Veranstaltungen für die Industrie 11. Dez 2020 Von Martin Ciupek

Das Messejahr 2021 startet digital

Steigende Infektionszahlen in Zentraleuropa haben die Pläne deutscher Messeveranstalter zunichtegemacht, in den nächsten Monaten wieder Präsenzmessen durchführen zu können. Termine werden verschoben, finden digital statt oder werden ganz abgesagt.


Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann

Nach dem erfolgreichen Verlauf des Caravan Salons im September 2020 war die Messe Düsseldorf optimistisch, dass auch in den Folgemonaten Präsenzveranstaltungen unter Einhaltung von Hygienebestimmungen und Abstandsregeln durchgeführt werden können. Das hat sich mit den steigenden Corona-Infektionen in Deutschland und Zentraleuropa nun aber geändert. Nachdem die Messe Düsseldorf vorige Woche verkündet hatte, erst im April 2021 wieder mit Präsenzmessen zu starten, ziehen andere Veranstalter nach. Die Gastmesse für Metallbearbeitung Metav, die bereits von diesem Jahr auf März 2021 verschoben worden war, soll nun komplett digital stattfinden.

Messe Metav wird digital

Zu den ersten Messen, die in diesem Jahr abgesagt bzw. verschoben wurden, gehörte die Messe für Metallbearbeitung Metav in Düsseldorf. Als Metav reloaded wurde die Messe, die sonst alle zwei Jahre stattfindet, zunächst um ein Jahr auf den 23. bis 26. März 2021 verschoben. Nun kam die Absage für die Präsenzmesse. Stattdessen ist eine rein digitale Veranstaltung geplant. „Aus Fürsorge für unsere Aussteller, die so früh wie möglich Planungssicherheit benötigen, und im Hinblick auf die Gesundheit aller Beteiligten haben wir uns in der vergangenen Woche entschlossen, die Metav 2020 reloaded als Präsenzveranstaltung abzusagen und nunmehr als reine Digitalveranstaltung zur präsentieren“, begründet Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW), den Entschluss. Das neue Konzept soll dreiteilig sein und aus einer virtuellen Ausstellung, Internetvorträgen in Form von 20-minütigen Web-Sessions sowie einem Kontaktbereich zum „Matchmaking“ bestehen.

Laut VDW können die Aussteller ihren digitalen dreidimensionalen Messestand in der „Virtual Exhibition“ in unterschiedlichen Größen und Varianten gestalten. Für den Onlineauftritt könnten dabei eigene Layouts und digitale Inhalte eingebunden werden, z. B. ein Dokumentendownload für Produktinformationen sowie Produktpräsentationen mit bewegten Produktbildern und 3-D-Modellen.

Messe Düsseldorf startet im April

Die erste Präsenzmesse in Düsseldorf soll die vom Januar auf den 17. bis 24. April 2021 verschobene Boot sein. Denn die Messe Düsseldorf hat sich nach enger Rücksprache mit Ausstellern, Partnern und Verbänden dazu entschieden, alle geplanten Termine der Eigenveranstaltungen am Standort Düsseldorf bis April 2021 abzusagen. Darunter fallen die Messen wie die Boot, Interpack und Components, Energy Storage Europe, EuroCIS sowie die Messe für Drucktechnik Drupa. Bis auf die verschobene Boot sollen die anderen genannten Veranstaltungen turnusgemäß wieder zu den jeweils nächsten geplanten Laufzeiten stattfinden, heißt es aus Düsseldorf.

Wolfram N. Diener, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, zeigt sich enttäuscht, dass der Einsatz der vergangenen Monate damit keine Früchte trägt: „Wir haben in den vergangenen Monaten hart daran gearbeitet, für unsere Partner und Kunden, aber auch für die Stadt Düsseldorf und die Region, erfolgreiche Präsenzmessen unter größtmöglichem Gesundheitsschutz für alle Beteiligten zu veranstalten. Insbesondere aufgrund der Bund-Länder-Entscheidung vom 25. November 2020, wonach Messen weiterhin nicht stattfinden können, ist die Entwicklung jedoch kaum absehbar.“ Unter Beachtung der für die jeweiligen Branchen notwendigen Vorbereitungszeiten für solche Events habe sich die Messegesellschaft entschlossen, für Planungssicherheit zu sorgen und damit die wirtschaftlichen Einbußen von Ausstellern und Partnern bestmöglich zu verringern. Weiterhin sei jedoch das Vertrauen in Präsenzmessen sehr groß, heißt es aus Düsseldorf.

Und was bedeutet das für das Unternehmen selbst? „Auch wenn wir als Messegesellschaft durch stets solides und nachhaltiges Wirtschaften in den vergangenen Jahren finanzielle Spielräume erarbeitet haben, so sind wir doch aktuell stark von der Pandemie getroffen. Daher liegt unserer Entscheidung natürlich auch eine Abwägung von Kosten und Nutzen zugrunde“, erklärt Diener. Im Rahmen der Absage aller geplanten Eigenveranstaltungen bis Ende April habe die Messe Düsseldorf entschieden, die Kurzarbeit für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Düsseldorf bis zum 31. März 2021 weiter auszubauen. „Wir werden trotzdem alles tun, um auch in geringerer Besetzung für Fragen und Anliegen unserer Kunden und Partner da zu sein“, betont Diener.

Trend zu digitalen und hybriden Ansätzen

Bis Ende des Jahres können einige Messen, die bereits digital stattgefunden haben, noch online abgerufen werden. Darunter sind beispielsweise die Automatisierungsmesse SPS und die Messe für Additive Fertigung Formnext. Die Roboterthemen der in diesem Jahr ausgefallenen Automatica wurden durch Online-Talk-Runden präsentiert. Für kommendes Jahr ist eine kleinere Variante als „Automatica Sprint“ vom 22. bis 24. Juni geplant, bevor die Veranstaltung im Juni 2022 wieder turnusgemäß stattfinden soll. Fest steht dagegen, dass nächstes Jahr im März das Leipziger Messe-Duo aus der Messe für Fertigungstechnik Intec und der Zulieferermesse Z rein digital stattfinden werden.

Die Hannover Messe Mitte April 2021 wird dagegen längst als hybride Veranstaltung geplant, also mit einem Präsenzteil auf dem Messegelände in Hannover und ergänzenden Onlinefunktionalitäten. Das scheint sich als genereller Trend abzuzeichnen. „Hybride Messekonzepte sind die Zukunft“, betont Winfried Schäfer vom VDW. Er kündigt an: „Die Metav digital wird uns auch in Zukunft als Ergänzung erhalten bleiben.“ Umgesetzt werden soll das Hybridkonzept bereits auf der Veranstaltung im März 2022.

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