Studie zum Mittelstand 07. Jan 2022 Von Wolfgang Schmitz

Demografie treibt Übergabe von Unternehmen voran

Während sich die demografische Entwicklung stark auf die Unternehmensübergabe auswirkt, hat die Pandemie geringere Folgen – aber es gibt sie.


Foto: panthermedia.net/Dmitriy Shironosov

Die Zahl der Unternehmen, die zur Übergabe anstehen, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Diese Entwicklung ist vor allem auf den demografischen Wandel zurückzuführen, also auf die Alterung der Unternehmerinnen und Unternehmer. Das geht aus einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn hervor.

Dieser Trend setzt sich demnach in den kommenden Jahren nicht nur fort, sondern verstärkt sich noch: Die Anzahl der Unternehmen, die im Zeitraum 2022 bis 2026 zur Übergabe anstehen, steigt auf 190 000, fast die Hälfte davon im Bereich unternehmensnahe Dienstleistungen und über ein Viertel im Produzierenden Gewerbe.

Das sind 40 000 mehr im Vergleich zur letzten Schätzung des Instituts für den Zeitraum 2018 bis 2022. Die Coronapandemie hat im Gegensatz zur demografischen Entwicklung voraussichtlich keine gravierenden Auswirkungen auf die Anzahl der Nachfolgen in den kommenden fünf Jahren. Denn die Pandemie führt zwar zu kurzfristigen Umsatzrückgängen, gefährdet aber nur selten das grundlegende Geschäftsmodell und damit die langfristige Rentabilität vieler Unternehmen.

Finanzstarke Unternehmen im Vorteil

Folgen hat die Pandemie aber doch: Einerseits werden einige der geplanten Nachfolgen verschoben, weil die Unsicherheiten, die mit der Krise verbunden sind, die zu erzielenden Verkaufspreise drücken. Andererseits könnten einige jüngere Unternehmer und Unternehmerinnen aufgrund von Coronainfektionen und deren Langzeitfolgen zu einer frühzeitigeren Nachfolgeregelung gezwungen sein.

Die steigende Anzahl an Unternehmen, die in den kommenden fünf Jahren vor der Übergabe stehen, zieht einen höheren Bedarf an Übernehmern und Übernehmerinnen nach sich. „Wir gehen in unserer Schätzung weiterhin von der Annahme aus, dass alle Unternehmen, deren Fortführung sich finanziell lohnt, auch eine Nachfolgelösung finden werden“, heißt es in der Studie.

Stillgelegt werden vorrangig kleine und wirtschaftlich weniger erfolgreiche Unternehmen. „Dies dürfte auch in Zukunft weiterhin gelten, wenngleich nicht auszuschließen ist, dass andere Nachfolgeformen wie etwa Übernahme durch andere Unternehmen an Bedeutung gewinnen werden.“

Deshalb werde das Nachfolgegeschehen auch zukünftig durch einen marktlichen Bereinigungsprozess gekennzeichnet sein: Unternehmen mit eingeschränkter Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit scheiden aus dem Markt aus, während erfolgreiche Unternehmen fortbestehen.

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