Gasbeitrag von Joachim Lang, GF Consinion 26. Jan 2018 Claudia Burger/pst

Für Elektromobilität fehlt es Unternehmen an Know-how

Beim Umstieg auf Elektromobilität fehlt es vielen Unternehmen an Know-how. Personaldienstleister schaffen Abhilfe. Das ist die Meinung von Consinion-Geschäftsführer Joachim Lang.

Joachim Lang.
Foto: Consinion

Es sei keine Überraschung, dass das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 1 Mio. Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen bringen, verfehlt wird. Dafür gebe es mehrere Gründe. Denn es gebe gleich mehrere Aspekte, die schon bei der Formulierung des ehrgeizigen Plans gegen eine Zielerreichung sprächen. Durch die Neuausrichtung zeige sich zudem erneut der Mangel an qualifizierten Technikern und Ingenieuren. „Wir sprechen von Elektromobilität und tun so, als wäre das die einzige sinnvolle Lösung, um eine signifikante CO2-Reduktion im Straßenverkehr zu erzielen“, so Lang in seinem Meinungsbeitrag, der exklusiv in den VDI nachrichten erschienen ist.

Elektrofahrzeuge seien  gut und wichtig, aber der Verbrennungsmotor sei weiter nötig. „Um Elektrofahrzeuge in der geforderten Anzahl auf die Straße zu bringen, sind noch Lösungen für viele Probleme nötig: mangelnde Speicherkapazitäten, mangelnde Ausrüstung mit Ladestationen, zu lange Ladezeiten und, und, und… Davon abgesehen ist die derzeitige CO2-Gesamtbilanz eines Elektrofahrzeugs (Entwicklung, Produktion, Stromerzeugung, Entsorgung) nicht besser als bei einem mit herkömmlichem Verbrennungsmotor“, so Lang.

Hinzu komme in vielen Fällen mangelndes Know-how. „Für Elektrofahrzeuge und die neuen Konzepte der Mobilität brauchen wir nicht nur klassische Fahrzeugbauer, sondern vor allem Werkstofftechniker, Elektrotechniker und Elektroniker. Die Grundlagen der Entwicklung und Konstruktion von Elektromotoren sind in der Ingenieurausbildung lange vernachlässigt worden, weil der Markt sie nicht benötigt hat“, sagt Lang.

Hochschulen und Wirtschaft sprechen zweierlei Sprachen

An der Schnittstelle zwischen Hochschulen und Wirtschaft gebe es zahlreiche Hemmschwellen. Viele Unternehmer würden sich schwertun, einen effektiven Zugang zu Hochschulen und deren Studierenden als potenzielle Arbeitskräfte zu finden und zu pflegen. „Hier vermitteln Ingenieurdienstleister, die sowohl Abläufe und Bedarfe in den Unternehmen als auch die Strukturen innerhalb der Hochschulen kennen“, sagt  Lang. Um den Prozess von Ingenieursuche auf der einen und -ausbildung auf der anderen Seite erfolgreich zu gestalten, müssten auch die Hochschulen ein funktionierendes System entwickeln, um Kontakte zu den zumindest regional und fachlich interessanten Unternehmen aufzubauen und regelmäßig zu pflegen. „Das funktioniert in Einzelfällen, aber noch längst nicht flächendeckend“, betont Lang.

Lang bemängelt aber auch: „Vielen Absolventen, die als Ingenieure die Hochschulen verlassen, fehlt es nach wie vor an Basics. In dem seit Bologna stark verschulten und immer weiter verkürzten Hochschul- und Ausbildungssystem sammeln sie zwar Wissen, können dies aber nicht verknüpfen und praktisch umsetzen. Das betrifft natürlich nicht alle Studierende. Aber wir stellen fest, dass das Leistungs- und Bildungsniveau der Absolventen insgesamt gesunken ist.“

Das habe Folgen für Dienstleister wie für Unternehmen, die über die Vermittlungstätigkeit hinaus daher weiter gehende Aufgaben übernehmen. „Auch sogenannte erfahrene Fachkräfte sind fachlich und persönlich nie ausgereift. Auch bei ihnen ist Weiterentwicklung nötig, darauf müssen sich die Unternehmen mehr und mehr einstellen“, sagt Lang.

Über Joachim Lang

Der Beitrag von Joachim Lang ist in der aktuellen Ausgabe der VDI nachrichten zu lesen.

 

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