Messeveranstalter rudern zurück 29. Sep 2020 Von Martin Ciupek

Robotermesse Automatica ist abgesagt

Noch vor wenigen Wochen zeigten sich Messeveranstalter optimistisch, dass nun wieder Präsenzmessen stattfinden können. Stattdessen häufen sich nun die Absagen – jüngstes Beispiel die Automatica in München.

In diesem Jahr wird es Corona-bedingt keine Messe Automatica in München geben. 2018 konnten sich dort Besucher noch vor Ort über die neuesten Robotertechnologien informieren.
Foto: M. Ciupek

Nun ist es doch passiert: Die internationale Branchenmesse für Robotik und Automatisierungslösungen Automatica in München findet auch im Dezember nicht statt. Lange hatte die Messe München und der VDMA-Fachverband Robotik + Automation als ideeller Träger an dem Konzept der Präsenzmesse festgehalten, die eigentlich alle zwei Jahre im Juni stattfindet. Die Messe München hatte ein Hygienekonzept erarbeitet, um Besucher und Aussteller vor Infektionen schützen zu können. Letztlich half das alles nichts. Denn das eigentliche K.O.-Kriterium war letztlich ein anderes – eines, das alle Messen mit internationalem Anspruch trifft.

Keine Internationalität ohne Reisen

In der Erklärung der Messe München heißt es: „Aufgrund der steigenden Infektionszahlen wurden in den letzten Wochen für immer mehr europäische Länder und Regionen Reisebeschränkungen verfügt. Auch die Reisesituation außerhalb Europas hat sich praktisch nicht verbessert. Zudem haben viele nationale und internationale Konzerne interne Reiseverbote ausgesprochen.“ Die Konsequenz: Aussteller – sofern sie nicht selbst von Reiseverboten betroffen sind – befürchten, dass nur wenige der ursprünglich erwarteten Besucher vor Ort sein werden. Deshalb hatten sie dem Veranstalter bereits signalisiert, dass für sie die Teilnahme an der Automatica 2020 nicht mehr in Betracht komme. Somit konnte die Messe ihre Aufgabe, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen, nicht erfüllen. Die Weltleitmesse für die Robotik hätte so einen kläglichen Eindruck hinterlassen.

„Eine Messe lebt von ihren Teilnehmern. Doch zu viele unserer Aussteller und Besucher hätten wegen der Reisebeschränkungen nicht nach München kommen können. Deshalb mussten wir uns letztendlich für eine Absage der Automatica 2020 entscheiden“, fasst Falk Senger, Geschäftsführer Messe München, den schweren Entscheidungsprozess zusammen. Anders als bei anderen internationalen Messen werde für Mitte Dezember auch keine Onlineveranstaltung geplant. Stattdessen soll es im Frühsommer 2021 eine „Messe vor der Messe“ geben, um die Zeit bis zur turnusgemäß nächsten Automatica im Jahr 2022 zu verkürzen, heißt es. Geplant ist nach jetzigem Stand, ein im Gegensatz zur eigentlichen Veranstaltung „verkleinertes Präsenzformat mit digitalen Elementen“. Gleichzeitig soll das digitale Angebot rund um die Automatica ausgebaut werden, beispielsweise durch regelmäßige Onlinefachdiskussionen der Reihe „Let‘s Talk by automatica“. Dort sollen dann auch wesentliche Bausteine des für Dezember geplanten Programms behandelt werden.

Messeveranstalter planen flexibler

Während andere internationale Fachmessen wie die SPS in Nürnberg in diesem Jahr nun doch nicht mehr als Präsenzveranstaltungen stattfinden, steht die Wire in Düsseldorf weiter auf dem Plan. Vom 7. bis 11. Dezember soll die internationale Weltleitmesse der Draht-, Kabel- und Rohrindustrie in der Rheinmetropole stattfinden. Mit dem internationalen Caravan Salon hatte die Messe vor wenigen Wochen bereits den Neustart nach dem monatelangen Lockdown gewagt.

Bei der Deutschen Messe AG in Hannover denkt man bereits weiter und plant die Hannover Messe 2021 bereits flexibel. Die Aussteller sollen selbst entscheiden, wie sie in Zeiten der Corona-Pandemie auf einer Messe vertreten sein wollen. Vom analogen Stand über hybride Angebote bis hin zur rein virtuellen Präsenz sollen dafür im kommenden Jahr Lösungen bereitgestellt werden. „In Gesprächen mit unseren Ausstellern hören wir häufig, dass vor allem die Neukundenansprache ohne Messen kaum möglich ist. Es braucht ein konkretes Datum im Kalender, an dem Menschen zusammenkommen, Innovationen gebündelt und Orientierung geboten wird“, sagte dazu Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe.

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