Nach der Pandemie 17. Jun 2021 Von A. Weikard, W. Schmitz

Corona: Luft holen für den Neustart

Krisen legen gesellschaftliche Defizite offen. Rücken wir nach der Pandemie enger zusammen?

Foto [M]: PantherMedia/Andriy Popov / denisismagilov /VDn gs

Die Liste der Herausforderungen war schon vor der Coronakrise lang: Klimawandel, soziale Spaltung, Bildungsungerechtigkeit. Aber was folgt, wenn wir die Masken lüften? Kommt es zum gesellschaftlichen Schulterschluss, der die Basis für ökologische, ökonomische und soziale Modernisierungsschübe legt?

Um innovative Geschäftsmodelle und Technologien auf den Weg zu bringen, die der Gesellschaft dienen, müsse sich der Staat „aus dem Rettungsmodus verabschieden“, fordert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). „Die Unternehmen sind durchaus in der Lage, sich auch ohne staatliche Vorgaben gesellschaftlichen Problematiken anzunehmen und ihren ethischen Verpflichtungen nachzukommen.“

Abschied von Gepflogenheiten der Vor-Corona-Zeit

Volkswirtschaftsprofessorin Mechthild Schrooten von der Hochschule Bremen zweifelt dagegen an freiwilligen Selbstverpflichtungen der Unternehmen, die sich meist als Worthülsen entlarvten. „Zukunft bedeutet, sich von vielen Gepflogenheiten der Vor-Corona-Zeit zu verabschieden. Die Handlungsfelder sind bekannt. Es wird Zeit für mehr Mut.“

Den braucht es vor allem in der Bildung. Besonders der naturwissenschaftliche Unterricht habe unter der Pandemie gelitten, sagt Edith Wolf, Sprecherin des Nationalen Mint Forums. Das Lernen im digitalen Raum habe das forschende Lernen erschwert. Traurig sei, dass sich in den Parteiprogrammen keine Strategien finden ließen, wo die klugen Köpfe, die für den Innovationsstandort so dringend gebraucht würden, herkommen sollen. Für Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, ist das Problem offensichtlich: „Frauen und Kinder wurden in der Krise vergessen.“ Von Schulterschluss könne nicht die Rede sein. Die Krise müsse jedoch nicht zwingend die soziale Ungleichheit vergrößern, gibt Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe zu bedenken.

Den Fokus „Nach der Pandemie“ lesen Sie im aktuellen E-Paper der VDI nachrichten mit diesen Themen:

Gemeinschaft wagen

Wandel: Wenn die Pandemie etwas Gutes hat, ist es der Brennglaseffekt, der Handlungsfelder schonungslos aufzeigt. Wie geschlossen aber ist die Gesellschaft, um gemeinsam und effektiv handeln zu können?

Die Serie der Niederlagen reißt nicht ab

Bildung: Die Pandemie hat die gravierenden Defizite im Schulwesen schonungslos offengelegt. Ein humanes und ökonomisches Armutszeugnis.

„In jeder Krise steigt die Verschuldung“

Wirtschaftsgeschichte: Der Krisenforscher Werner Plumpe untersucht die wiederkehrenden Abstürze von Volkswirtschaften und sucht gemeinsame Muster. Die niedrige Produktivitätsentwicklung bereitet ihm Sorge.

Der Wandel hat keinen Masterplan

Arbeit: Homeoffice wird zwar allgemein begrüßt, der Zusammenhalt von Belegschaften könnte aber leiden, heißt es aus Führungsetagen.

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