Studie: Soziale Medien kein Ersatz für Kontakt 09. Apr 2021 Von Claudia Burger

Studierende rechnen mit längerer Studienzeit

Rund 73 % der Studierenden erleben fehlende soziale Kontakte als belastend. Mehr als 90 % geben an, dass soziale Medien die persönlichen Kontakte nicht kompensieren können.

Die Mehrheit der Studierenden hofft in der Pandemie auf eine Regelstudienzeitverlängerung. Allerdings müssten dann auch die Bafög-Regeln geändert werden.
Foto:panthermedia.net/realinemedia

Zum zweiten Mal haben die Campus-Service GmbH und das Start-up Studentenrabatt.com nach eigenen Angaben eine repräsentative Umfrage zur Situation der Studierenden in Deutschland unter 2600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Corona-Pandemie das studentische und private Leben der Studierenden beeinflusst. Im Vergleich zur Erhebung des Campus-Monitors im März 2020 zeigt sich laut Studie, dass die fehlenden sozialen Kontakte die Studierenden ein Jahr später deutlich stärker belasten (2020: 40 %, 2021: 73 % ) als beispielsweise das gesundheitliche Risiko (2020: 15 %, 2021: 13 %). Die Frage, ob soziale Medien die persönlichen Kontakte kompensieren können, wird von einer großen Mehrheit (90 %) der Studierenden verneint. Mehr als zwei Drittel der Studierenden (67 %) fühlen sich von der Politik nicht wahrgenommen. 32 % sind zufrieden und nur 1 % ist sehr zufrieden mit der aktuellen Politik.

Rund 90 % wünschen sich eine Verlängerung der Regelstudienzeit

Für 37 % der Studierenden verlängert sich aktuell die Studienzeit – 91 % derer rechnen mit einer Verlängerung um ein bis zwei Semester. Weitere 33 % können eine grundsätzliche Verlängerung der Studienzeit noch nicht genau einschätzen. 92 % der Studierenden wünschen sich eine Verlängerung der Regelstudienzeit. Eine Überschreitung hat in der Regel Einfluss auf Unterstützung wie BAföG. Einige Bundesländer, wie Hamburg, haben hier bereits reagiert. Eine bundeseinheitliche Lösung für die Verlängerung der fachspezifischen Regelstudienzeit und des BAföG-Bezugs steht noch aus. 10 % der Studierenden halten es für angebracht, bereits im Sommersemester wieder vollständig auf Präsenzveranstaltungen umzustellen, 46 % wäre dies zu früh und 44 % sind für eine flexible Lösung.

Studienautor spricht von „Weckruf für die Politik“

Den größten Vorteil am digitalen Semester sehen die Studierenden laut Studie in einer flexiblen Zeiteinteilung. Sie können sich vorstellen, den Vorlesungen online zu folgen, aber Tutorien und Übungen/Labore in Präsenz wahrzunehmen. Für der Rückkehr zum Präsenzsemester wünschen sich die Studierenden die Beibehaltung der digitalen Aufzeichnungen von Vorlesungen zur Nachbereitung oder um Verständnislücken schließen zu können. Stefan Hönnemann, Geschäftsführer von Studentenrabatt.com, sagt zur Studie: „Die Ergebnisse zeigen die schwierige Situation der Studierenden auf unterschiedlichen Ebenen. Neben den fehlenden sozialen Kontakten, die vielen Studierenden schwer zu schaffen macht, wird die Verlängerung der Studienzeit zukünftig bei vielen Studierenden zu neuen Problemen führen. Für die Politik sollte es ein Weckruf sein, wenn mehr als zwei Drittel der Befragten sich von der Politik nicht wahrgenommen fühlen und nur 1 % mit der Politik sehr zufrieden ist. Eine Verlängerung der Regelstudienzeit könnte eine Maßnahme sein, um verlorenes Vertrauen wieder herzustellen. Dass soziale Medien als Kompensation für die fehlenden persönlichen Kontakte in so hohem Maße versagen, hat uns überrascht. Für alle Studierenden, vor allem auch für die Erstsemester, bleibt zu hoffen, dass möglichst bald ein mannigfaltiges Campusleben wieder möglich ist.“

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