Spezialausgabe in Corona-Zeiten 19. Mai 2020 Von Jens D. Billerbeck

IFA 2020 findet statt – aber anders als gewohnt

Im September trifft sich die Unterhaltungselektronik- und Hausgerätebranche traditionell zur IFA in Berlin. Aber die Corona-Pandemie erfordert ein spezielles Format, das die wichtigsten Funktionen der Messe abbildet, ohne Kompromisse beim Gesundheitsschutz zu machen.


Foto: Jens D. Billerbeck

„Sind Sie bereit für die IFA 2020“, fragte der Aufsichtsratsvorsitzende des IFA-Veranstalters gfu Consumer & Home Electronics, Hans-Joachim Kamp, heute Mittag auf Twitter. Und lieferte die Antwort gleich mit: „Wir sind es ganz sicher.“ In den vergangenen Wochen zeichnete sich ab, dass die führende Messe für Unterhaltungselektronik und Hausgeräte dieses Jahr nicht wie gewohnt das Gelände unter dem Berliner Funkturm in einen bunten Messezirkus verwandeln werde.

Die Corona-Pandemie lässt eine internationale Großveranstaltung dieser Dimensionen derzeit einfach nicht zu. Und so haben die Verantwortlichen rund um Berlins Messechef Christian Göke ihre Kreativität spielen lassen. IFA-Direktor Jens Heithecker präsentierte die gefundene Lösung heute Mittag auf einer Onlinepressekonferenz.

Reale Veranstaltung in Berlin

Das Wichtigste in Kürze: Es wird auch 2020 eine IFA als physische Messeveranstaltung geben. Heithecker hob hervor, dass mit dem Konzept der IFA 2020 Gesundheit und Sicherheit höchste Priorität haben werden: „Die diesjährige Sonderausgabe der IFA, die an drei Tagen – vom 3. bis 5. September – geplant ist, wird alle durch die Covid-19-Pandemie notwendig gewordenen Auflagen berücksichtigen.“

Das Konzept für die IFA 2020 werde in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden in Deutschland die Gesundheit und die Sicherheit aller Teilnehmer gewährleisten. Die Messe Berlin werde sicherstellen, dass Abstandsregeln, eine sorgfältige Kontrolle der Teilnehmerzahl und andere wirksame Maßnahmen der öffentlichen Hygiene gewährleistet werden können. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf das Format der Messe: Aufgrund der aktuell bestehenden Regelungen wird die IFA 2020 nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein, sondern als reine Einladungsveranstaltung durchgeführt.

Was soll die Messe leisten?

Heithecker zitierte Einstein, der zur Funkausstellung 1930 die Kraft von Erfindungen und Technologien rühmte. Sie seien dazu da, die Welt besser zu machen. Heithecker: „Und Technologien helfen uns heute, die Situation in Corona-Zeiten erträglicher zu machen.“ Videokonferenzen seien besser, als von anderen isoliert zu sein. „Aber wir merken auch, wie schwer es ist, ohne menschliche Kontakte auszukommen“, ergänzte der IFA-Direktor. Über allen Planungen stand die Frage: „Wie wird die IFA 2020 aussehen, was kann, was soll sie leisten für Konsumenten, Journalisten, Händler und Hersteller? Wie können wir den Reboot unserer Industrie unterstützen?“

Als seines Wissens nach erste große internationale Messe seit der Corona-Shutdowns, wird die diesjährige IFA aus vier eigenständigen Veranstaltungen bestehen und es wird aktuell mit nicht mehr als 1000 Teilnehmern pro Tag für jede Veranstaltung geplant. Damit sei die Sicherheit gewährleistet, aber auch der in den Corona-Grenzen menschliche Kontakt möglich.

Vier eigenständige Formate

Die vier Formate sind: erstens die globale Pressekonferenz, die auf zwei Bühnen allen Herstellern die Möglichkeiten zu Präsentationen und Keynotes geben wird. Zusätzlich zu den Unternehmenspressekonferenzen wird für die Industriepartner die Möglichkeit bestehen, intelligente Unternehmens- und Markenpräsentationen anzufertigen, um diese in Interviews und weiterführenden Gesprächen mit Medienvertretern vorzustellen.

Zweitens kombiniert die IFA anlässlich der Spezialausgabe 2020 ihre beiden Innovationsplattformen – IFA Next und IFA Shift Mobility – zu einem exklusiven Live-Event für die internationale Tech-Community. Die Veranstaltung bringt Technologie-Start-ups und Unternehmen aus dem Bereich der vernetzten Mobilität zusammen. Heithecker: „Die neue Plattform verschafft ihnen so nicht nur die dringend benötigte Öffentlichkeit, sondern auch wichtige Industriekontakte. Für Innovatoren, Disruptors, Tech-Journalisten und digitale Influencer wird dies die wichtigste Veranstaltung des Jahres sein, an der sie teilnehmen können.“

Neustart der Industrie

Drittens die IFA Global Markets. Sie hat sich laut Heithecker in den letzten drei Jahren zur größten europäischen Sourcing-Plattform für OEMs und ODMs entwickelt. Nun soll sie in diesem Jahr die erste spezielle Sourcing-Messe der Welt sein. Heithecker: „Die Botschaft der IFA-Partner aus der Industrie war klar: Sie brauchen eine Sourcing-Plattform, um ihre Lieferketten, die von der Unterbrechung durch die Covid-19-Pandemie betroffen sind, wiederherzustellen und zukunftsorientiert neu aufzustellen.

Last but not least: die Business-, Retail- und Meeting-Lounges. Aufgrund der Pandemie werde es in diesem Jahr unmöglich sein, das Ordervolumen des vergangenen Jahres von rund rund 4,7 Mrd. € zu wiederholen. Doch Heithecker ist sicher: „Um den Herstellern die dringend benötigte Möglichkeit zu bieten, den Handel vor der verkaufsstärksten Saison des Jahres zu treffen und sich mit den Geschäftspartnern austauschen zu können, veranstaltet die IFA Berlin dieses Jahr die IFA Business-, Retail- und Meeting-Lounges als Treffpunkt und Marktplatz für Industrie und Handel.“ Das natürlich mit allen Abstands- und Hygieneregeln.

Onlineformate für Jeden

Zu guter Letzt hatte der IFA-Direktor für alle, die nicht nach Berlin kommen können oder dürfen, ein Trostpflaster parat: „Es wird virtuelle Formate geben, die das Feuerwerk der Innovationen transportieren.“ Die Teilnahme soll weltweit kostenfrei möglich sein. Heitheckers Botschaft an die Industrie ist eindeutig: „Die IFA 2020 wird stattfinden. Die Erholung unserer Industrie startet hier.“

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