IFO 06. Dez 2018 dpa/cb

Stimmung unter den deutschen Firmenchefs sinkt weiter

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im November auf 102,0 Punkte gefallen, nach 102,9 Punkten im Oktober.

Der erhoffte Aufschwung nach der Coronadelle wird in der Chemieindustrie bereits wieder abgewürgt. Hohe Energiepreise bremsen das Geschäft aus.

Das ist der dritte Rückgang in Folge. Die Unternehmen schätzten die aktuelle Lage schlechter ein, wenn auch ausgehend von einem noch hohen Niveau. Auch ihre Erwartungen trübten sich ein. Von den Industriefirmen glauben nur wenige an eine Verbesserung in den kommenden sechs Monaten. Die Preise sollen dennoch verstärkt angehoben werden. Alles deutet auf ein Wirtschaftswachstum von allenfalls 0,3 % im vierten Quartal hin. „Die deutsche Konjunktur kühlt ab“, kommentiert ifo-Präsident Clemens Fuest das Umfrageergebnis.

Hochbau


Was die aktuelle Lage betrifft, waren die Hochbaufirmen im Schnitt etwas weniger zufrieden. Dies war jedoch ausschließlich auf den öffentlichen Hochbauzurückzuführen. Beim Blick in die Zukunft ist es genau umgekehrt. Nur im öffentlichen Hochbauverbesserten sich die Geschäftsaussichten marginal. Im gewerblichen Hochbau und im Wohnungsbau waren die Firmen pessimistischer. Für die nahe Zukunft waren weitere Preiserhöhungen weit verbreitet und nochmals spürbar häufiger als zuletzt vorgesehen. ifo

Metall


Im Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung stieg den amtlichen Angaben zufolge der Umsatz im September. Zu diesem Zeitpunkt fielen auch die Geschäftslageurteile sehr günstig aus. In den beiden darauffolgenden Monaten entwickelte sich der Indikator rückläufig, sodass dieser aktuell unterhalb des entsprechenden Vorjahreswertes liegt. Die Auftragsbestände sanken dem Statistischen Bundesamt zufolge. ifo

Tiefbau


Im Tiefbau ist weiterhin von einem vortrefflichen Geschäftsklima zu sprechen. Zwar schätzten sowohl die Teilnehmer im Straßenbau als auch im sonstigen Tiefbauihre laufenden Geschäfte nochmals etwas öfter günstig ein. Eine weitere Verbesserung im kommenden halben Jahr wurde hingegen in beiden Teilsparten seltener erwartet. Der Arbeitskräftemangel nahm leicht an Bedeutung zu. Aktuell hatten 23,5 % der Betriebe Probleme, Stellen zeitnah zu besetzen.

Das Ifo-Institut fragt monatlich bei 7000 Unternehmen in Deutschland wichtige Daten ab. So ermitteln die Münchner Wissenschaftler nach Branchen gesplittet die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für die nächsten sechs Monate in den Unternehmen. Beispiel: Wenn 40 % der Befragten ihre derzeitige wirtschaftliche Lage positiv beurteilen, 60 % dagegen negativ, ergibt das eine Geschäftslage von minus 20 %.

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