VDI-Umfrage zur Logistik 29. Mai 2020 von Martin Ciupek

Lieferketten produzierender Unternehmen sind weitgehend stabil

Durch den Lockdown von Fabriken kommt es im internationalen Warenverkehr zu Einschränkungen bei grenzüberschreitenden Lieferungen. Laut einer Umfrage des VDI sind die Folgen für deutsche Unternehmen bisher allerdings gering.

Foto: panthermedia.net / mike_kiev


Foto: panthermedia.net / mike_kiev

Durch die internationalen Reise- und Liefereinschränkungen konzentrieren sich Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum zunehmend auf Lieferkettenverkürzungen und sind damit bisher gut gefahren. Zu dem Ergebnis kommt eine Umfrage der VDI-Fachgesellschaft Produktion und Logistik zusammen mit der Unternehmensberatung Agiplan aus Mülheim an der Ruhr. Konkret legten Unternehmen demnach den Fokus auf zusätzliche regionale bzw. europäische Lieferanten, alternative Lieferanten für kritische Teile und haben teilweise auch den Eigenfertigungsanteil erhöht. Elementar sei für die Unternehmen dabei eine transparente Lieferkette – und zwar über die Zulieferer und deren Zulieferer hinweg – z.T. war das auch vor dem Lockdown schon der Fall, das hat jetzt zu geringeren Konsequenzen geführt. Diese Supply-Chain gelte es verstärkt zu überwachen, um Risiken von Versorgungsausfällen der Produktion rechtzeitig erkennen und verhindern zu können. Zudem werde die Konsolidierung der Lagerstufen bzw. der Läger noch lange ein Thema sein.

Schutzmaßnahmen senken Produktivität

Die Autoren der Marktuntersuchung gehen davon aus, dass die Berücksichtigung der Corona-Sicherheitsmaßnahmen in der Produktion schon auch Produktivitätsverluste bedeuten – möglicherweise über einen Zeitraum von einem Jahr oder länger. Die Wartezeiten auf Produktionsanläufe von Lieferanten in Europa oder weltweit werde hiesige Wiederanfahrprozesse behindern. Als Lösung betrachten die Autoren die Optimierung des Produktionsmix zwischen verschiedenen Standorten, die Erhöhung des Automatisierungsgrads in der Fertigung sowie eine weitere Reduzierung der Durchlaufzeiten in Verbindung mit einer möglichen Erhöhung von Beständen an Vorprodukten.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Blitzumfrage im deutschen Maschinen- und Anlagenbau vom Branchenverband VDMA. Demnach seien zwar mit 98% fast alle Unternehmen von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen, angebotsseitige Störungen gebe es aber immer weniger. Für 81% der Befragten seien die Lieferketten inzwischen intakt. Anfang Mai hatte der Wert dagegen bei 61% gelegen.

Globale Produktionsnetze im Vorteil

Unternehmen mit globalen Produktionsnetzen waren flexibler als andere. Beispielsweise verlagerte der Automatisierungstechnikspezialist Pilz aus Ostfildern während der Schließung chinesischer Werke Teile der dortigen Produktion nach Deutschland. Später, als die Produktion in China wieder angelaufen war, wurden dagegen Produktionsanteile aus Europa nach China verlagert, erklärte Geschäftsführer Thomas Pilz diese Woche. Profitiert haben Unternehmen mit Präsenz in China auch von den Erfahrungen mit den Schutzkonzepten. So nutzte Volkswagen diese beispielsweise beim Hochlauf der Produktionswerke in Deutschland und Europa.

Stellenangebote

Universität Stuttgart

W3-Stiftungsprofessur für Effizientes Produktionsmanagement durch Digitalisierung

Stuttgart, Freudenstadt
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten

Professur (W2) Dezentrale Netze für regenerative Energien

Kempten
Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences

Professur (W2) für das Lehrgebiet "Software-Entwicklung"

Esslingen
THD - Technische Hochschule Deggendorf

Professur (d/m/w) Lehrgebiet "Cyber-Resilienz in IT-Systemen" an der Fakultät Angewandte Informatik

Deggendorf
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Professur für das Lehrgebiet Robotik und Produktionsautomatisierung (m/w/d)

Nürnberg
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten

Professur (m/w/d) "Industrial IoT"

Kempten
Hochschule Aalen - Technik und Wirtschaft

Professur (W2) Automatisierungstechnik in der Fertigung

Aalen
TU Bergakademie Freiberg

W3-Professur "Zivilrecht, insbesondere Innovations- und Technikrecht"

Freiberg
Hochschule Hannover

Professur (W2) für Messtechnik mit dem Schwerpunkt Energietechnik und Grundlagen der BWL

Hannover
Hochschule Hannover

Professur (W2) für Werkstoffe der Elektrotechnik, Energiespeichertechnologien sowie Physik

Hannover
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen der Redaktion

Top 5 aus der Kategorie Logistik