Rohstoffe 24. Feb 2022 Von Peter Odrich

Russlands Bedeutung für die Metallbranche

In der russischen Metallwirtschaft arbeiten mehr als 1 Mio. Menschen, ein Fünftel der Investitionen fließen in diesen Bereich. Auch als Rohstoffförderer spielt das Land eine außerordentlich große Rolle.

Russlands Metallindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig des Landes und eng mit dem Ausland verflochten.
Foto: panthermedia.net/antpkr

Die russische Metallproduktion macht rund ein Zehntel der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes aus. Mit mehr als 1,07 Mio. Beschäftigten sind hier 1,6 % aller Arbeitskräfte tätig. Soweit es um die Investitionen geht, entfallen inzwischen in Russland rund 20 % aller einschlägigen Aufwendungen auf die Metallwirtschaft. Mit leichten Schwankungen von Jahr zu Jahr ist Russland der drittgrößte Goldproduzent der Welt. Bei Platin rangiert das Land auf Platz zwei, bei Silber auf dem vierten Rang. Die russische Industrie ist zugleich der drittgrößte Nickelproduzent, der fünftgrößte Kupferproduzent, der sechstgrößte Bleiproduzent und der zehntgrößte Zinkproduzent. Bei Vanadium und Kobalt liegt das Land auf Platz zwei der Weltrangliste, bei Uran auf Platz sechs, bei Zinn auf Platz 13. Diese Liste ließe sich bei vielen anderen Metallen noch fortführen.

Russlands Metallindustrie ist keine Staatswirtschaft mehr

Charakteristisch für die russische Metallwirtschaft ist, dass es hier große Konzerne gibt, die sich zumindest teilweise durchaus mit westlichen Gruppierungen vergleichen lassen. Dabei ist auffällig, dass mehrere dieser Konzerne börsennotiert sind, Rusal beispielsweise gerade auch in Hongkong. Die russische Metallwirtschaft wird zwar eindeutig von der Zentralregierung in Moskau stark beeinflusst, ist zugleich aber keine Staatswirtschaft im klassischen Sinne mehr.

So gibt es hier auch Unternehmen, die mit hohem ausländischen Besitzanteil arbeiten – etwa in der Goldproduktion. Zugleich streben einzelne Unternehmen – insbesondere wiederum besonders Rusal – auch nach sogenannten „grünen“ Produkten für den Export auf westliche Märkte.

Zu den bedeutendsten russischen Metallkonzernen zählen heute Norilsk (besonders für Kupfer und Nickel) und Rusal (besonders für Aluminium). Andere kleinere Konzerne sind etwa SUAL, UMMC sowie die großen Namen der russischen Stahlwirtschaft. Die drei größten russischen Stahlunternehmen sind Magnitogorsk, Severstal und Novolipetsk. Fast alle großen russischen Metallunternehmen haben enge technische und vielfach auch finanzielle Beziehungen zu westlichen Konzernen.

Wenige große Konzerne dominieren die Branche

Soweit es um Aluminium geht, produziert Russland sowohl Bauxit als auch Alumina als Vorstufe von Aluminium. Dabei betreibt Rusal sogar auch ein Aluminawerk in der Republik Irland. Rusal ist der mit Abstand größte europäische Aluminiumanbieter. Bei Kupfer entfallen 51 % der gesamten bisherigen Produktion in Russland auf Norilsk. Für die nächsten Jahre ist ein erheblicher Ausbau der russischen Kupferproduktion geplant. Dafür sind immerhin umgerechnet 15 Mrd. $ an Investitionen angesetzt.

Als Stahlerzeuger liegt Russland weltweit hinter China, Japan und den Vereinigten Staaten auf dem vierten Platz. In den zurückliegenden Jahren hat es immer wieder Diskussionen über einen Zusammenschluss russischer und westlicher Stahlproduzenten gegeben. Dabei fiel vor allem der Name Mittal. Bisher haben sich derartige Vorstellungen aber nicht realisieren lassen. In der Stahlproduktion profitiert Russland davon, dass das Land über sehr große Vorkommen an vergleichsweise hochwertigem Eisenerz verfügt. Der Abbau von Eisenerz wird seit langen Jahren zielstrebig ausgebaut.

Norilsk beherrscht den russischen Markt für Nickel fast alleine

Soweit es um Nickel geht, hat Norilsk in Russland einen Produktionsanteil von mehr als 90 %. Dabei spielt eine gewichtige Rolle, dass Norilsk über verschiedene große Lagerstätten verfügt, in denen Nickel und Kupfer als sogenannte Gesellschaftsmetalle gemeinsam vorkommen und abgebaut werden. Norilsk ist aber neben Kupfer und Nickel auch ein gewichtiger Platinproduzent mit einem Anteil von rund 90 % an der gesamten russischen Produktion. Hinzu kommen auch bedeutende Anteile von Norilsk an der Produktion von platinverwandten Metallen, vor allem Iridium, Osmium, Palladium, Rhodium und Ruthenium.

Bei Zinn war Russland historisch ein bedeutender Produzent. Allerdings verlief die Entwicklung dieser Metallsparte recht wechselvoll. Nach dem Ende der Sowjetunion mussten die allermeisten Betriebe in dieser Sparte schließen. Einen neuen Aufschwung gab es erst vor zehn Jahren, als mit ausländischer Hilfe der Bergbau und die Verhüttung von Zinnerz auf eine neue Basis gestellt wurden.

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