Kontaktverbote treffen gerade Ältere 31. Mrz 2020 Von Regine Bönsch

Senioren können digital

Mit Macht stemmen sich immer mehr Senioren gegen die Vereinsamung in Zeiten der Corona-Krise. Sie stellen unter Beweis, dass sie Smartphone, Tablet, Notebook & Co. beherrschen.


Foto: panthermedia.net/Martina Ebel

Maria (79) freut sich über ihr iPhone und den Apple-Dienst Facetime, über den sie mit ihrem Enkel videotelefonieren kann. Günther (70) wird heute Abend wieder mit seinen Skat-Freunden über Zoom ein Schwätzchen halten. Bei Helga (73) hat die Tochter über die Fernwartungssoftware Teamviewer geholfen, jetzt Skype einzurichten.

Die drei Senioren leiden wie Millionen Menschen ihrer Altersklasse ganz besonders unter der Corona-Pandemie. Im fortgeschrittenen Alter gelten sie als Risikogruppe, die besonders schutzbedürftig ist. Gerade sie sollen jetzt zu Hause bleiben. Und das kann auch ein Zimmer im Altersheim bedeuten. Besuche von Kindern, Enkeln und Freunden sind tabu. Nicht jeder schafft körperlich einen Spaziergang. Und so werden denn viele Senioren in diesen Tagen noch einsamer.

Digitaltechnik gegen das Alleinsein

Smartphone, Tablet, Notebook & Co. können hier Abhilfe schaffen. Das wussten die Mitarbeiter vom Digital-Kompass schon vor der Epidemie. Der Digital-Kompass ist ein Projekt der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und von „Deutschland sicher im Netz“ in Partnerschaft mit der Verbraucher Initiative und unter Förderung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz. Es soll ältere Menschen zur sicheren Teilhabe an der Digitalisierung befähigen. Deutschlandweit unterstützen Internetlotsen an über 50 Standorten ältere Menschen dabei, digitale Angebote selbst auszuprobieren.

Hohe Akzeptanz von Lösungen

In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten müssten diese Wissensvermittler in Senioreninternetcafés, Seniorenbüros oder Mehrgenerationenhäusern eigentlich vor einem Problem stehen. Die Realität überrascht jedoch mit einer hohen Akzeptanz von digitalen Lösungen.

Darauf hofft auch das Deutsche Rote Kreuz, das im Kreis Helmstedt für seine Seniorenheime iPads angeschafft hat. Die Bewohner, die zurzeit keinen Besuch erhalten dürfen, können jetzt über Facetime mit ihren Lieben chatten.

Bits und Bytes statt Kaffee und Kuchen

„Ältere Menschen wünschen sich, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben – dies gilt besonders in Zeiten der Isolation“, so Joachim Schulte, Projektleiter des Digital-Kompass beim Verein „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN). „Derzeit beobachten wir, dass unsere Onlineveranstaltungen einen starken Zuwachs erhalten: Mittlerweile hängen wir mit bis zu 50 Teilnehmern jenseits des Renteneintritts gleichzeitig in unseren Onlinevorträgen, digitalen Stammtischen und Onlinesprechstunden, deshalb werden wir das jetzt noch weiter ausbauen.“

Das Leben in den Digital-Kompass-Treffs war vor der Corona-Pandemie von Kaffeeduft, Nähe und viel persönlicher Interaktion geprägt – gemeinsam am Bildschirm oder dem Smartphone. Nun, in Zeiten von sozialer Distanz, verlagere sich vieles in die digitalen Kanäle.

Viele Ideen stammen von Älteren

Auch erfahrene Wissensvermittler des Projekts reagieren mit Gelassenheit und Zuversicht auf die aktuelle Lage. „Wir nutzen jetzt alle digitalen Möglichkeiten, die wir in entspannten Zeiten geübt haben. Unser Mittwochstreff erfolgt über Skype“, berichtet Klaus Heidrich, Standort-Koordinator aus Neu Schloen in Mecklenburg-Vorpommern. Er ist überzeugt: „Unsere Teilnehmer haben keine Langeweile und fühlen sich nicht einsam. Das schönste für mich ist, dass wir Älteren den Großteil der Ideen, die der Digital-Kompass heute anbietet, selbst entwickelt haben.“

Webinare sind gefragt

„Der Bedarf älterer Menschen an digitaler Teilhabe steigt enorm“, stellt Projektleiter Schulte fest. „Das spüren wir täglich in unserer Arbeit. Noch vor Kurzem war ein Livestreaming, ein Webinar oder eine Videokonferenz für viele Ältere eine technische Spielerei: Heute ist es eine zwingende Voraussetzung, um sich weiterhin fortzubilden und auszutauschen.“

Auch mit dem Projekt Digitaler Engel will die Initiative „Deutschland sicher im Netz“ ältere Menschen bei der Nutzung digitaler Angebote unterstützen. Geplante Veranstaltungen wie der Bürgerdialog mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey auf ihrer Reise quer durchs Land müssen aktuell leider ausfallen. Dafür soll in der kommenden Woche ein neues Onlineformat mit dem Titel „Marktplatz digital“ an den Start gehen.

Konferenz im Netz

Der Digital-Kompass glaubt an die Senioren und hat eine ganze Konferenz ins Netz verlegt. Am 2. April steht ab 10:00 Uhr das Thema „Alles rund ums Geld“ auf der Agenda. Pierre Du Bois von Ebay Kleinanzeigen, Martin Stein vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband und David Stachon von Generali Deutschland sollen die älteren Menschen informieren.

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