Neue Mobilfunktechnik auf dem höchsten Berg der Welt 05. Mai 2020 Von Regine Bönsch

Chinesen erobern den Mount Everest mit 5G

Die Chinesen haben 5G auf dem Dach der Welt, im Himalaja-Gebirge, installiert. Zumindest zeitweise bieten sie von dort spektakuläre Liveblicke in die Landschaft an.

5G-Basisstation auf 6500 m.
Foto: Huawei

Das Bild ruckelt leicht, im Hintergrund singt ein chinesischer Chor zu Trommelmusik. Und dann ist da der spektakuläre Blick auf den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest. Die Kamera dreht sich leicht – dies ist ein echter Live-Stream der Nachrichtenagentur Xinhua (Neues China), der auf Youtube unter https://youtu.be/wighpyQ-DyE zu sehen ist.

Dem Mobilfunkriesen Huawei und dem Betreiber China Mobile ist es gelungen, auf dem Dach der Welt drei Basisstationen mit 5G-Technik an Bord zu installieren. „Die Schönheit des Mount Everest kann über 5G-High-Definition-Video und VR-Erfahrung dargestellt werden, was auch Bergsteigern, Wissenschaftlern und anderen Spezialisten weitere Einblicke in die Natur ermöglicht“, heißt es in der Pressemitteilung. Und es wird noch etwas pathetischer: „Die bahnbrechende Einrichtung auf dem Mount Everest beweist einmal mehr, dass die 5G-Technologie Mensch und Erde harmonisch miteinander verbindet.“

25 km Glasfaser in kalter Berglandschaft

China Mobile hat nach eigenen Angaben mehr als 150 Mitarbeiter für den Aufbau und die Wartung der Anlage entsandt. 60 Jahre nach der Erstbesteigung und 45 Jahre nach der ersten Vermessung seien für die 5G-Installation in den kalten Bergzonen 25 km Glasfaserkabel verlegt worden. Die drei Stationen befinden sich auf der Nordseite in 5300 m, 5800 m und 6500 m Höhe. Zwar sind aktuell wegen der Corona-Pandemie Besteigungen des 8848 m hohen Berges nicht erlaubt. Doch, so versprechen es die Protagonisten: Kletterer, Wissenschaftler und Landvermesser können künftig 5G-Dienste nutzen und müssen keine teuren und schweren Satellitentelefone mehr schleppen.

Für Vermessung gedacht

Es steckt aber auch politisches Kalkül hinter der Installation der 5G-Antennen an diesem speziellen Ort. Da möglicherweise die Höhenmessung vor 45 Jahren noch nicht so exakt war, wollen die Chinesen jetzt das Bergmassiv mit der Mobilfunktechnik vermessen. Die Grenze zwischen der autonomen Region Tibet, die zu China gehört, und Nepal verläuft genau durch den Gipfel des welthöchsten Berges. China beansprucht die nördliche Hälfte, wo die Antennen installiert sind. Noch in diesem Jahr – so zumindest die Planung – sollen die Basisstationen wieder abgebaut werden.

Huawei baut auch in Deutschland kräftig auf

Der Netzausrüsterriese Huawei ist derweil auch in Deutschland schwer aktiv und baut aktuell neben Ericsson und Nokia hierzulande 5G-Netze aus. Doch das chinesische Engagement ist nicht zur Freude aller: „Durch die Corona-Krise besteht die Gefahr, dass die Telekom-Anbieter in Deutschland vollendete Tatsachen schaffen“, warnte der Außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Nils Schmid, gegenüber der ARD. Mit „vollendeten Tatsachen“ meint er den Ausbau von Vodafone und Telekom, ohne gesetzliche Vorgaben. Seit Langem warnen die USA und andere vor Sicherheitslücken in den Netzen von Huawei.

Politik uneins über Engagement der Chinesen

Oder wie der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen, es formulierte: „Dem chinesischen Staat und der kommunistischen Führung können wir nicht das deutsche 5G anvertrauen!“ Die Große Koalition ist sich uneins, wie mit Huawei-Technik zu verfahren ist. Kanzlerin Angela Merkel, Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier wollen den Technikgiganten nicht pauschal ausschließen. Bundesaußenminister Heiko Maas dagegen warnt davor, sich bei kritischen Infrastrukturen wie den 5G-Netzen von anderen abhängig zu machen.

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