Klimaschutz 30. Jun 2021 Von Peter Kellerhoff

Seehäfen unterzeichnen Absichtserklärung für Landstromprojekt

Ab 2028 sollen in den Häfen von Rotterdam, Antwerpen, Hamburg sowie Bremen und in den Haropa Ports Stickoxide und Kohlendioxid reduziert werden.


Foto: panthermedia.net/Sascha Burkard

Fünf Seehäfen in Nordwesteuropa haben eine Kooperation zur Reduzierung von Emissionen an den Liegeplätzen der Häfen vereinbart. Ab 2028 sollen große Containerschiffe in den Häfen von Rotterdam, Antwerpen, Hamburg und Bremen sowie in den Haropa Ports (Le Havre, Rouen und Paris) mit Landstrom versorgt werden, sodass die Schiffsgeneratoren nicht verwendet werden müssen. Die Stromversorgung erfolgt über Stromnetzkabel.

Nutzung von Landstrom ist komplex

Es besteht Unklarheit über die künftige (EU-)Politik hinsichtlich der Frage, ob die Nutzung von Landstrom vorgeschrieben werden soll. Internationale Regeln sind erforderlich, um zu vermeiden, dass sich die Wettbewerbsposition der in puncto Nachhaltigkeit führenden Häfen verschlechtert. Überdies werden die hohen Investitionen in die Landstrom-Infrastruktur nur schwer ohne staatliche Unterstützung realisiert werden können. Zum aktuellen Zeitpunkt ist zudem nur eine begrenzte Zahl von Containerschiffen mit einem Landstromanschluss ausgerüstet.

Die Häfen wollen ein Zeichen setzen

Die Häfen von Rotterdam, Antwerpen, Hamburg und Bremen sowie die Haropa Ports haben daher vereinbart, sich gemeinsam dafür einzusetzen, dass bis ca. 2028 Landstromanlagen für Containerschiffe ab 14 000 TEU (Twenty-Foot Equivalent Unit: 20-Fuß-Iso-Container) verfügbar sind. In diesem Segment ist es zunehmend üblich, dass neue Schiffe mit einem Landstromanschluss ausgestattet werden. Um ihr Engagement zu zeigen und ein klares Statement abzugeben, unterzeichneten Vertreter dieser Häfen eine Absichtserklärung. So zeigen sie, dass sie sich nach Kräften dafür einsetzen werden, die erforderlichen Voraussetzungen und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, um die Einführung von Landstrom für ihre Kunden zu unterstützen.

Außerdem plädieren die Häfen gemeinsam für einen klaren gesetzlichen (EU-)Rahmen zur Nutzung von Landstrom oder einer gleichwertigen Alternative. Die Häfen wünschen auch eine Freistellung von der Energiesteuer für Landstrom sowie ausreichend öffentliche Mittel zur Realisierung dieser Landstromprojekte.

Zero Emission am Liegeplatz

Für Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority, ist das Memorandum of Understanding ein großartiges Beispiel dafür, wie die größten europäischen Häfen die Initiative ergreifen, um den Verkehr nachhaltiger zu gestalten. „Es ist ein erster Schritt zu einem ‚Zero Emission am Liegeplatz‘-Standard – weitere werden folgen. Um erfolgreich zu sein, brauchen wir die breite Unterstützung aller beteiligten Akteure, insbesondere unserer Hafenstädte, Terminalbetreiber und Reeder.“

Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam, ergänzt: „Diese internationale Zusammenarbeit ist für den Erfolg des Landstromprojekts von grundlegender Bedeutung. Die beteiligten Häfen werden das Vorgehen hinsichtlich Landstrom aufeinander abstimmen. Abgezielt wird auf eine Standardisierung, geringere Kosten und eine Beschleunigung der Nutzung von Landstrom unter Beibehaltung gleicher Bedingungen zwischen den Häfen.“

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