Provisorische, temporäre Fahrradspuren 03. Jun 2020 Von Peter Kellerhof/IASS

Pop-up-Radwege für mehr Sicherheit

Reaktionen der Städte auf verändertes Mobilitätsverhalten durch die Corona-Pandemie


Foto: Berlin, Bezirksamt Mitte

Die Covid-19-Pandemie hat das Mobilitätsverhalten beeinflusst. Während der ÖPNV mit einem starken Rückgang der Fahrgäste zu kämpfen hat, gewinnen individuelle Mobilitätsformen – wie der Fußverkehr, Radverkehr und Autoverkehr – an Bedeutung. Um den Infektionsschutz und das Einhalten der Abstandsregeln zu gewährleisten, entsteht in Berlin – wie auch in Paris, Brüssel und Bogota – eine sogenannte Pop-up-Radinfrastruktur. Das sind provisorische und zeitlich begrenzte Radwege, die mit einfachen Mitteln sicheres Radfahren und den nötigen Sicherheitsabstand ermöglichen. Dazu werden meist rechte Fahrstreifen oder ein bisheriger Parkstreifen zum Radfahrstreifen umgewidmet.

Berliner Reaktionen

Das Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) hat in einer Studie erste Reaktionen der Berliner Bevölkerung auf die neuen Pop-up-Radwege eingefangen. Sie zeigen, dass die Befürworter der neuen Radwege eine höhere Sicherheit und mehr Platz als große Vorteile sehen. Allerdings gibt es auch Ablehnung. So wird die Einschränkung der motorisierten Verkehrsteilnehmer durch die Flächenumwidmung zugunsten des Fahrrads bemängelt. Die Ergebnisse bestätigen die Vermutung, dass sich unter den Befürwortern viele Radfahrer finden, während sich unter den Ablehnern viele Autofahrer sind. Doch auch Menschen, die sich selbst als Fußgänger oder ÖPNV-Nutzer beschreiben, sehen die neuen Pop-up-Radwege überwiegend positiv.

Wichtige Entscheidungsgrundlage

Die Macher der Studie geben unumwunden zu, dass es noch nicht möglich war, eine Stichprobe zu rekrutieren, die repräsentativ für die gesamte Berliner Bevölkerung sei, daher könne man von den vorliegenden Ergebnissen keine direkten Schlussfolgerungen auf die Einstellungen der gesamten Berliner Bevölkerung ziehen. Die Ergebnisse sollen im Rahmen umfangreicherer und bevölkerungsrepräsentativer Befragungen kritisch getestet und überprüft werden. Jedoch seien die bisherigen Studienergebnisse eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Ausgestaltung einer pandemieresilienten und klimafreundlichen Mobilität.

Pro Kilometer Kosten in Höhe von 9500 €

Stand Ende Mai wurden in Berlin bereits zehn Pop-up-Radfahrstreifen mit einer Gesamtlänge von zehn km eingerichtet, 25 weitere Pop-up-Wege sollen noch entstehen. Allerdings: Die Kosten für einen Kilometer Pop-up-Radweg werden auf etwa 9500 € beziffert. Sollte jeder der 35 vorhandenen bzw. geplanten Wege eine Länge von einem Kilometer haben, entstehen Gesamtkosten von mehr als 300 000 €.

Stellenangebote

HTW Berlin

Stiftungsprofessur (W2) Fachgebiet Industrielle Sensorik und Predictive Maintenance 4.0

Berlin
Duale Hochschule Baden-Württemberg Mosbach

Lehrbeauftragter (m/w/d)

Mosbach
Duale Hochschule Baden-Württemberg Mosbach

Professur für Mechatronik (m/w/d)

Mosbach
THD - Technische Hochschule Deggendorf

Professur (W2) Network Communication

Cham
THD - Technische Hochschule Deggendorf

Professur (W2) Technologien und Prozesse in der Additiven Fertigung

Cham
THD - Technische Hochschule Deggendorf

Professur (W2) Energieinformatik

Deggendorf
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Professur (W2) Produktionstechnik - Produktionssysteme

Nürnberg
Technische Hochschule Deggendorf

Professor (d/m/w) Network Communication

Deggendorf
Technische Hochschule Deggendorf

Professor (d/m/w) Technologien und Prozesse in der Additiven Fertigung

Deggendorf
Hochschule München

W2-Professur für Mathematische Methoden und Grundlagen (m/w/d)

München
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen der Redaktion

Top 10 aus der Kategorie Technik