Nachhaltigkeit und künstliche Intelligenz in Las Vegas 07. Jan 2020, 12:00 Uhr Von Jens D. Billerbeck

Technikmesse CES zeigt Innovationen rund ums Auto

Elektronik und Digitales auf breiter Front sind seit jeher die Domäne der Technikmesse CES in Las Vegas. Mehr denn je steht dieses Jahr auch das Auto der Zukunft im Fokus der Messe.

Viel Sicht, wenig Schatten: Die digitale Sonnenblende Virtual Visor hat auf der CES 2020 Premiere.
Foto: Bosch

Daimler-Chef Ola Källenius stellte das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt seiner Präsentation am Vorabend der Eröffnung der laut Veranstaltern größten Elektronikmesse weltweit. So hat der Autobauer sich zum Ziel gesetzt, seine Neuwagenflotte bis 2039 CO2-neutral zu machen. Wichtig sei dabei vor allem, den Ressourcenverbrauch vom Wachstum abzukoppeln und nicht weiter steigen zu lassen. „Wir achten die Grenzen unseres Planeten. Aber wir wollen keine neuen Grenzen für die Mobilität“, sagte Källenius. Dazu präsentierte er den aus nachhaltigen Materialien gebauten Konzeptwagen Vision AVTR. Der orientiert sich im Design, aber auch bei der Interaktion zwischen Mensch, Maschine und Umwelt an der Welt aus David Camerons Hollywood-Blockbuster „Avatar“ und soll zu einem Teil der Mercedes-Elektromarke EQ werden. Mit seiner organischen, also metallfreien Batterie auf Wasserbasis ist er allerdings noch Zukunftsmusik; bis zum praktischen Einsatz dürfte es laut Daimler noch um die 15 Jahre dauern.

Sony zeigt Elektroauto

Überraschend präsentierte auch ein großer Elektronikkonzern den Prototypen eines Elektrofahrzeugs. Lange war dies aus dem Hause Apple erwartet worden, doch auf der CES, die noch bis kommenden Freitag geöffnet ist, kommt der Paukenschlag aus dem Hause Sony. Vision-S soll laut Konzernchef Kenichiro Yoshida zeigen, welche Möglichkeiten in den technischen Entwicklungen seines Unternehmens stecken. Dazu zählen Software, Sensoren und Sicherheitstechnik ebenso wie ein komplettes Entertainmentsystem. „Dieser Prototyp verkörpert unseren Beitrag zur Zukunft der Mobilität“, sagte Yoshida.

Bosch setzt auf künstliche Intelligenz

Auch deutsche Zulieferer für die Automobilindustrie haben in Las Vegas ihren großen Auftritt. Bosch setzt auf robuste und sichere künstliche Intelligenz (KI), um viele Produkte smarter zu machen. So feiert auf der weltgrößten Messe für Konsumelektronik der Virtual Visor, eine KI-basierte, digitale Fahrzeugsonnenblende Weltpremiere. Das Produkt hat ebenso einen CES Innovation Award gewonnen wie Boschs 3-D-Display fürs Auto. Zu den weiteren KI-Highlights des Unternehmens auf der Messe zählen eine Anwendung für die vorausschauende Wartung der Raumstation ISS, ein System zum Beobachten des Fahrzeuginnenraums sowie eine smarte Plattform für die medizinische Diagnose. „Die Lösungen, die wir auf der CES zeigen, verdeutlichen: Bosch will auch im Bereich der KI zum Innovationsführer werden“, sagt Bosch-Geschäftsführer Michael Bolle. „Ab 2025 enthält jedes Bosch-Produkt künstliche Intelligenz oder wurde mit ihrer Hilfe entwickelt beziehungsweise produziert.“

Dazu hat Bosch ein umfangreiches Schulungsprogramm ins Leben gerufen: „Innerhalb der kommenden zwei Jahre werden wir annähernd 20 000 Mitarbeiter fit für KI machen“, erklärt Bolle. „Wir müssen nicht nur in die künstliche, sondern auch in menschliche Intelligenz investieren.“ Das Programm beinhaltet Trainingsformate für Führungskräfte, Entwicklungsingenieure und KI-Entwickler auf drei unterschiedlichen Niveaus und schließt Leitlinien für den verantwortungsvollen Umgang mit KI ein. Hierfür hat Bosch einen eigenen KI-Kodex erarbeitet, der die Fragen nach KI-Sicherheit und -Ethik aufgreift. Das Unternehmen will damit und mit seinem Know-how Vertrauen schaffen, bei Kunden wie bei Partnern: „Wer sowohl technische als auch ethische Prinzipien verinnerlicht hat, weiß, welchen Stellenwert Datensicherheit und -hoheit haben“, ist Bolle überzeugt. „Vertrauen ist sozusagen die Produktqualität der digitalen Welt.“

Osram baut auf Licht

Auch Osram will mit photonikbasierten Anwendungen auf der CES punkten. Das sind Produkte, die nicht nur mit Elektronen arbeiten, sondern auch mit Licht, mit Photonen. Beispielsweise helfen Technologien des Münchner Unternehmens autonomen Fahrzeugen dabei weiter, besser „sehen“ zu können, sie sorgen in 3-D-Sensorik und Gesichtserkennungssystemen für mehr Sicherheit und lassen als Kernelement moderner Beleuchtungssysteme Pflanzen schneller wachsen. Weiter präsentiert Osram auf der diesjährigen CES innovative Technologien für Automobilbeleuchtung, LED-Projektion, Biomonitoring und Biometrie. „In seiner mehr als 110-jährigen Geschichte hat Osram den Wandel stets mitgestaltet. Die Fähigkeit, unser Geschäft zu verändern und ständig zu verbessern, ist der Schlüssel zu unserem Erfolg und unserer Beständigkeit“, erklärt Stefan Kampmann, Chief Technology Officer der Osram Licht AG. „Heute fokussieren wir uns voll und ganz auf die Photonik und entwickeln Lösungen und Technologien, die das Leben der Menschen auf der ganzen Welt verbessern können.“

Tags: Autoelektronik, IT

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