Nasa-Teleskop 30. Jan 2020, 09:37 Uhr von dpa/Iestyn Hartbrich

Teleskop Spitzer wird abgeschaltet

Eigentlich sollte das Infrarotteleskop Spitzer nur rund zwei Jahre den Weltraum beobachten, doch daraus wurden fast 17, mit vielen spannenden Entdeckungen. Jetzt gibt es einen Nachfolger.


Foto: NASA/JPL-Caltech/N. Smith (Univ. of Colorado at Boulder)

Ein weiterer Staubring um den Saturn und Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Das Weltraumteleskop Spitzer war an vielen spektakulären Entdeckungen maßgeblich beteiligt. Fast 17 Jahre lang habe das Teleskop „mit Infrarotwellenlängen nie dagewesene Blicke ins Universum“ ermöglicht, sagt Nasa-Projektmanager Michael Werner. Aber Spitzer ist altersschwach und soll am heutigen Donnerstag (30. Januar) endgültig abgeschaltet werden. Vor rund anderthalb Jahren erst war die Mission eines weiteren bedeutenden Weltraumteleskops zu Ende gegangen: dem berühmten Kepler war der Sprit ausgegangen.

Die Spitzer-Mission war ursprünglich auf zweieinhalb Jahre angelegt. Das nach dem Astrophysiker Lyman Spitzer benannte Teleskop startete am 25. August 2003 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus – als letztes der vier sogenannten „Great Observatories“ (Große Beobachtungsinstrumente) der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Die Vision: Vier Teleskope mit verschiedenen Technologien untersuchen den Weltraum auf verschiedene Weise und erstellen damit eine Art Panorama. Weiterhin aktiv bleiben das 1990 gestartete Hubble-Teleskop und das 1999 gestartete Chandra X-ray Observatory. Das 1991 gestartete Compton Gamma Ray Observator funktionierte bis ins Jahr 2000. Spitzer soll sich nun verabschieden.

Weiter weg von der Erde als gedacht

Das Teleskop folgte der Erde auf ihrem Weg um die Sonne, fiel aber mit der Zeit immer weiter zurück, was für Probleme mit den solarbetriebenen Batterien sorgte. Auch das Helium, das die Instrumente des Teleskops gekühlt hat, ist schon lange ausgegangen. „Spitzer ist weiter von der Erde weg, als wir je dachten“, hatte Nasa-Manager Sean Carey zum 15. Jubiläum des Teleskops gesagt. Mit „kreativen und erfindungsreichen“ Lösungen kitzelten die Ingenieure trotzdem noch ein paar Jahre heraus.

Tausende Wissenschaftler haben mit „Spitzer“ deutlich mehr als 100 000 Stunden lang das All beobachtet, die Daten daraus sind in mehr als 8600 wissenschaftliche Aufsätze eingegangen, außerdem in zahlreiche Doktorarbeiten und Bücher. Zu den bedeutendsten Entdeckungen des Teleskops gehören ein gigantischer Staubring um den Saturn und mehrere Exoplaneten.

Daten sind weiter zugänglich

Mit der Abschaltung sei die Spitzer-Mission aber noch nicht vorbei, sagen Wissenschaftler. Die vom Teleskop gesammelten Daten werden archiviert und sind Forschern weiter zugänglich. Bei einer wissenschaftlichen Konferenz Mitte Februar in Kalifornien soll die Mission zudem noch einmal gefeiert werden.

Und auch einen Nachfolger gibt es schon: Nachdem das im April 2018 gestartete Nasa-Teleskop Tess (Transiting Exoplanet Survey Satellite) Wissenschaftler schon mit ersten Beobachtungen erfreut hat, soll nun der Star der Teleskop-Flotte endlich in die Gänge kommen: Das James-Webb-Teleskop, benannt nach dem zweiten Nasa-Geschäftsführer, hatte eigentlich schon 2018 loslegen sollen, derzeit wird ein Start für März 2021 angepeilt. Das Teleskop soll 1,5 Mio. km weit ins All fliegen und unter anderem mithilfe eines 25 m2 großen Spiegels neue Bilder aus dem frühen Universum liefern.

Tags: Raumfahrt

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