Umwelt 02. Sep 2022 Von André Weikard

EU plant Energielabel für Handys und Tablets

Ob Apples iPhone tatsächlich nachhaltig ist oder der Akku von Samsungs Galaxy-Tablet etwas taugt, erfahren Verbraucher in der EU womöglich bald auf den ersten Blick. Die EU-Kommission plant ein Energielabel.

Die Nachhaltigkeit von Handys und Tablets soll für Verbraucher und Verbraucherinnen nachvollziehbarer werden. Die EU-Kommission plant daher ein Energielabel.
Foto: panthermedia.net/ Lev Dolgachov

Bei Haushaltsgeräten ist es längst üblich: Waschmaschine, Trockner und Co. sind mit einem Label gekennzeichnet, das den Energieverbrauch ausweist. Nach Plänen der EU-Kommission soll eine solche Auszeichnung bald auch für Handys und Tablets zur Pflicht werden. Die Verbraucher sollen nicht nur über die Energieeffizienz informiert werden, sondern auch darüber, wie leicht sich das Gerät reparieren lässt. Ein entsprechender Gesetzentwurf sieht eine Skala von Grün bis Rot vor, wie das Magazin „Business Insider“ berichtet.

Auch die Buchstabenfolge von „A“ für hocheffiziente bis „G“ für energieintensive Geräte soll auf die Elektronikartikel übertragen werden. Verbraucher sollen sich auf diesem Wege auch darüber informieren können, wie viele Ladezyklen ein Akku durchhält bzw. ab wann seine Leistung abnimmt.

Energielabel für Handys und Tablets hängt von der Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten ab

Die Umsetzung hängt von der Zustimmung des EU-Parlaments wie der EU-Staaten ab. Selbst wenn alle beteiligten Institutionen zustimmen, ist in dem Gesetzentwurf eine Übergangsfrist von 18 Monaten vorgesehen, die es der Industrie ermöglich soll, ihre Produkte entsprechend zu kennzeichnen. Schon im März hatte die EU-Kommission angekündigt, Umweltvorgaben für zahlreiche weitere Warengruppen von Bekleidung bis hin zu Möbeln zu machen.

Anna Cavazzini, Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im EU-Parlament, begrüßt die Gesetzesinitiative: „Endlich schlägt die Europäische Kommission ein Energielabel mit Angaben zur Reparierbarkeit vor“, so die Grünen-Politikerin. Sie fordert aber eine weitergehende Regelung. „Denn ein echter Reparaturindex darf sich nicht auf Smartphones und Tablets beschränken, sondern muss für alle Geräte gelten.“ Zudem müssten Verbraucherinnen und Verbraucher Zugang zu Ersatzteilen und Anleitungen haben.

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