Infrastruktur Straße 01. Aug. 2022 Von Peter Weißenberg Lesezeit: ca. 5 Minuten

Wie die Bundesregierung Brücken schneller sanieren will

Mit einem umfassenden Programm zur Brückensanierung soll das bundesweite Verkehrsnetz bis zum Anfang des kommenden Jahrzehnts fit für die Herausforderungen auf Autobahnen und Bundesstraßen werden. Die Bausubstanz altert und lange Zeit wurde beim Erhalt gespart, weshalb bereits Brücken gesperrt werden müssen. Nun soll 1 Mrd. € mehr pro Jahr investiert werden.

Die Köhlbrandbrücke in Hamburg ist schön, aber die Substanz ist in die Jahre gekommen. 2012 wurde ihr Abriss verkündet. Sie soll durch einen Tunnel ersetzt werden, der länger hält.
Foto: imago images/imagebroker

Ihre Fahrbahnen thronen 53 m über einem Seitenarm der Elbe, weithin sichtbar als spektakuläres Wahrzeichen der Stadt Hamburg: Seit 1974 scheint die Köhlbrandbrücke (s. Foto) beinahe zu schweben an ihren schräg gespannten Stahlseilen – ein echtes Meisterwerk der Baukunst. Der leitend verantwortliche Bauingenieur Paul Boué hat dafür den Europäischen Stahlbaupreis erhalten.

Damals ausgezeichnet, heute aber nicht einmal mehr ausreichend: Die Köhlbrandbrücke steht vor ihrem Aus. Wegen Korrosionsschäden und Drahtbrüchen wurden bereits Ende der 1970er-Jahre sämtliche Seile ausgetauscht. Und erst vor sechs Jahren ist das stark befahrene Bauwerk Richtung Containerhafen umfassend saniert worden. Doch auch diese 61 Mio. € konnten die Alterung des Bauwerks nicht ganz ausgleichen: Schon heute muss die Menge aktueller Schwerlaster reguliert werden. Ganz große Frachter können mangels Höhe die Brücke schon nicht mehr passieren – und die Unterhaltskosten werden Jahr für Jahr höher. Nach 2030 ist das zweitgrößte Bauwerk dieser Art in Deutschland am Ende seiner Laufzeit.

Mehr als 8000 Autobahnbrücken sind marode und müssen saniert bzw. neu gebaut werden

Das absehbare Ende des Hamburger Kulturdenkmals ist ein besonders augenfälliges Beispiel für die Altersschwäche deutscher Brücken – aber beileibe nicht das einzige. Im Gegenteil: Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sieht in der Sanierung Tausender Brücken „eine der vordringlichsten Zukunftsaufgaben“. Denn allein mehr als 8000 Autobahnbrücken sind marode. Und nicht erst seit dem Einsturz des Bauwerks in Genua weiß die Öffentlichkeit, welche fatalen Folgen das haben kann. Auch in Deutschland bröckeln einige Brücken bereits höchst gefährlich.

Marode Autobahnbrücken: Letzte Ausfahrt vor der Sprengung

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