B-2 Spirit der USAF übt mit RAF 19. Mrz 2020 Von Peter Steinmüller

Tarnkappenbomber unterwegs auf Europatour

Die strategischen Bomber vom Typ B-2 üben das Verlegen aus den USA und Einsätze über dem Nordatlantik.

Ein B-2-Bomber über der Nordsee vergangene Woche. Die Flüge gingen ohne Zwischenlandung von Großbritannien über Island und wieder zurück.
Foto: U.S. Air Force photo by Master Sgt. Matthew Plew.

Bei ihrem Abstecher nach Europa üben die Northrop B-2 auch das Zusammenwirken mit eigenen Flugzeugen, so wie hier mit den Jagdflugzeugen McDonnell Douglas F-15 C der USAF. Die Flugzeuge haben gerade Hitzefackeln ausgestoßen, um anfliegende Lenkwaffen mit Hitzesuchkopf abzulenken.
Foto: U.S. Air Force photo/ Master Sgt. Matthew Plew, Public Domain

Hier fliegen die Northrop B-2 und McDonnell Douglas F-15 C der USAF mit zwei Lockheed Martin F-35 der norwegischen Luftstreitkräfte in Formation. B-2 und F-35 sind sogenannte Stealth-Flugzeuge, die mit Radar nur schwer zu erfassen sind.
Foto: U.S. Air Force photo by Tech. Sgt. Matthew Plew

Auf dem Weg nach Island wurden die Northrop B-2 in der Luft betankt. Hier hängt bei dieser Übung ein Jagdflugzeug vom Typ McDonnell Douglas F-15 C am Ausleger des Tankflugzeugs KC-135.
Foto: U.S. Air Force photo/ Master Sgt. Matthew Plew

Während der Übung müssen auf dem Stützpunkt RAF Fairford die Northrop B-2 kontinuierlich gewartet werden. Die Verlegung testet auch, inwieweit das Bodenpersonal seine Aufgaben in fremder Umgebung erfüllen kann.
Foto: U.S. Air National Guard photo by Tech. Sgt. Colton Elliot

Auf den Azoren zeigt ein B2-Pilot anderen Soldaten das Innere des Bombenschachts. Die Northrop B-2 kann rund 20 t Bomben und Lenkwaffen transportieren.
Foto: U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Kayla White)

Auf der Luftwaffenbasis Whiteman wird eine Northrop B-2 in Szene gesetzt. Der Festakt am 17. Juli 2019 erinnerte an den 30. Jahrestag des Jungfernflugs.
Foto: U.S. Air Force photo by Senior Airman Thomas M. Barley

Eine Northrop B-2 während einer Luftbetankung. Die Maschine kann bis zu 35 Stunden in der Luft bleiben. Eine chemische Toilette und eine Matratze helfen der zweiköpfigen Besatzung dabei, so lange fit zu bleiben.
Foto: U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Jordan Castelan

Eine Northrop B-2 auf der Startbahn des Stützpunkts RAF Fairford. Regelmäßige Verlegungen ins Ausland gehören für die B-2-Teams zur Routine.
Foto: U.S. Air National Guard photo by Tech. Sgt. Colton Elliot

Im Kalten Krieg verlegten regelmäßig Langstreckenbomber des Typs Boeing B-52 Stratofortress nach Großbritannien. Der Typ hat gute Chancen, seinen Nach-Nachfolger B-2 in der Nutzungsdauer zu übertreffen und rund 100 Jahre im Dienst zu sein.
Foto: U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Philip Bryan

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Neulich Portugal, jetzt Großbritannien: Die US Air Force übt mit einigen ihrer Tarnkappenbomber Northrop B-2 Spirit von europäischen Flughäfen aus. Ungewöhnlich an der vor knapp 30 Jahren erstmals geflogenen B-2 ist zum einen ihre Auslegung als Nurflügelflugzeug ohne Höhen- und Seitenleitwerk sowie ihre Stealth-Eigenschaften, die sie für Radarsysteme schwer erfassbar macht. Das mit Abstand teuerste Kampfflugzeug der Welt ist ein strategischer Bomber, der 35 Stunden in der Luft bleiben und mit einer Waffenlast von knapp 20 t Ziele in einer Entfernung von 10 000 km angreifen kann.

Unterstützung durch Tankflugzeuge

Die drei Flugzeuge trafen von ihrem Stationierungsort in Missouri auf dem portugiesischem Stützpunkt Lajes auf den Azoren am 9. März ein. Begleitet wurden sie von Tankflugzeugen des Typs KC-10 Extender, die die B-2 bei ihren Einsätzen stets unterstützen und auch bei dieser Verlegung die Bomber über dem Atlantik mit Treibstoff versorgten. Einen Tag später flogen die Maschinen weiter zum britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford im Südwesten Englands. Hatten die B-2 auf dem Weg dorthin bereits Übungsangriffe an der Nordspitze von Schottland geflogen, so folgten nun Langstreckeneinsätze über dem Nordatlantik bis nach Island. Dabei übten die Bomberbesatzungen das Zusammenwirken mit in Europa stationierten Flugzeugen der US Air Force sowie mit den Luftstreitkräften europäischer Nato-Staaten, etwa der Luftwaffe Norwegens. Diese übte das Abfangen der B-2 mit ihren neuen Kampfflugzeugen F-35 – also Tarnkappenbomber gegen Tarnkappenjäger.

„Wie Batman im Sturzflug“

Die Tageszeitung Daily Mail zitierte einen Piloten eines Kleinflugzeuges, der die B-2 Spirit in Fairford aus der Luft begutachtet hatte: „Sie strahlen ein bisschen Düsterkeit aus – als wenn Batman damit im Sturzflug herabstoßen könnte.“ Mit einem offensichtlichen Seitenhieb auf die Coronakrise ließ sich Jeff Harrigian, Kommandeur der US-Luftstreitkräfte in Europa, mit den Worten zitieren: „Die Welt erwartet, dass die Nato und die USA ihre Übungen entschlossen fortsetzen, ohne Rücksicht auf externe Herausforderungen.“

Die B-2 Spirit üben regelmäßig in Europa. Zuletzt waren sie im Herbst vergangenen Jahres in Fairford stationiert. Damals landeten sie auch in Island, wohl als politisches Signal, dass die USA entschlossen sind, die Wege über den Nordatlantik für die Nato offenzuhalten. Die vorübergehende Stationierung schwerer US-Bomber in Großbritannien, im Kalten Krieg eine Routineaufgabe, wurde mit der Besetzung der Krim durch Russland und dessen Krieg in der Ukraine seit 2014 wieder aufgenommen.

Erster Kriegseinsatz im Jugoslawienkrieg

Die B-2 wurde etliche Male seit ihrer Indienststellung im Jahr 1993 in kriegerischen Auseinandersetzungen eingesetzt. Zum ersten Mal geschah dies 1999 im Kosovokrieg, als zwei Maschinen von ihrer Basis in Missouri abhoben und in einem 31-stündigen Nonstop-Flug Kasernen, Kommunikationseinrichtungen und Luftabwehrsysteme in Jugoslawien angriffen. Politisch geriet der Einsatz zum Desaster, weil eine Lenkwaffe die chinesische Botschaft traf. Den längsten Kampfeinsatz in der Geschichte der Luftfahrt mit einer Dauer von 44 Stunden flogen B-2 Ende des Jahres 2001. Die Flugzeuge starteten in den USA, griffen Ziele in Afghanistan an und landeten auf der Pazifikinsel Guam. Dort bewaffnete und betankte sie das Bodenpersonal bei laufenden Triebwerken. Die Maschinen flogen damit erneut Angriffe über Afghanistan und kehrten schließlich zur Whiteman Air Force Base zurück.

Von den 21 gebauten B-2 werden noch 19 im Einsatz geflogen. Eine dient als Testflugzeug, eine andere ging bei einem Unfall verloren.

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