Corona-Impfung zu Hause 21. Mai 2021 Von Bettina Reckter

Geocoding-Lösung hilft bei der Planung der Impfrouten

Viele pflegebedürftige Menschen wären froh, wenn sie sich zu Hause impfen lassen könnten. Denn der Weg zum nächsten Impfzentrum ist beschwerlich. Das Softwareunternehmen Ubilabs aus Hamburg unterstützt jetzt die Feuerwehr Düsseldorf bei der Routenplanung, um Corona-Impfungen in den eigenen vier Wänden effizienter zu machen.

David von der Lieth, Leiter der Feuerwehr Düsseldorf, bespricht mit einem Mitarbeiter die Routenplanung.
Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Jonas Brinkmann

Geocoding und Isochronen machen es möglich: die effiziente Durchführung von Impfungen zu Hause. Im Rahmen eines Pilotprojekts können rund 4000 Pflegebedürftige im Raum Düsseldorf bereits davon profitieren. Schon bald soll das Projekt auch auf andere Städte ausgeweitet werden. Die Geocoding-Lösung könnte zudem für andere Einsätze nützlich sein. Darüber denkt die Feuerwehr Düsseldorf bereits nach.

Seit Februar setzt sich die Stadt Düsseldorf für die Impfung zu Hause ein. Dabei übernehmen mobile Impfteams der Feuerwehr Aufklärung, Vorsorge, Impfstoffversorgung sowie Nachsorge. In einem Fahrzeug werden die Vakzine bei -80 °C gelagert. Von dort schwärmen die Impfteams zu Fuß aus. Die Impflinge müssen in max. 10 min Fußweg erreichbar sein, damit der Impfstoff frisch bleibt. Das Hamburger Unternehmen Ubilabs hat hierfür eine skalierbare Lösung entwickelt.

Perfektes Zusammenspiel von Cloud und Maps

Das Entwicklerteam von Ubilabs setzte für die Impfroutenplanung auf sogenannte Isochronen. „Damit können wir die Frage beantworten, welche Orte innerhalb von 10 min Fußweg erreichbar sind“, erläutert Jens Wille, Geschäftsführer von Ubilabs. „Berücksichtigt werden dabei auch die topografischen Gegebenheiten. In Düsseldorf fließt zum Beispiel der Rhein durch die Innenstadt.“ 

Mit einer Geocoding-Lösung zur Impfroutenplanung.
Foto: Ubilabs

Dank des intuitiven Interfaces ist eine Schulung der Mitarbeitenden praktisch nicht nötig. Zunächst werden die Adressen der zu impfenden Personen geladen. Diese werden per Geocoding automatisch verortet und in einer digitalen Karte dargestellt – selbstverständlich nach den Gesichtspunkten des Datenschutzes. Nun sucht das Programm einen zentralen Ort, von dem aus möglichst viele Impflinge bequem zu erreichen sind. Hier hat die Cloud einen unschlagbaren Vorteil: schnelle Skalierbarkeit und einfache Einrichtung bei überschaubaren Kosten.

Umsetzung innerhalb weniger Tage

„Uns war von Anfang an klar, dass der Zeitdruck immens war“, sagt Wille. „Da wir Beratung und Entwicklung integriert anbieten, konnten wir uns aber schnell in die Situation hineindenken und unsere Lösung somit auch zeitnah entwickeln.“ Innerhalb von zehn Tagen nach dem ersten Gespräch im Februar konnte Ubilabs bereits den Prototypen vorstellen.

„Die Agilität, mit der Ubilabs unser Problem gelöst hat, und der fachliche Austausch auf Augenhöhe haben mich sehr beeindruckt“, sagt David von der Lieth, Leiter der Feuerwehr und Mitglied des Krisenstabs der Stadt Düsseldorf. „Bis zu 4000 Bürgerinnen und Bürger benötigen bei uns eine Impfung im häuslichen Umfeld. Auch in diesem Moment sitzt eines unserer Teams im Impfzentrum und plant die nächsten Impfungen – ohne dieses Tool wäre das nahezu unmöglich.“ 

Bedarf besteht bundesweit

„Im April, als unser Projekt schon zwei Monate lief, ging durch die Medien, dass eine 91-jährige Frau vor dem Impfzentrum Hamburg kollabiert und verstorben war. Dadurch wurde uns allen noch einmal deutlich, wie dringend der bundesweite Bedarf einer mobilen Einsatzplanung war und nach wie vor ist“, erklärt Ubilabs-Geschäftsführer Wille.

Die Anwendung ist flexibel und skalierbar, so kann sie an die Gegebenheiten jedes beliebigen weiteren Ortes angepasst werden. Interesse haben schon einige Städte bekundet. Derweil überlegt man bei der Feuerwehr Düsseldorf, wie die Geocoding-Lösung auch in anderen Bereichen eingesetzt werden könnte, in denen Reichweiten und Wegebeziehungen eine ähnlich wichtige Rolle spielen.

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