Wohnungsbau 15. März 2023 Von Alexander Morhart Lesezeit: ca. 4 Minuten

Marktforschung: Mietpreise steigen – Immobilienpreise sinken

Aktuell sind die Zahlen noch gut, aber Harald Simons vom Marktforscher Empirica hält sogar Kurzarbeit 2024 für möglich. Die Baubranche reagiert mit großer Zeitverzögerung. Was heute nicht geplant wird, fehlt erst in zwei Jahren, weil dann nicht gebaut wird. Während Mietpreise steigen, sinken die Immobilienpreise. Einiges hängt auch davon ab, wann die Rückwanderung in die Ukraine beginnen wird.

Wohnungsbauprojekte in Deutschland werden selten aufgegeben – doch auch das Aufschieben kann zum Engpass bei neuen Wohnungen führen.
Foto: Fabian Kurmann

Der Zuzug aus der Ukraine ist der bestimmende Faktor des Wohnungsmarkts 2022 gewesen, weiß Harald Simons vom Marktforschungsunternehmen Empirica in Berlin. Aber es sei „ein einmaliger Schub von 1 Mio.“ gewesen. Schon seit fast einem halben Jahr gebe es kaum noch Nettozuwanderung aus dem Land, und seit September letzten Jahres seien es ungefähr 10 000 Menschen pro Monat gewesen, so Simons. „Das erstaunliche Phänomen“ ist für ihn: „74 % der bis Juni Gekommenen – das waren die Hauptmonate, die Befragung war von August bis Oktober – hatten bereits eine eigene Wohnung gefunden.“ Simons bezieht sich dabei auf eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Flüchtlinge aus der Ukraine bezogen in kurzer Zeit 200 000 zusätzliche Wohnungen

Demnach ist von dieser Gruppe nur eine Minderheit bei Bekannten oder Verwandten eingezogen; 44 % haben eine eigene Wohnung gefunden. Simons: „Anders ausgedrückt heißt das, dass da in kürzester Zeit zwischen Februar und September 200 000 zusätzliche Wohnungen bezogen worden sind.“ Typischerweise seien es in den vergangenen Jahren zusammen 115 000 zusätzlich bezogene Wohnungen in Deutschland gewesen.

Studie bestätigt Flächenverfügbarkeit für 2 Mio. Wohnungen

Man wisse noch nicht, wo die Ukrainer wohnten, wohl aber, wie die gemeldeten Erwerbsfähigen sich verteilt hätten – nämlich gleichmäßig über Deutschland, auch in Ostdeutschland. Die A-Städte (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) seien nicht überdurchschnittlich beteiligt. „Das war bei der Zuwanderung 2015 und fortfolgend nicht der Fall“, sagt Simons.

Mietpreise steigen, während die Immobilienpreise sinken

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