KfW-Mittelstandspanel mit Daten zu KMU 27. Okt 2021 Von Peter Steinmüller

Rascher Einstieg in das E-Business half dem Mittelstand durch die Coronakrise

Mittelständische Unternehmen sind trotz aller Einbußen vergleichsweise glimpflich durch die Krise gekommen, weil sie rasch auf digitale Vertriebswege umgestiegen sind. Das zeigt das aktuelle KfW-Mittelstandspanel.

Mittelständische Unternehmen haben größere Schäden durch die Coronakrise vermieden, indem sie rasch ihre Vertriebswege auf die Pandemiebedingungen anpassten, so das KfW Mittelstandspanel.
Foto: PantherMedia / Andriy Popov

Die Coronapandemie hat den Mittelstand in Deutschland mit Wucht getroffen. Dennoch sind die Unternehmen insgesamt glimpflich durch das Krisenjahr 2020 gekommen. Wie das KfW-Mittelstandspanel 2021 zeigt, mussten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im vergangenen Jahr Umsatzverluste in Höhe von 277 Mrd. € hinnehmen.

Die enorme Anpassungsfähigkeit des Mittelstands hat dabei Schlimmeres verhindert. Vor allem der rasche Auf- und Ausbau digitaler Vertriebswege hat sich für viele Unternehmen als Rettungsanker erwiesen: Allein 302 Mrd. € wurden über digitale Vertriebswege erlöst, ein Zuwachs von 24 %. Über 850 000 KMU haben Umsätze über digitale Kanäle erzielt, rund 200 000 mehr als im Jahr zuvor. Für das laufende Jahr erwartet zwar jedes dritte Unternehmen weitere Rückgänge beim Umsatz, insgesamt berichten die Unternehmen aktuell aber von einem Aufwärtstrend, die mittelfristigen Erwartungen pendeln sich auf Vorkrisenniveau ein.

„Mittelstand ist glimpflich durch die Krise gekommen“

Die Chefvolkswirtin der KfW, Fritzi Köhler-Geib, kommentiert diese Entwicklung folgendermaßen: „Weitsicht und Agilität und damit typische Unternehmereigenschaften haben den Mittelstand gerettet. Dank ihrer soliden, in den Jahren zuvor aufgebauten Eigenkapitalausstattung und ihrer Fähigkeit, schnell und flexibel auf die veränderten Anforderungen in der Krise zu reagieren, sind die kleinen und mittelgroßen Unternehmen trotz empfindlicher Umsatzrückgänge einigermaßen glimpflich durch die Krise gekommen.“

Die durchschnittliche Umsatzrendite ist nur leicht gesunken (von 7,5 % auf 7,3 %) und hat sich damit als krisenfest erwiesen. Hierzu dürften auch die zahlreichen wirtschaftspolitischen Stabilisierungs- und Unterstützmaßnahmen zum Ausgleich von Umsatzverlusten beigetragen haben. Dadurch ist der vielfach befürchtete massive Einbruch der Eigenkapitalausstattung in der Breite des Mittelstands bislang ausgeblieben. Die Eigenkapitalquote gibt im Durchschnitt um 1,7 Prozentpunkte auf 30,1 % nur moderat nach. Im Detail zeigt sich allerdings eine starke Ungleichverteilung: Große KMU verzeichnen kaum sichtbare Rückgänge, wohingegen kleine Unternehmen herbe Einschnitte hinnehmen mussten. Ihre Eigenkapitalquote bricht ein und sinkt auf 17,4 % und damit auf ein 15-Jahrestief.

Coronakrise dämpft Investitionsbereitschaft des Mittelstands

Die Coronakrise hat die Investitionslaune des Mittelstandes im Jahr 2020 gedämpft. Noch nie haben so viele Unternehmen ihre Pläne nicht umgesetzt. 61 Mrd. € wurden nicht mehr investiert. Zahlreiche Unternehmen haben zur Deckung ihrer Liquiditätslücke auf Mittel zurückgegriffen, die eigentlich für Investitionen eingeplant waren. Größere Vorhaben wurden zurückgestellt. Dagegen haben kleinere Projekte, um sich rasch an die Krisensituation anzupassen, das Investitionsgeschehen dominiert (bspw. Hygieneauflagen, Digitalisierung). Die Neuinvestitionen sinken im Gesamtjahr um 7 %, wobei sich der Rückgang durch alle Segmente zieht. Für 2021 deutet sich eine ähnliche Größenordnung an.

Fritzi Köhler-Geib sagt dazu: „Angesichts der Krise ist die Zurückhaltung der KMU bei den Investitionen nachvollziehbar. Das muss sich dringend ändern. Die Transformation zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft steht auf der Agenda, bei der Digitalisierung gibt es in vielen Unternehmen großen Nachholbedarf. Um das zu schaffen, müssen die Unternehmen dieselben Stärken unter Beweis stellen, die sie schon durch die Krise gebracht haben. Seitens der Politik brauchen sie verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und zielgerichtete Unterstützung bei der Umsetzung der notwendigen Investitionen.“

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