Energiewende im Verkehr 26. Sep 2019, 16:14 Uhr Stephan W. Eder

Verkehrsminister Scheuer fordert mehr Tempo bei Brennstoffzellen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat mehr Tempo bei der Verbreitung von Antrieben mit sogenannten Wasserstoff-Brennstoffzellen gefordert.

Toyota Mirai Brennstoffzelle Brennstoffzellenauto Brennstoffzellenantrieb Querschnitt Röntgenbild Batterie durchsichtig Schnittbild Der Mirai, unterscheidet sich im alltäglichen Gebrauch nicht von einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, außer dass es statt mit Benzin mit Wasserstoff betankt und nicht von einem Verbrennungsmotor, sondern von einem leistungsstarken Elektromotor angetrieben wird und somit nichts als Wasserdampf ausstößt. Der Wasserstoff wird in zwei speziell entwickelten Tanks unter dem Fahrzeuginnenraum des Mirai gespeichert und von der Brennstoffzelle in Strom umgewandelt. Dank des Zusammenspiels der Hochleistungs-Brennstoffzelle und des 113 kW (154 PS) starken Elektromotors garantiert der Mirai in jeder Situation eine optimale Performance und nachhaltigen Fahrspaß, ohne dass du dabei auf Leistung oder Komfort verzichten musst. Mit einer Reichweite von 500 km können Wasserstoffautos mit Benzinern mithalten und sind keineswegs nur für den Stadtverkehr geeignet. Da außerdem der Tankvorgang nur etwa 3 Minuten dauert, muss die Fahrt nie lange unterbrochen werden.
Foto: Toyota Deutschland GmbH

Auf der Bundestagung des Kraftfahrzeug-Gewerbes in Berlin warnte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) davor, bei alternativen Antrieben allein auf Elektromotoren zu setzen. „Ich finde, die Eingrenzung auf nur Elektromobilität zu kurz gesprungen.“ Es bräuchte alle Mobilitätsvarianten und Antriebstechnologien, darunter zählte Scheuer auch Verbrennermotoren, berichtete die Deutsche Presse-Agentur.

In einer Brennstoffzelle werden aus Wasserstoff und Sauerstoff Wasserdampf und Strom. Warum gilt das als ökologischer Antrieb? Wenn der Wasserstoff, der eingesetzt wird, mithilfe von überschüssigem Ökostrom per Elektrolyse erzeugt wird, wird ein Schuh draus. Aber die Technik gilt seit Jahrzehnten als zu teuer.

Zuliefererbranche des Automobilbaus stellt sich auf Brennstoffzelle ein

„Der Bosch-Stack kommt“, versicherte Bosch-Chef Volkmar Denner zum Auftakt der Pressetage der IAA 2019 vor zwei Wochen. Er werde, um Kosten zu senken, erfahrene Dieselentwickler auf die Brennstoffzelle ansetzen. Und Uwe Gackstatter, Leiter des Geschäftsbereich Powertrain Solutions bei Bosch, präzisierte im Gespräch mit VDI nachrichten: „Die Brennstoffzelle von Bosch wird ab 2022 in einem ersten Schritt bei schweren Nutzfahrzeugen kommen, wenn auch erst einmal in kleineren Stückzahlen.“

Auch bei Continental spielt die Brennstoffzelle eine Rolle. Dort arbeite man, so Stephan Rebhan, Leiter Technology & Innovation Powertrain, an einer „kostenoptimalen Serienlösung für Brennstoffzellen-Stacks“ und untersuche, wie Design und Herstellungsprozess optimiert werden müssen.

Brennstoffzellen müssen jetzt schnell preiswerter werden

Bosch-Vorstand Gackstatter machte deutlich, dass Bosch bei der Brennstoffzelle aufs Tempo drückt: „Wir haben als Industrie bei der Brennstoffzelle noch nicht die Lernkurve durchlaufen wie bei der Batterieelektrifizierung. Das müssen wir jetzt schnellstmöglich schaffen.“ Rund 200 Entwickler seiner Abteilung seien derzeit darauf angesetzt.

Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbands eMobilität, sieht hingegen die Brennstoffzellentechnik beim Pkw auf verlorenem Posten, auch wenn es schon Brennstoffzellenautos in Kleinserie gibt, wie den Mirai von Toyota: „Weil der Akku sich schneller entwickelt hat, als das irgendjemand anfangs für möglich gehalten hat.“ Zudem habe man ein Problem bei der Brennstoffzelle und das sei die Effektivität.

Sigl sieht für die Brennstoffzelle andere Einsatzmöglichkeiten: „Wir werden Wasserstoff und Brennstoffzelle brauchen, für andere Bereiche der Energiewende und der Mobilität – Sektorkopplung, Speicherung und vielleicht auch im Schwerverkehr.“

 

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