Energiewende 09. Apr 2020 Von dpa/Stephan W. Eder

Windkraft an Land legt leicht zu

Der Ökostromausbau in Deutschland war 2019 ins Stocken geraten, vor allem bei der Windkraft an Land. Seit Jahresbeginn aber geht es leicht bergauf, wie erste Zahlen zeigen. Die Branche aber sagt: Wir sind weit weg von dem, was wir leisten könnten.


Foto: REpower Systems AG

Der Zubau neuer Windräder an Land hat seit Jahresbeginn zugelegt. Das notwendige Tempo beim Ausbau auf dem Niveau früherer Jahre aber ist aus Branchensicht längst nicht erreicht. Das zeigen vorläufige Zahlen der Fachagentur Windenergie an Land.

Im ersten Quartal dieses Jahres sind demnach bundesweit 107 neue Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 348 MW in Betrieb gegangen. Weil auch Anlagen stillgelegt wurden, liegt der sogenannte Nettozubau bei knapp zwei Drittel, nämlich bei 66 Anlagen. Diese aber kommen auf eine Nennleistung von 309 MW, denn die neuen Windräder sind deutlich leistungsstärker als die meisten abgebauten Altanlagen. Die meisten neuen Anlagen stehen in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Ausschreibungsgewinner von 2017 haben in diesem Frühjahr gebaut

Dass nun wieder mehr Anlagen in Betrieb genommen wurden, liegt nach Auskunft der Fachagentur daran, dass es 2017 viele Zuschläge gab. Im Mittel vergingen aber zwei Jahre, bis die Anlagen in Betrieb gehen.

Das Jahr 2019 war nach Branchenangaben das schlechteste, seitdem die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2000 begonnen hatte. Nur 325 neue Windkraftanlagen mit 1078 MW wurden errichtet – 55 % weniger als 2018. Der Nettozubau lag bei nur 243.

Die Zubausituation im ersten Quartal 2020 liegt nach Auskunft der Fachagentur allerdings weit hinter dem zurück, was jeweils im gleichen Zeitraum zwischen 2015 bis 2018 in Betrieb genommen wurde – im Durchschnitt waren es seinerzeit 315 neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 916 MW.

Windbranche fordert mehr Zubau und kann ihn leisten

Der Präsident des Bundesverbands Windenergie, Hermann Albers, sagte: „Wir sind weit weg von dem, was die Branche leisten könnte. Der energiewirtschaftlich und klimapolitisch viel zu geringe Zubau gefährdet die Ziele der Bundesregierung und führt direkt in die Ökostromlücke.“ Trotz Corona-Krise müsse jetzt gehandelt werden. Die Aufgabenliste lasse sich auch im Homeoffice abarbeiten. „Die Branche braucht kein Geld, sondern den Abbau von Hemmnissen.“ So müssten Bestandsflächen gesichert, Verfahren gestrafft und verkürzt werden.

Nötig für die Umsetzung der Energiewendeziele in Deutschland sei ein Zubau von rund 5000 MW pro Jahr oder 1250 MW pro Quartal. Also mehr als das Dreifache des Schnitts der Jahre 2015 bis 2018 im ersten Quartal.

Als Hauptgründe für die Ausbaukrise gelten lange Genehmigungsverfahren für Windparks und zu wenig ausgewiesene Flächen. Außerdem gibt es vor Ort zum Teil heftige Proteste gegen Windräder. Die Politik tut sich jedoch schwer damit, die nötigen Regelungen zu treffen. Die große Koalition streitet darüber, wie genau eine bundesweite Regelung zum Mindestabstand von 1000 m zwischen Windrädern und Wohnhäusern gestaltet werden soll. Mitte März waren Koalitionsgespräche dazu erneut gescheitert. Daraufhin hatten Bund und Länder sich auf eine Arbeitsgruppe verständigt, die den Durchbruch bringen soll. Ein Termin dafür ist noch nicht bekannt.

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