ARBEITSWELT 24. Jun 2019 Peter Schwarz

Wachsender Respekt für Ingenieure

Die Achtung, die Ingenieure hierzulande genießen, steigt. Von deren Arbeit haben viele aber nur ein verschwommenes Bild, so eine neue Studie.

Problemlöser: Dominique Bouwes beschäftigt sich als Ingenieurin der Mikrosystemtechnik mit einem sogenannten Lab-on-a-Chip zur Diagnostik akuter Leukämie. Der Maschinenbauer Ralph Hohenwarter entwickelt ein neuartiges Exoskelett.
Foto: VDI/Fabian Stürtz

Deutsche Ingenieure genießen in der Bevölkerung großen Respekt. Einer entsprechenden Aussage („Ich habe große Achtung vor dem, was Ingenieure für die Gesellschaft leisten“) stimmen 44 % der Deutschen voll und ganz zu, weitere 36 % eher. Lediglich 2 % widersprechen diesem Statement völlig. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, die der VDI in Auftrag gegeben hatte.

Die Studie

Zwischen dem 1. und dem 15. September hat das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des VDI einen repräsentativen Querschnitt (1407 Personen) der deutschen Bevölkerung befragt.

In der Umfrage ging es um das Ansehen, die Leistungen und die Motivation von Ingenieuren.

Die gleiche Befragung hatte das Meinungsforschungsinstitut das erste Mal im Frühjahr 2014 durchgeführt.

Ähnlich hoch ist die Anerkennung für den Beitrag von Ingenieuren zur gegenwärtig guten Lage Deutschlands: Hier stimmen sogar 46 % voll und ganz zu, wenn es heißt: „Ingenieure haben maßgeblich dazu beigetragen, dass es Deutschland heute so gut geht.“ Weitere 36 % stimmen eher zu und lediglich 2 % gar nicht.

Umgekehrt lehnt eine deutliche Mehrheit die (negative) Aussage ab, dass viele technische Entwicklungen von Ingenieuren überflüssig oder sogar schädlich seien: 29 % stimmen gar nicht zu, weitere 35 % eher nicht.

„Wir tun alles, damit das Thema Technik wieder einen breiteren Raum in der Ausbildung einnimmt.“ Udo Ungeheuer, VDI-Präsident.
Foto: VDI

„Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung achtet und schätzt die wichtige Rolle der Ingenieurinnen und Ingenieure für den Technikstandort Deutschland. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag für die gegenwärtig gute Lage unseres Landes. Darauf können wir stolz sein“, kommentiert VDI-Präsident Udo Ungeheuer die Studie.

Anerkannt wird überdies, dass das, was Ingenieure geschaffen haben, aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken ist. Eine deutliche Mehrheit von 60 % stimmt hier voll und ganz zu, weitere 27 % eher. Und auch im Hinblick auf den eigenen Alltag widerspricht eine Mehrheit ausdrücklich, wenn behauptet wird, dass die Leistungen von Ingenieuren dafür keine große Bedeutung hätten.

Die gesellschaftliche Leistung von Ingenieuren wird dabei von verschiedenen Gruppen der Bevölkerung ähnlich stark anerkannt. Die Unterschiede sind nicht sehr ausgeprägt. Tendenziell ist die Achtung vor der Leistung von Ingenieuren für die Gesellschaft aber unter Personen mit höherer Schulbildung, ab 60 Jahren, unter Männern sowie im Osten etwas größer als im Durchschnitt.

Gleichzeitig räumt eine große Mehrheit der Bevölkerung ein, dass man sich die Leistung von Ingenieuren nur selten vor Augen führt. 34 % stimmen voll und ganz zu, weitere 46 % eher, wenn es heißt: „Man macht sich nur selten bewusst, was man der Arbeit von Ingenieuren alles zu verdanken hat.“

Dies mag erklären, warum bei gezielten Fragen zur Leistung von Ingenieuren Anerkennung und Achtung gezollt werden, Ingenieure in Umfragen zum Ansehen verschiedener Berufe jedoch häufig nur eine mittlere Platzierung erreichen.

Ein nicht unwesentlicher Teil der Bevölkerung hat zugleich keine genaue Vorstellung davon, was Ingenieure tun und wo sie überall mitwirken. 8 % stimmen einer entsprechenden Aussage voll und ganz zu, weitere 24 % eher. Wer nicht genau weiß, wie das Tätigkeitsspektrum von Ingenieuren aussieht, ist überdurchschnittlich häufig weiblich (63 %) und weniger gut gebildet (49 % einfacher Schulabschluss).

Vor der Berufsgruppe der Ingenieure hat eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung Respekt. 38 % der Bevölkerung stimmen voll und ganz zu, wenn es heißt „Ich habe große Achtung vor dem Beruf des Ingenieurs“, weitere 42 % stimmen dieser Aussage eher zu.

Allerdings paart sich die verbreitete Achtung sowohl vor der Leistung von Ingenieuren als auch vor der Berufsgruppe vielfach mit einer Skepsis hinsichtlich ihrer Motivation: Insgesamt gehen fast zwei Drittel der Bevölkerung (eher) davon aus, dass es Ingenieuren nicht darum geht, die Welt zu verbessern, sondern dass sie nur technische Probleme lösen wollen.

Im Vergleich zu 2014 ist die Anerkennung von Ingenieuren und ihrer Leistung von hohem Niveau aus weiter gestiegen. So stimmen heute signifikant höhere Anteile der Bevölkerung voll und ganz zu, wenn es heißt, dass das, was Ingenieure geschaffen haben, aus unserem heutigen Leben nicht wegzudenken ist oder dass Ingenieure maßgeblich dazu beigetragen haben, dass es Deutschland heute so gut geht.

Signifikant gestiegen sind ebenfalls die Anteile derer, die uneingeschränkte Achtung für das bekunden, was Ingenieure für die Gesellschaft leisten, bzw. für den Beruf des Ingenieurs.

Auch räumt heute ein größerer Anteil der Bevölkerung als noch vor zwei Jahren ein, dass man sich nur selten bewusst macht, was man der Arbeit von Ingenieuren alles zu verdanken hat. Auch darin drückt sich Anerkennung für die Bedeutung von Ingenieurleistungen aus. Der Anteil derer, die keine genauen Vorstellungen von den Tätigkeitsfeldern von Ingenieuren haben, ist im Vergleich zu 2014 dagegen nahezu unverändert.

Die Anerkennung der Leistung von Ingenieuren für die Gesellschaft ist auf breiter Front gestiegen. Sowohl Männer als auch Frauen, sowohl Personen aus westlichen als auch östlichen Bundesländern bekunden große Achtung vor dem, was Ingenieure für die Gesellschaft leisten.

„Das Ergebnis der Studie ist für uns Bestätigung und Werbung dafür, wie faszinierend der Beruf der Ingenieurin und des Ingenieurs ist. Deshalb tun wir alles, damit das Thema Technik auch endlich wieder einen breiteren Raum in der schulischen Ausbildung einnimmt, um schon dort Interesse zu wecken“, so VDI-Präsident Ungeheuer.

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