einem eigens für diesen Zweck entworfenen Antriebsstrang aus. Kernstück ist ein spezieller Prototyp des zentralen elektrischen Achsantriebs von ZF. Für den Rallyeeinsatz wurde dieser jedoch hard- und softwaretechnisch neu ausgerichtet.

Besondere Herausforderungen

Eine besondere Herausforderung war die Entwicklung einer neuen Übersetzungsstufe. Mit dieser werden die 13 000 min-1 der Asynchron-E-Maschine an die 2700 min-1 angepasst, welche der 735 kW starke Dieselmotor am Getriebeabtrieb abruft. Im gesamten Antriebsstrang ist zudem ein Automatgetriebe von ZF verbaut, das die Pferdestärken des Dieselmotors passgenau in die richtigen Gänge leitet. Ein ZF-Verteilergetriebe, auf das Verbrenner und E-Aggregat einwirken, macht den Renault-Truck zum Allradoffroader.

„Die Extremsituation der Rallye Dakar – viel Sand, viele Erschütterungen – bietet uns eine einmalig tolle Chance, unseren Hybridantriebsstrang dem Härtetest zu unterziehen“, so Ralf Boss, Direktor Sonderfahrzeugsysteme bei ZF. Das verspreche laut ZF Serienpotenzial für andere anspruchsvolle Anwendungen mit Sonderfahrzeugen.

Vorteile E-Antrieb

Das Riwald-Dakar-Team mit Pilot Gert Huzink tritt als einziger Teilnehmer der Dakar 2020 mit einem Hybridfahrzeug an. Auf Teststrecken in Polen, Frankreich und den Niederlanden holte das Team einige Sekunden gegenüber anderen Fahrzeugen des Rennstalls heraus. Ein Grund für den Zeitvorteil: Durch den Rekuperationseffekt der E-Maschine kann der Pilot die Bremsen später und härter betätigen und den Truck so länger am Limit fahren. Zudem soll der 400-V-Akku im Fahrbetrieb rasch wieder aufladen, um schnell sein Drehmoment wieder zur Verfügung stellen zu können.

Bei der Entwicklung des neuen Antriebsstranges lagen zwischen dem Start des Projekts und den ersten Erprobungen nur wenige Monate.

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