Aufträge sind eingebrochen 19. Jun 2020 von Martin Ciupek

Maschinenbau möchte schnell wieder auf Vor-Corona-Niveau

Noch ist die Auftragslage im Maschinenbau angespannt. Doch die Unternehmen zeigen sich kreativ und wollen 2022 wieder das Niveau von 2019 erreichen.


Foto: panthermedia.net/phonlamai

Der stark exportorientierte deutsche Maschinenbau wurde besonders von den Auswirkungen der Corona-Pandemie getroffen. Dennoch zeigt sich die überwiegende Zahl der Maschinenbauer zuversichtlich, mittelfristig auf das nominale Umsatzniveau von 2019 zurückzukehren. Zu dem Ergebnis kommt die sechste Blitzumfrage des Branchenverbands VDMA zur Corona-Pandemie. Insgesamt 658 Mitgliedsunternehmen hatten daran teilgenommen.

VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers fasste die wichtigsten Zahlen gestern so zusammen: „80 % unserer Mitglieder rechnen damit, spätestens 2022 wieder nominale Umsätze wie 2019 zu erzielen. Etwa 40 % der Unternehmen mit einem Jahresumsatz von unter 250 Mio. € gehen davon aus, dass dieser Schritt bereits 2021 gelingt.“ Allerdings sind die größeren Unternehmen laut Wiechers etwas skeptischer: „Lediglich 22 % der Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 500 Mio. € zeigen diese Zuversicht.“ 

Preiswettbewerb nimmt zu

Neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie wie Reise- und Kontaktbeschränkungen haben die Unternehmen derzeit noch andere Herausforderungen zu meistern. Ein Großteil der befragten Entscheidungsträger (ca. 70 %) bewertet den wachsenden Preiswettbewerb als besonders große Herausforderung. Über die Hälfte der Befragten stufen zudem höhere Außenhandelsbarrieren und eine zunehmende Fragmentierung der Märkte als hartnäckiges Problem ein.

Das zeigt sich auch in der Auftragslage im Maschinenbau. „Jeweils 40 % der Unternehmen melden merkliche beziehungsweise gravierende Auftragseinbußen oder Stornierungen“, berichtete Wiechers. Auf der Nachfrageseite werde für die nächsten drei Monate keine Verbesserung erwartet. Wie bereits in der Umfrage Ende Mai rechnen lediglich gut 20 % der Befragten mit einer nachfrageseitigen Entspannung. Das werde vorwiegend durch Kapazitätsanpassungen und Kurzarbeit aufgefangen.

Aufwärts geht es dagegen bereits hinsichtlich der Lieferketten und den „sonstigen Störungen“. Wiechers: „In fast allen Bereichen melden die Befragten geringere Beeinträchtigungen, von der Logistik-/Transportabwicklung, über verzögerte Abnahmen durch Kunden bis hin zu Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen.“ Er folgert daraus: „Im Zuge der Grenzöffnungen ist mit einer weiteren Entspannung zu rechnen.“

 Robotik mit deutlichem Umsatzrückgang

Wie stark sich die Folgen auf die Unternehmen auswirken, zeigt sich bei den Anbietern von Robotik, Handhabungstechnik und Bildverarbeitungslösungen. Laut VDMA-Fachverband Robotik und Automation rechnet die Branche für 2020 nun mit einem Umsatzrückgang von 20 %. Aufgrund von Umwälzungen in der wichtigen Abnehmerbranche – dem Automobilbau – und Handelhindernissen, war der Fachverband zuvor bereits von einem Minus von 10 % für das laufende Jahr ausgegangen. Immerhin wurde 2019 der bisher zweithöchste Umsatz in Höhe von 14,7 Mrd. € erreicht – 2 % weniger als im Vorjahr.Dennoch rechnet die Branche damit, mittelfristig von den Marktveränderungen profitieren zu können.

Hier zeigen sich Unternehmen aus der Branche sehr aktiv, was die schnelle Entwicklung neuer Lösungen angeht. Unternehmen erstellten z. B. kurzfristig Produktionslinien zur Massenproduktion von Atemschutzmasken und Laborprodukten. Auch die Impfstoffentwicklung und Massentests profitieren jetzt verstärkt von der voranschreitenden Automation von Laborprozessen. Darüber hinaus kommen auch in öffentlichen Bereichen wie Krankenhäusern und im Nahverkehr zunehmend Roboter zum Einsatz, wenn es darum geht, die Umgebung mit UV-Licht zu desinfizieren. „Die Robotik und Automation hat mit Einsatzbereitschaft und Kreativität auf die Corona-Herausforderungen reagiert und eindrücklich unter Beweis gestellt, wie flexibel die Technologie einsetzbar ist“, sagte diese Woche Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer von VDMA Robotik + Automation.

Spätestens im Dezember möchte die Branche ihre Leistungsfähigkeit dann auch wieder einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. Nach derzeitigem Stand soll die von diesem Monat auf den 8. bis 11. Dezember 2020 verschobene Branchenmesse Automatica wie geplant in München stattfinden. Die Unternehmen im Verband bereiten sich darauf vor, auch wenn diesmal mit wenigern Besuchern gerechnet werde als bei den Ausstellungen zuvor. Bei der letzten Veranstaltung 2018 wurde mit 46 000 Besuchern der bisherige Rekordwert erreicht.

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