Studie zum Fahrzeugmarkt 02. Juli 2024 Oliver Klempert Lesezeit: ca. 2 Minuten

Bald kommt jedes dritte Auto aus China

Aggressiver, schneller, günstiger: Autohersteller geraten weltweit unter Druck. Dabei scheint der Siegeszug chinesischer Automobilmarken unaufhaltsam.

Der chinesische Autokonzern BYD - hier auf der IAA 2023 - weist eine Wachstumsrate von 62 % gegenüber dem Vorjahr auf.
Foto: Peter Kellerhoff

Bis zu Jahr 2030 werden sie rund ein Drittel des gesamten Weltmarkts erobern. Zu diesem nicht zuletzt für die deutsche Autoindustrie alarmierenden Ergebnis kommt die neueste Ausgabe der „Global Automotive Outlook“-Studie der Unternehmensberatung AlixPartners.

Die chinesischen Automobilhersteller setzen für den Ausbau des Marktanteils auf ihren strukturellen Kostenvorteil und geben diesen in einer aggressiven Preisgestaltung an die Endkunden weiter. Im Vergleich zu einem europäischen Elektrofahrzeug etwa liegen die Herstellkosten rund ein Drittel niedriger, insbesondere bei der Batterie. Auch sind die Entwicklungszyklen kürzer als die der weltweiten Konkurrenz und liegen bei gerade einmal 18 bis 24 Monaten.

Große Marken werden Anteile abgeben

Im Ergebnis wird die Verdoppelung des Marktanteils der chinesischen Marken zwischen 2024 und 2030 vor allem auf Kosten der europäischen, japanischen und koreanischen Marken gehen, deren Verkäufe bestenfalls stabil bleiben, so die Studie.

„Das traditionelle Betriebsmodell der Automobilindustrie in Deutschland muss sich ändern, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen. Neue EU-Zölle auf chinesische Autos können die Importe kurzfristig verlangsamen und Verkaufspreise stützen, aber sie werden zugleich die lokale Fertigung chinesischer Fahrzeuge und Komponenten in Europa beschleunigen“, erklärt Alix-Branchenexperte Fabian Piontek. Zudem spürten vor allem die deutschen Hersteller heute bereits die Konkurrenz der chinesischen Hersteller in deren Heimatland. „Dies betrifft insbesondere die deutschen Premiumhersteller, denen mit China ein wichtiger Markt zunehmend wegbröckelt.“

Nachfrage nach Elekroautos bricht ein

Hinzu kommt: Während viele Hersteller in den vergangenen Jahren auf Elektromobilität gesetzt haben, verlangsamt sich vor allem in Deutschland die Nachfrage nach Elektroautos. Der Marktanteil neuer Elektrofahrzeuge erreicht 2024 in Europa 20 %, bis 2030 sollen es laut aktueller Studie zwar 45 % sein. Gleichwohl: „Im Elektrobereich herrscht immer noch große Unsicherheit darüber, welche Lösungen und Infrastrukturen sich schlussendlich durchsetzen werden. Das erschwert kluge Investitionsentscheidungen für die deutschen Hersteller“, so Piontek.

Chinas Anteil wächst am schnellsten

Der weltweite Automobilmarkt, auf dem im Jahr 2024 insgesamt rund 89,2 Mio. Fahrzeuge verkauft werden sollen, setzt unterdessen sein Wachstum fort und soll bis 2030 jährlich um durchschnittlich über 2 % auf 101 Mio. Neufahrzeuge anwachsen. Dabei wächst China mit 3,4 % pro Jahr schneller als Nordamerika (0,7 %) und Europa (0,9 %). In Europa wird das Wachstum vor allem von Osteuropa mit 1,6 % und in geringerem Maße von Frankreich mit 1,1 % angetrieben. In Deutschland fällt das Wachstum mit jährlich 0,6 % hingegen unterdurchschnittlich aus.

Die  „Global Automotive Outlook“-Studie von AlixPartners wurde zum 21. Mal weltweit veröffentlicht. Für diese Ausgabe analysierte das Beratungsunternehmen unter anderem die Bilanzen von 25 Automobilherstellern und 300 Automobilzulieferern.

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