Bildungsstudie über Industrienationen 17. Sep 2021 Von Wolfgang Schmitz

Frauen belegen seltener Mint-Fächer als Männer

Die OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2021“ verdeutlicht, dass die Frauenquote während der akademischen Bildung zusehends sinkt. Auch verdienen Frauen unabhängig vom Bildungsstand im Durchschnitt weniger als Männer.


Foto: panthermedia.net/Angelika Bentin

Im OECD-Raum hat ein Fünftel der Erwachsenen keine abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur, wodurch die Teilnahme am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben erschwert wird. Um diese Ursache von Chancenungleichheit zu bekämpfen, sollten Regierungen mehr in Bildung investieren. Das ist eine wesentliche Erkenntnis der Studie „Bildung auf einen Blick 2021“, die Daten zu den Strukturen, der Finanzierung und der Leistungsfähigkeit von Bildungssystemen in einzelnen OECD-Länder sowie einer Reihe von Partnerländern gibt.

Im Durchschnitt der großen Industrienationen haben mehr junge Männer als junge Frauen keinen Abschluss im Sekundarbereich II. 2019 waren 55 % der Absolventen und Absolventinnen von berufsbildenden Bildungsgängen des Sekundarbereichs II Männer, in den allgemeinbildenden Bildungsgängen hingegen 45 %. Auch die Wahrscheinlichkeit, einen Bildungsgang im Tertiärbereich zu belegen und abzuschließen, ist bei Männern geringer als bei Frauen. 2019 waren durchschnittlich 55 % der Anfängerinnen und Anfänger im Tertiärbereich weiblich.

Beschäftigungsquote von Frauen geringer

Aber: Der Frauenanteil nimmt trotz ihrer starken Bildungsbeteiligung mit steigendem Bildungsbereich ab: 2020 waren im Durchschnitt der OECD-Länder nur 45 % der promovierten Erwachsenen weiblich. Frauen belegen auch seltener als Männer Mint-Fächergruppen, allerdings ist ihr Anteil in etwas mehr als der Hälfte der OECD-Länder zwischen 2013 und 2019 angestiegen. Trotz eines höheren Bildungsstands ist die Beschäftigungsquote von Frauen geringer als die von Männern, wobei der Unterschied bei den unteren Bildungsabschlüssen besonders groß ist. Auch verdienen Frauen unabhängig vom Bildungsstand im Durchschnitt etwa 76 % bis 78 % der Gehälter von Männern, wobei der geschlechtsspezifische Unterschied zwischen 2013 und 2019 jedoch um durchschnittlich zwei Prozentpunkte zurückgegangen ist.

Der Zusammenhang zwischen Bildung und der Lebenserwartung ist bei Männern größer als bei Frauen: Männer mit einem Abschluss im Tertiärbereich haben eine um sechs Jahre höhere Lebenserwartung als Männer mit einem Bildungsstand unterhalb Sekundarbereich II, bei den Frauen sind es im Vergleich dazu drei Jahre.

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