Fokus 14. Aug. 2023 Von S. Eder, I. Hartbrich, B. Reckter und A. Weikard Lesezeit: ca. 1 Minute

Baden statt Baggern – wie aus Tagebaugruben in NRW Deutschlands zweitgrößter See entsteht

Nach dem Ende der Braunkohleförderung in Nordrhein-Westfalen sollen die Gruben Hambach und Garzweiler mit Rheinwasser geflutet werden. Der Plan ist so problematisch wie alternativlos.


Foto: IMAGO/Stefan Ziese/Zoonar

Die Tagebaue Hambach und Garzweiler werden im Rheinland tiefe Löcher hinterlassen, nicht nur im Wortsinne. Weil es sich im Wasser so schlecht baggert, wird seit Jahrzehnten Grundwasser vor dem Eintreten in die Grube abgepumpt und in die Erft geleitet. Der Grundwasserspiegel ist weiträumig abgesenkt; das Wasserdefizit rund um die Gruben beläuft sich auf 22 Mrd. m3. Würde man den Rhein unentwegt und vollständig in die Grundwasserleiter des Braunkohlereviers leiten, wäre das Defizit nach einem Vierteljahr ausgeglichen. So gerade eben.

In der Realität ist das unmöglich. Schiffe müssen fahren und Industriebetriebe brauchen Wasser. Deshalb haben der Tagebaubetreiber RWE und die NRW-Landesregierung einen langsameren Weg gewählt. Je nach Pegelstand sollen in Dormagen zwischen 1,8 m3/s und 18 m3/s Rheinwasser entnommen werden, die dann durch drei Rohre in die Gruben geleitet werden. Daraus sollen im Verlauf von 40 Jahren zwei riesige Seen entstehen, aus denen Wasser in das umliegende Gebirge sickert. Auf diese Weise sollen die Grundwasserleiter bis Ende des Jahrhunderts wieder aufgefüllt sein. Der Hambachsee wäre nach dem Bodensee der zweitgrößte See in Deutschland.

Kontamination des Grundwassers mit Schwefelsäure ist zu befürchten

Das Projekt ist umstritten, aber auch Kritiker räumen mitunter ein, dass der Ausgleich des Wasserdefizits alternativlos sei. Wenn auch nicht folgenlos. Unklar ist beispielsweise, wie stark das Pyrit aus den Gruben das Grundwasser mit Schwefelsäure belastet. Offen ist auch die Frage, wie das Rheinwasser aufbereitet werden könnte – und müsste –, ehe es in die Seen gelangt. Zudem formiert sich Widerstand in Dormagen, wo die Leitung beginnt.

Themen im Artikel

Ein Beitrag von:

Stellenangebote

Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen

Architekt/in oder Ingenieur/in für Hochbau (m/w/d) im Geschäftsbereich Baumanagement Bund

Frankfurt (Oder)
Deutsches Zentrum für Astrophysik gGmbH

Versorgungsingenieur Elektrotechnik (w/m/d)

Görlitz
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB)

Fachingenieur/in (m/w/d) für Elektrotechnik

Potsdam, Brandenburg/Havel
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen

Gesamtprojektleiter/in (w/m/d) für Elektrotechnik, Gebäude-und Energietechnik, Versorgungstechnik

Cottbus oder Potsdam
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen

Fachingenieure Elektro- / Versorgungs- / Gebäude- und Energie- / Umwelttechnik / Bachelor- / Masterstudiengänge mit Anteilen von Haustechnik und Bauphysik (w/m/d) als Grundsatz-Sachbearbeiter Energiemanagement

Potsdam, Brandenburg an der Havel, Cottbus, Eberswalde oder Frankfurt (Oder)
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen

Ingenieur/in für Elektrotechnik (m/w/d) im Geschäftsbereich Baumanagement Bund

Potsdam
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB)

Architekt/in oder Ingenieur/in für Hochbau (m/w/d) im Geschäftsbereich Baumanagement Bund

Potsdam
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB)

Fachingenieur/in Heizung-Lüftung-Sanitär oder Hochbau als Sachbearbeiter/in Instandhaltung (w/m/d)

Neuruppin, Brandenburg, Oranienburg
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR)

Universitätsprofessorin / Universitätsprofessor (W3 ohne Leitungsfunktion) (w/m/d) für Elektromagnetische Quantensensoren / Abteilungsleitung (w/m/d) im Bereich "Elektromagnetische Quantensensoren" am DLR-Institut für Quantentechnologien

Ulm
Nordex SE

Testingenieur / Validation Engineer Leistungselektronik (m/w/d)

Rostock
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Meistgelesen