Automotive 05. Nov. 2024 Von André Weikard Lesezeit: ca. 2 Minuten

Ford künftig ohne Deutschlandchef: Detroit regiert durch

Ford verzichtet künftig auf einen Deutschlandchef und zwei weitere Geschäftsführer. Ein deutliches Signal für den gesunkenen Stellenwert der traditionsreichen Kölner Werke.

Ford entmachtet die Führungsspitze in Deutschland. Einen Deutschlandchef soll es künftig gar nicht mehr geben.
Ford entmachtet die Führungsspitze in Deutschland. Einen Deutschlandchef soll es künftig gar nicht mehr geben. Weisungen empfängt das Management nun direkt aus Detroit.
Foto: IMAGO/Zoonar/Gerd Harder

Ford setzt die Demontage der deutschen Führungsspitze fort. Nachdem der hiesige Vorstand im Juni bereits von neune Geschäftsführern auf vier halbiert wurde, dampft der Konzern das Gremium nun auf nurmehr zwei Geschäftsführer ein. Dave Johnston, zuständig für Transformation, und Arbeitsdirektor Marcus Wassenberg leiten die Ford-Werke künftig allein. Beide sind erst im Juli in die Geschäftsführung berufen worden. Damit wurde die neunköpfige Führungsmannschaft vom Jahresanfang komplett ausgetauscht.

Ford verzichtet auf einen Deutschlandchef

Die beiden Geschäftsführer Christian Weingärtner und Rene Wolf geben ihre Titel ab, leiten ihre jeweilige Geschäftsbereiche aber weiter, wie Ford mitteilt. Womöglich noch schwerer wiegt, dass Ford künftig keinen Deutschlandchef mehr ernennen wird, folglich auch keinen Vertreter. Das Management berichtet fortan direkt nach Detroit und empfängt auch von dort Weisungen.

Umbau soll „mehr Handlungsgeschwindigkeit“ ermöglichen

Bereits im Zuge der Verkleinerung der Führungsspitze im Juni hatte Ford mitgeteilt, die Veränderung vereinfache „Verwaltungs- und Führungsstruktur“ und gebe „mehr Handlungsgeschwindigkeit“. Tatsächlich schwindet damit nach Ansicht von Beobachtern aber nicht nur die Eigenständigkeit des Managements in Deutschland, sondern auch das Gewicht der hiesigen Ford-Werke im Konzern.

Ford klagt über fehlende Förderung der E-Mobilität

Ford hat zuletzt rund 2 Mrd. € in den Standort Köln investiert und ihn zu einem reinen E-Auto-Werk umgerüstet. Im Gegenzug hat der Konzern sich aber wohl mehr Rückendeckung von der Politik für die Mobilitätswende erhofft. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet von einem Brief der Ford-Spitze an die Bundesregierung, in dem Ford beklagt, man habe darauf vertraut, dass Deutschland eine „verlässliche und substanzielle Unterstützung für den Übergang zur Elektromobilität bereitstellen würde“. Tatsächlich fehle es aber „nicht nur an einer unmissverständlichen, klaren politischen Agenda zur Förderung der Elektromobilität, auch sofortige Maßnahmen zur Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sind dringend erforderlich“.

Ford fordert bessere Ladeinfrastruktur, Umweltbonus und niedrigere Strompreise

Ford zählt unter anderem einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur, die Wiedereinführung des Umweltbonus und niedrigere Strompreise als Erfordernisse auf, um die Industrie zu stützen. Eine kaum verhohlene Drohung, dass dem Stellenabbau an der Konzernspitze bald auch ähnliche Schritte auf Belegschaftsebene folgen könnten.

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