Medizintechnik 20. Juni 2024 Lesezeit: ca. 2 Minuten

Prostata und Beckenboden: Implantat hilft bei Harninkontinenz

Weltweit leiden mehr also 400 Mio. Menschen an Inkontinenz. Ein neues Implantat des französischen Medizintechnikherstellers Affluent Medical könnte ihnen helfen. Gerade wurde es bei zwei männlichen Patienten erfolgreich eingesetzt.

Kleines Implantat, große Wirkung: Mit dem Medizinprodukt lässt sich Inkontinenz bei Frauen und Männern verhindern. Weltweit sind rund 400 Mio. Menschen betroffen.
Foto: Affluent Medical

Es ist ein Tabuthema, der Leidensdruck ist gewaltig. Wer an Inkontinenz erkrankt ist, wer also den Harn nicht halten und kontrolliert abgeben kann, muss nicht nur ständig eine Vorlage bzw. eine Windel tragen. Den meisten der mehr als 400 Mio. Betroffenen weltweit ist das Ganze oft auch sehr peinlich. Ursachen für Harninkontinenz sind beim Mann eine (meist gutartige) Vergrößerung der Prostata, Blasensteine oder Tumoren, bei der Frau eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur, etwa nach einer Schwangerschaft und Geburt.

Nun hat das in Aix-en-Provence ansässige französische Medizintechnik-Unternehmen Affluent Medical ein Implantat zur Steuerung und Regulierung des Harnflusses entwickelt und erfolgreich getestet einmal bei einem 68-jährigen Mann in Prag und zuvor bei einem Mann im polnischen Krakau. Das Implantat namens Artus kann laut Unternehmen minimalinvasiv in einer Operationszeit von nur 45 min eingesetzt werden.

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Implantat besteht aus einer Manschette mit Fernbedienung

Genau genommen handelt es sich um eine Manschette, die wie ein künstlicher Schließmuskel um die Harnröhre gelegt wird. Von außen über eine Fernbedienung elektronisch gesteuert, öffnet und schließt sie sich auf Knopfdruck. Beide Patienten äußerten bisher keinerlei Beschwerden.

Wie das Implantat bei Frauen funktioniert, zeigt das folgende Video:

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„Dass wir das klinische Ziel der Pilotstudie bei diesen ersten beiden Patienten erreichen konnten, ist ein sehr ermutigendes Ergebnis“, sagt Sébastien Ladet, CEO von Affluent Medical. „Wir haben hierdurch weitere Fortschritte gemacht, konnten zeigen, dass Artus sicher ist, und haben das Feedback der ersten Patienten eingeholt. Damit kommen wir unserem Ziel näher, bis Ende 2024 zehn Patienten im Rahmen der Pilotstudie ‚Dry‘ zu behandeln.“ Laut Marktstudie von Optima Insights wird der globale Markt für Medizinprodukte zur Behandlung von Harninkontinenz bis 2027 ein Volumen von voraussichtlich 4,3 Mrd. $ erreichen.

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