Der erste Deutsche im All 23. Sep 2019, 12:01 Uhr Bettina Reckter/DLR

Weltraumpionier Sigmund Jähn ist tot

Trauer um Sigmund Jähn: Der erste Deutsche im All ist am Samstag, den 21. September 2019, im Alter von 82 Jahren gestorben. Gefeiert wurde er als „Held der DDR“.


Foto: Archiv

In der DDR war er ein Volksheld – für ganz Deutschland ein Vorbild. Trotz seines Ruhmes blieb er immer bescheiden und wurde deshalb besonders verehrt. „Mit Sigmund Jähn verliert die deutsche Raumfahrt einen weltweit anerkannten Kosmonauten, Wissenschaftler und Ingenieur“, sagt Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln.

Der erste Deutsche im All habe sich auch immer als Brückenbauer zwischen Ost und West im Sinne der friedlichen Nutzung des Weltraums verstanden“, sagt Ehrenfreund. „Seine Botschaft, für die Erde ins All, werden wir in ehrendem Gedenken bewahren und fortführen.“

Achttägige Umrundung der Erde im Jahr 1978

Am 26. August 1978 brach der DDR-Bürger Sigmund Jähn als erster Deutscher vom Raumfahrtzentrum Baikonur ins All auf. Zusammen mit seinem sowjetischen Kommandanten Valerij Bykowski flog er mit dem Raumschiff Sojus-31 zur sowjetischen Orbitalstation Saljut-6 und führte dort zahlreiche wissenschaftliche Experimente durch. Mit seinem achttägigen Flug, bei dem Jähn 125-mal die Erde umrundete und sie dabei mit der deutschen Kamera MKF-6m erforschte, ist er in Ost und West schlagartig bekannt geworden. Jähn kehrte am 3. September 1978 mit der Rückkehrkapsel Sojus-29 zur Erde zurück.

Der Weltraumpionier wurde am 13. Februar 1937 im Vogtland (Morgenröthe-Rautenkranz, Sachsen) geboren und hatte bereits während seines Studiums an der Militärakademie der Sowjetischen Luftstreitkräfte Monino die Gelegenheit, das Sternenstädtchen, nicht aber das Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum, kennenzulernen. Doch der Wunsch, einmal selbst Kosmonaut zu werden, stand hier noch nicht zur Debatte. Jähn konnte sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorstellen, selbst einmal die Möglichkeit zu erhalten, zu einem Raumflug aufzubrechen.

Einmalige Chance für Kosmonautenkandidaten

Dies sollte sich im Sommer 1976 ändern: Die Sowjetunion hatte den Vorschlag unterbreitet, Kosmonautenkandidaten aus den sogenannten Interkosmos-Ländern zu einem neuen Raumfahrtprogramm heranzuziehen. Die letzten vier von den vormals etwa 30 Kandidaten reisten im November zu den entscheidenden letzten Untersuchungen in das Sternenstädtchen. Danach blieben noch zwei Kandidaten übrig: Sigmund Jähn und Eberhard Köllner.

Um den Jahreswechsel 1976/77 zogen die beiden unter absoluter Geheimhaltung mit ihren Familien nach Moskau um. Vor ihnen lagen zwei Jahre Ausbildung, an deren Ende nur einer der beiden in den Weltraum fliegen würde. Wer letztendlich das Rennen machte, ist hinreichend bekannt. Erst 1983 flog Ulf Merbold aus dem Westen als zweiter Deutscher ins All.

Botschafter für die Raumfahrt

Nach der Wende war Jähn zunächst arbeitslos. Später arbeitete er für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und bildete europäische Astronauten im russischen Sternenstädtchen aus. Jähn machte sich in den 1990er-Jahren im Sternenstädtchen intensiv um die internationale Zusammenarbeit in der Raumfahrt verdient, zuerst für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), später für die ESA. „Die Verdienste von Sigmund Jähn für die nun erreichte internationale und friedliche Zusammenarbeit im Weltraum können nicht hoch genug eingeschätzt werden“, erklärte Sigmar Wittig, der damalige Vorstandsvorsitzende des DLR, aus diesem Anlass.

Wegbegleiter Jähns aus der Raumfahrt drückten ihre Trauer aus. „Die Nachricht vom Tode Sigmund Jähns hat mich tief berührt“, sagte Jan Wörner, Generaldirektor der ESA. „Wann immer wir uns getroffen haben, war es sehr persönlich, eine Freundschaft war entstanden, die nicht nur die Raumfahrt und seine unermüdliche Unterstützung der europäischen Astronauten betraf.“

 

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