Alternative Krebstherapie 07. Sep 2022 Von Kathleen Spilok

Tumorimpfung mit umprogrammierten Viren sanfter als Strahlen- und Chemotherapie

Herpesviren, die Lippenbläschen hervorrufen, könnten fit gemacht werden für die Krebstherapie. Denn mit genveränderten Viren lassen sich Tumore heilen. Daran arbeitet ein Team am Fraunhofer IGB.

Virusexpertin Susanne Bailer will das Lippenbläschenvirus für die Krebstherapie nutzbar machen.
Foto: Fraunhofer IGB

Susanne Bailer ist begeistert von Viren und deren Fähigkeiten. Die Leiterin des Innovationsfelds virusbasierte Technologien findet: „Viren sind faszinierend, man kann sehr viel von ihnen lernen.“ Ihr Team befasst sich mit allem, was mit Viren zu tun hat. Bailer öffnet die Tür zu einem Labor im Erdgeschoss des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik IGB. Mehrere Warnschilder kleben daran.

Das schwarzgerahmte Dreieck mit drei ineinandergreifenden Kreisen auf gelbem Grund zeigt die Arbeit mit biologischen Gefahrstoffen an. Ein weiteres kennzeichnet das Labor als Gentechniksicherheitsbereich. „Das brauchen wir für das Herpesvirus“, erklärt Bailer. Drinnen arbeiten ihre Kolleginnen und Kollegen in Kittel und Handschuhen an der Sterilbank. Sie legen Zellkulturen an, stapeln die fertigen Kulturflaschen im Inkubator, wo bei 37 °C alles gut gedeihen kann.

Herpesviren optimieren, um sie therapeutisch zu nutzen

Seit mehr als 20 Jahren forscht die promovierte Biologin an Herpesviren. Insbesondere am Lippenherpesvirus, kurz HSV-1, das schmerzende Bläschen an Mund und Nase verursacht, die aufplatzen und verschorfen, bevor sie endlich abheilen. Begonnen hat Bailer mit Grundlagenforschungen zu HSV-1. Seit 2012 ist sie am Fraunhofer-Institut, vor fünf Jahren hat sie eine umfangreiche, Fraunhofer-interne Finanzierung auf die Beine gestellt, denn: Sie will das Lippenbläschenvirus für die Krebstherapie nutzbar machen, spricht von sogenannten onkolytischen Viren, die Krebs beseitigen sollen. Und zwar, indem man sie umprogrammiert. „Viele Viren sind pathogen, also krankmachend. Denen muss man etwas weg-engineeren, etwas abknöpfen, damit sie sicher therapeutisch genutzt werden können“, erläutert sie.

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