Testcampus für neuen Mobilfunk 17. Feb 2021 Von Regine Bönsch

Riesiges 5G-Netz auf Hannovers Messegelände

Die Deutsche Messe AG und die Deutsche Telekom bauen in 30 Hallen und auf dem Freigelände der Hannover Messe ein 5G-Testgelände auf, das europaweit seinesgleichen sucht. In einer Halle lässt Siemens mit der neuen Mobilfunktechnik experimentieren.


Foto: Deutsche Messe AG

Corona-Zeiten lassen sich auch für Neues nutzen. Das will die Deutsche Messe auf ihrem Gelände mit einem eigenen 5G-Campusnetz unter Beweis stellen. In Hannover entsteht zurzeit in enger Partnerschaft mit der Deutschen Telekom das größte 5G-Messegelände Europas. Die neue Mobilfunkgeneration soll das Ausstellungsgelände schrittweise zu einem hoch innovativen Multifunktionscampus machen. Der Bonner Netzbetreiber versorgt dafür flächendeckend mehr als 1,4 Mio. m² mit einem Hybridnetz. Zum einen soll die Messe über ein privates Netz verfügen, das dann die Messegesellschaft und auch die Aussteller nutzen können. Gleichzeitig haben Messebesucher die Möglichkeit, das öffentliche 5G-Netz auf dem Gelände zu nutzen.


Foto: Deutsche Messe AG

Einzigartiges Testgelände in Hannover

Im ersten Schritt will die Deutsche Telekom nach eigenen Bekundungen fünf Hallen sowie das gesamte Freigelände einschließlich angrenzender Parkplätze mit 5G ausstatten. Im Anschluss versorgt die Telekom alle 30 Hallen und Gebäude des Messegeländes. Das Ziel: Es soll ein weltweit einzigartiges Testfeld für Anwendungsfelder mit der neuen Mobilfunktechnik entstehen. Schließlich können sich Technologiepioniere aller Couleur hier erproben.

„Mit diesem Highspeed-5G-Campusnetz liefern wir hier in Hannover einen gläsernen Betriebsraum für die Industrie“, erklärt Telekom-Chef Tim Höttges zum Projekt und er ist überzeugt, dass die Digitalisierung und die Innovationskraft in Deutschland von der Partnerschaft zwischen Messe AG und Telekom profitieren.

Neugeschäft stärken

„Mit der Zuteilung einer privaten 5G-Lizenz durch die Bundesnetzagentur und der Deutschen Telekom als Partner stärken wir unser Kern- und Neugeschäft“, schwärmt Jochen Köckler, Chef der Deutschen Messe AG. Hier würde dann Innovatives erforscht, entwickelt und getestet. Das gelte für Produkte, Lösungen und Anwendungen quer durch alle Branchen. „Wir werden damit vom reinen Veranstalter zum Betreiber eines Geländes für Test- und Demonstrationszwecke in hoch technologisierten Umgebungen“, betont Köckler. Aussteller wie Gastveranstalter hätten in Hannover die Chance, ihre 5G-Lösungen einem internationalen Publikum live zu präsentieren.

So präpariere sich die Deutsche Messe AG für die Zukunft. Davon ist Bernd Althusmann, Niedersachsens Wirtschafts- und Digitalisierungsminister, überzeugt: „Corona wird das Messegeschäft, wie auch andere Wirtschaftsbereiche, nachhaltig verändern. Wir haben jetzt die Chance, den strukturbedingten Wandel und die damit verbundene beschleunigte Digitalisierung mitzugestalten.“ Das Land unterstützt den 5G-Ausbau des Messegeländes mit 2,8 Mio. €.

Siemens mit besonderer Halle

Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland, ergänzt: „5G wird insbesondere für die Industrie elementare Wettbewerbsvorteile bringen. Produktion und Mobilität profitieren genauso wie die Anwendungen für Smart City, Logistik oder Medizintechnik.“

Eine besondere Rolle kommt der Firma Siemens bei der 5G-Ausstattung der 30 Hallen, anderer Gebäude sowie des Freigeländes zu. Als einer der wichtigsten Aussteller baut Siemens in einer der Messehallen in Hannover eine private Netzwerktechnik für ein 5G-Campusnetz mit Fokus auf Einsatz in der Industrie auf. Das Netz soll sowohl während laufender Messen von Ausstellern als auch außerhalb von Messezeiten von Unternehmen für Tests und Feldversuche genutzt werden. Die Infrastruktur verbleibt dauerhaft in der Halle.

Weltweite Führungsrolle

5G ebne den Weg für richtungsweisende Anwendungen – etwa mobile Roboter in der Fertigung, autonome Fahrzeuge in der Logistik oder Augmented-Reality-Applikationen für Servicetechniker, so argumentiert Cedrik Neike, CEO Digital Industries bei Siemens. Zugleich bietet sich insbesondere Deutschland – mit dem privaten Spektrum im 3,7-GHz- bis 3,8-GHz- und 26-GHz-Band – und Europa die Chance, eine weltweite Führungsrolle beim Einsatz dieser Zukunftstechnologie zu übernehmen.“

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