IW-Konjunkturampel 20. Feb 2020 Von Michael Grömling

Handelsstreit, Brexit – und jetzt auch noch Corona …

Die Epidemie trifft Deutschlands wichtigste Kunden. Das birgt Risiken für die heimischen Bilanzen.

Die deutsche Industrie fährt ihre Produktion weiter zurück. Sie leidet unter den internationalen Spannungen. Wegen der Coronaepidemie drohen Lieferschwierigkeiten aus China.

„Der Konflikt mit den USA geht nicht spurlos an der chinesischen Exportindustrie vorbei.“ Michael Grömling, Leiter der Forschungsgruppe Konjunktur (IW).
Foto: IW

Die deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle. Die Industrie steckt im Rückwärtsgang fest. Alle Hoffnungen auf eine baldige Wende haben sich zuletzt wieder verflüchtigt. Noch kann die Bauwirtschaft, unterstützt vom milden Winter, kräftig dagegenhalten. Die Konsumtätigkeit ist ebenfalls noch robust, wenngleich die Beschäftigungssorgen der privaten Haushalte mehr und mehr auf die Konsumlaune drücken.

Die Industrie leidet aber unter der schwächer expandierenden Weltwirtschaft und vor allem unter der nur noch moderaten globalen Investitionstätigkeit. Die Handelsstreitigkeiten der USA mit China und Europa belasten nicht nur den Handel, sondern auch die Wertschöpfungsketten und den Technologietransfer.

Klima zwischen USA und China etwas entgiftet

Zwar hat das Aussetzen mancher Strafzölle zwischen den USA und China das Klima etwas entgiftet. Wie angespannt der internationale Umgang jedoch weiterhin ist, zeigt sich anhand der Sanktionsdrohungen der Amerikaner gegen deutsche Unternehmen im Zusammenhang mit der Gaspipeline Nord Stream 2. Die globale Investitionsflaute resultiert auch aus der Schwäche vieler Schwellenländer, ausgelöst durch geopolitische Spannungen sowie interne soziale Probleme. Der Brexit ist vollzogen, aber immer noch ohne politischen und ökonomischen Rahmen. Und nun kommt auch noch das Coronavirus dazu.

Die IW-Konjunkturampel signalisiert schon seit geraumer Zeit eine nachlassende Schlagzahl der chinesischen Wirtschaft. Die Volksrepublik legte gemessen an unseren Maßstäben bislang noch kräftig zu. Die hohen Zuwachsraten sind aber nach den kräftigen Aufholprozessen bei der Infrastruktur vorbei. Der Konflikt mit den USA und die wachsende Vorsicht anderer Handelspartner hinsichtlich technologischer Abhängigkeiten gehen nicht spurlos an der chinesischen Exportindustrie vorbei.

Epidemie legt China lahm

Und nun legt eine Epidemie das Land lahm. Diese wird zumindest im ersten Quartal 2020 die Wirtschaft deutlich abbremsen. Wie stark dann die Nachholeffekte im weiteren Jahresverlauf sein werden, ist noch offen. Derzeit läuft in den Regionen, die vom Coronavirus am stärksten betroffen sind, nur noch das Notwendigste.

Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Für die deutsche Wirtschaft ist die Volksrepublik der größte Kunde. Die Konsum- und Investitionsausfälle in China treffen die deutschen Exporteure in einer sowieso schon schwachen Nachfragephase. Einheimische und ausländische Firmen in China sind zudem wichtige Zulieferer für unsere Inlandsproduktion, etwa die Metall- und Elektroindustrie sowie die Chemie- und Pharmaindustrie. Stocken diese Zulieferungen, droht die Gefahr, dass auch hierzulande die Bänder stillstehen.

Inwieweit das auf die Bilanzen deutscher Unternehmen durchschlägt, hängt von der Dauer der Coronakrise ab. Konzentrieren sich die Schäden auf das erste Quartal und kommt es danach zu Nachholeffekten, dann sind die Gewinneinbußen möglicherweise überschaubar. Mit zunehmender Dauer, globaler Reichweite und Ausmaß wachsen diese Belastungen aber sprunghaft an.

Ein Beitrag von:

Stellenangebote

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Ingenieur im Teilprojekt "Innerparkverkabelung (IAG)" für Offshore Windparks (w/m/d)

Hamburg
EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Ingenieur der Elektrotechnik für Offshore-Wind (w/m/d)

Hamburg
Hochschule Biberach Biberach University of Applied Sciences

W 2-Professur Projektsteuerung und Projektmanagement Bau

Biberach
FH Aachen

Professur "Mechatronik mit Schwerpunkt Systems Engineering"

Aachen
Landtag Nordrhein-Westfalen

Stellvertretende Referatsleitung in Verbindung mit der Leitung des Sachbereichs "Technische Gebäudeausrüstung (TGA)" (m/w/d)

Düsseldorf
Technische Hochschule Deggendorf

Professur (d/m/w) für das Lehrgebiet "Digitales Baumanagement"

Pfarrkirchen
Hochschule Kempten

Professur (m/w/d) Geoinformatik

Kempten
Technische Universität Darmstadt

Gastprofessuren für Talente aus der Industrie

Darmstadt
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes

W2-Professur für Mechatronische Konstruktionen

Saarbrücken
Hochschule für angewandte Wissenschaften München

Professur für Technische Informatik - Schwerpunkt Hardware (W2)

München
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Top 5 aus der Kategorie Finanzen