110-t-Bohrer abgesenkt 13. Apr 2021 Von dpa/kur

Tunnel für Starkstromleitung

In 13 m Tiefe wird in Niedersachsen ein begehbarer Tunnel für eine Stromautobahn gebaut, die Strom aus Offshore-Windkraft transportieren soll.


Foto: Siemens Gamesa

Mit einer spektakulären Aktion hat ein Schwerlastkran am Dienstagmorgen im westfälischen Legden einen 110 t schweren Großbohrer 13 m tief in eine Baugrube abgesenkt. Der Bohrer werde nach Vorbereitungsarbeiten ab der nächsten Woche damit beginnen, einen 2 km langen und 3,60 m breiten Tunnel für eine Höchstspannungsleitung vorzutreiben, sagte der Sprecher des Netzbetreibers Amprion, Jonas Knoop. „Einen begehbaren Energietunnel dieser Größe – das gab es bei uns im Netzausbau noch nie.“

12 m am Tag für 380 kV

Der Bohrer schaffe 12 m Ausbau am Tag und rücke auf einer Metallkonstruktion nach vorne. Der entstehende Tunnel werde durch Stahlbetonringe stabilisiert, sagte der Sprecher.

Die künftige Leitung zählt mit 380 kV Wechselstrom zur höchsten Spannungsebene. Die neue Stromautobahn soll große Mengen Windstrom aus Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee zum Netzknotenpunkt Wesel am Niederrhein bringen. Von dort wird der Strom weiter ins Rheinland und ins Ruhrgebiet verteilt. Insgesamt umfasst die geplante Leitung 180 km von Dörpen in Niedersachsen bis Wesel. Die Leitung ist ein wichtiges Energiewendeprojekt.

Bohren bis Oktober

Das Absenken des schweren Bohrers an dicken Stahlseilen habe ohne Probleme geklappt, berichtete der Sprecher. Der Schwerlastkran habe mit dem Gewicht keine Schwierigkeiten gehabt – er sei sogar für Gewichte von bis zu 500 t ausgelegt. Bis zum Oktober soll die Bohrung abgeschlossen sein. Die Gesamtleitung solle nach jetzigem Stand 2024/25 in Betrieb gehen, sagte der Amprion-Sprecher.

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