17. Jan 2020 Von Martin Ciupek

Pkw-Herstellern drohen Strafzahlungen

Während derzeit über Arbeitsplatzverluste durch Elektromobilität diskutiert wird, droht Automobilherstellern auch von anderer Seite Ungemach. Nach einer Studie von PA Consulting müssen sie mit Strafzahlungen rechnen, weil der CO2-Ausstoß der Neuwagen wieder steigt.


Foto: panthermedia.net/ uleiber

Anstieg der CO2-Emissionen

Nach vier Jahren stetigen Fortschritts bei den CO2-Emissionen von Neuwagen ist jetzt wieder ein Rückschritt zu erkennen. Zu dem Ergebnis kommt die gerade erschienene, jährliche Prognose der globalen Innovations- und Transformationsberatung PA Consulting, mit Hauptsitz in London. Die 13 führenden Automobilhersteller Europas werden demnach ihre EU-CO2-Emissionsziele für 2021 voraussichtlich verfehlen. Infolgedessen hätten sie mit Strafzahlungen von 14,5 Mrd. € zu rechnen. Als Grund für die gestiegenen Emissionen sehen die Marktbeobachter hauptsächlich den Kauf von Stadtgeländewagen (SUVs) sowie die generell starke Nachfrage nach leistungsstarken und schwereren Autos. Dazu komme die nach dem Dieselskandal veränderte Präferenz für Benziner sowie der Mangel an emissionsarmen Alternativen im Verkauf. Weil Strafen sowohl Einfluss auf die Rentabilität haben als auch auf den Ruf der Hersteller, sei eine Kurskorrektur dringend nötig.

Konkret rechnet PA Consulting vor, dass allein Volkswagen wegen seines hohen Absatzvolumens in ganz Europa eine Strafzahlung von bis zu 4,5 Mrd. € drohen könnte. Auch früheren Top-Performern wie Renault-Nissan-Mitsubishi und Volvo drohten Probleme. Selbst Toyota, der Marktführer bei Hybridfahrzeugen, dürfte sein Ziel knapp verfehlen. Mit 18 Mio. € fiele die Strafe aber gegenüber anderen Herstellern gering aus. Milliardenzahlungen drohen dagegen laut Studie noch Fiat-Chrysler (2,461 Mrd. €), Ford (1,456 Mrd. €) und Renault-Nissan-Mitsubishi (1,057 Mrd. €).

Nach Bewertung der CO2-Prognosen der einzelnen Hersteller für 2021 kommt PA zum Ergebnis, dass Toyota im Ranking vorne bleibt, PSA ist jetzt Zweiter und überholt Renault-Nissan-Mitsubishi. Gleichzeitig seien Volvo, Volkswagen, Daimler und BMW weiter von ihrem Ziel entfernt als im Vorjahr. Nach der Analyse der Innovationsberatung müssten die Automobilhersteller in Europa mehr als 2,5 Mio. zusätzliche Batterieelektrofahrzeuge verkaufen, um ihre Ziele zu erreichen. Bis zum Jahr 2021 entspräche das einer Steigerung von 1280 %. Zum Vergleich: Die neuen Produktionslinie von Volkswagen für den ID.3 hat eine Kapazität von 100 000 Einheiten im Jahr 2020.

Der zeitweilige Rückschritt zwingt Automobilhersteller laut Michael Schweikl, dem Automobilexperten bei PA Consulting, zu einem schnellen Handeln. Er stellt allerdings fest: „Autoherstellern fehlt die Zeit, um die Emissionen schnell genug zu mindern und Strafzahlungen zu vermeiden.“ Schweikl sieht kurzfristig aber andere Stellschrauben: „Marketing-, Verkaufs- und Preisstrategien, die die Akzeptanz emissionsarmer Fahrzeuge erhöhen, werden von entscheidender Bedeutung sein, um die Hersteller näher an die Ziele heranzuführen.“ Konkret listen die Marktbeobachter von PA in ihrer Studie vier Lösungswege auf: 1. Preisnachlässe für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge, um deren Absatz zu steigern und umweltschädlichere Fahrzeuge vom Markt zu nehmen; 2. die Entwicklung von Dienstleistungen zur Steigerung der Nutzung emissionsarmer Fahrzeuge; 3. Fusionen mit anderen Autoherstellern, wie zwischen Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und der PSA; 4. Entwicklung offener Plattformen wie des Modularen Elektrobaukastens (MEB) von Volkswagen. Diese Maßnahmen müssten noch in diesem Jahr ergriffen werden, um die Emissionen künftig zu senken.

Anhand der Zahlen bis 2018 sieht PA Consulting deutliche länderspezifische Unterschiede bei den Fahrzeugemissionen. Lediglich Norwegen und die Niederlande haben demnach von 2017 auf 2018 Verbesserungen im Automobilverkehr erreicht. Norwegen habe die Emissionen von 83,7 g CO2/km im Jahr 2017 auf 72,4 g CO2/km im Jahr 2018 gesenkt. Ein Grund: Elektrofahrzeuge machten dort 31,2 % des Neuwagenabsatzes aus. Mit einem CO2-Ausstoß von 106 g CO2/km und einem Anteil von 6 % vollelektrischer Fahrzeuge am Gesamtabsatz folgten die Niederlande im Emissionsranking auf Platz 2. In Deutschland stiegen die Emissionen dagegen laut PA-Studie im gleichen Zeitraum von 126,2 g CO2/km auf 129,1 g CO2/km. Auch der Absatz von Elektrofahrzeugen wuchs hierzulande nur leicht und bleib unter 2 %.

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