Weihnachtsfrage 2021 24. Dez 2021 Zusammengestellt von Regine Bönsch

Von Digitalkompetenz, KI, smarten Häusern und mehr

Die Redaktion der VDI nachrichten hat auch im Jahr 2021 Topmanagerinnen und -managern sowie Forscherinnen und Forschern eine spezielle Weihnachtsfrage gestellt. Die Antworten bieten sehr persönliche Einblicke.


Foto: panthermedia.net/Marianne Mayer

„Die VDI nachrichten werden 2022 digitaler. Beamen Sie sich bitte in das Jahr 2030. Es ist Weihnachten und Sie haben einen Wunsch frei: Welche digitale Dienstleistung von heute sollte bis dahin verbessert sein und wie? Oder gibt es Ihren Lieblingsdienst noch gar nicht? Wie würde der aussehen?“ 

5G in der Fläche

Andreas Schell, CEO Rolls-Royce Power Systems, beim Demonstrator für Brennstoffzellen-Energieversorgung, der gerade entsteht.
Foto: Rolls-Royce Power Systems

„Im Jahr 2030 soll jede digitale Dienstleistung flächendeckend mindestens über 5G angeboten werden. Nur mit diesem digitalen Rückgrat halten wir die Spitzenpositionen in wichtigen Industriezweigen. So ist auch IoT (Internet der Dinge) bei der Arbeit und zu Hause selbstverständlich. Und wir legen wichtige Grundlagen, um unsere Talente zu halten. Dazu muss auch Digitalkompetenz zum Kern unserer Bildung gehören, damit wir digitale Lösungen nicht nur nutzen, sondern auch selbst entwickeln. Denn Digitalisierung ist ein Schlüsselfaktor, um die Klimakrise aufzuhalten – ein anderer unsere technische Kompetenz. Wir stehen vor einem neuen goldenen Zeitalter der Ingenieure. Wir haben das Problem erkannt, jetzt entwickeln wir Lösungen: kleine Elektroflieger beispielsweise, aufgeladen mit Strom aus erneuerbaren Quellen und digital ferngesteuert. Was ich mir ebenfalls wünsche: dass ich auch im Jahr 2030 Triathlon laufen kann – weiter ganz analog, aber digital noch besser leistungsüberwacht als heute.“

Andreas Schell, CEO Rolls-Royce Power Systems, Friedrichshafen

KI-unterstützte Geschenke


Foto: VDI/Catrin Moritz

„Weihnachtswünsche werden 2030 per kognitiver Systeme, KI-unterstützt, an den Weihnachtsmann und das Christkind direkt übertragen. Das vereinfacht, die Wünsche abzustimmen, doppelte Geschenke und etwaige Retouren werden vermieden. Es ist auch sehr im Sinne der Nachhaltigkeit und reduziert den CO2– Ausstoß … Die ersparten Ressourcen kann man in nachhaltige Entwicklungsprojekte geben. Und die ersparte Zeit zum ausführlichen Lesen der digitalen VDI nachrichten nutzen.“

Ralph Appel, Direktor VDI

Kommunikation ohne Sprachbarrieren


Foto: Igus GmbH

„Ohne jegliche Hürden mit Menschen auf der Welt kommunizieren zu können – das ist etwas, woran ich als Vielreisender öfters denke. So wie es Douglas Adams mit seinem ,Babelfisch‘ in ,Per Anhalter durch die Galaxis‘ bereits 1979 beschrieben hat. Es gibt natürlich heute schon viele Übersetzungsprogramme – allerdings erfordern sie alle Zwischenschritte wie diktieren, übersetzen und vorlesen lassen. Im Jahr 2030 wird das intuitiv über eine Art Universalübersetzer funktionieren. So, als würde man die jeweilige Sprache sprechen. Besonders in Kombination mit neuen innovativen Videotechnologien ist das interessant. Vorstellbar ist, dass dabei z. B. eine Person in einem Meeting­raum in Tokio sitzt und die andere zu Hause in ihrem Appartement in London. Bei diesen physisch-realen Treffen kann man den ganzen Körper sehen und sogar die Hände lassen sich schütteln. Dabei fühlt man den gegenseitigen Händedruck über Sensorik. Das alles würde nicht nur Sprachbarrieren überwinden, sondern gleichzeitig auch das interkulturelle Verständnis vereinfachen und verbessern.“

Artur Peplinski, Geschäftsführer International, Igus GmbH

Eine smarte Steuerung


Foto: Christian Schlueter/E.on SE

„Im Jahr 2030 muss ich mich nicht mehr darum kümmern, ob mein Auto genug Strom geladen hat, um mich morgens ins Büro zu bringen. Denn die smarte Steuerung meines Hauses hat dafür gesorgt, dass unser selbst erzeugter Solarstrom die Batteriespeicher gefüllt hat. Wärme und Kälte im Haus reguliert die Steuerung auch, alles ist so eingestellt, dass meine Familie und ich uns jederzeit behaglich fühlen. Und wenn wir wieder einmal zu viel Strom mit unseren hocheffizienten Solarziegeln erzeugen, dann speisen wir den in das Nachbarschaftsnetz ein, an das auch die neue Kindertagesstätte angeschlossen ist. All das wurde möglich, weil die Bundesregierung noch 2021 als erste energiepolitische Amtshandlung den Roll­out der neuen Smart-Meter-Generation massiv beschleunigt hatte. Auch der Ausbau der Energieverteilnetze und die Planungs- und Genehmigungsprozesse sind Anfang 2022 radikal vereinfacht und verkürzt worden. Damit hatte der Ausbau der Netze die gleiche Priorität wie der Ausbau der Erzeugung aus Erneuerbaren, sodass wir bei Eon bis 2026 wie geplant 22 Mrd. € in den Ausbau unserer Energienetze investieren konnten. Heute, 2030, ist die Energiewende eine Erfolgsgeschichte und die digitalen Energienetze von Eon sind ihr Rückgrat.“

Leonhard Birnbaum, Vorstandsvorsitzender Eon

Autonom und individuell


Foto: Anne Günther, Uni Jena

„Autonome Mobilität! Sie sollte nachhaltig im Antrieb sein, mit stark reduzierter Anzahl an Vehikeln auskommen und weniger Quadratmeter an versiegelter Fläche in Anspruch nehmen. Sie sollte nahtlos in ein System verschiedener Verkehrsträger integriert sein und 24/7 unter dem Motto ‚Wohin immer Sie wollen, stau-, stress- und sorgenfrei‘ zur Verfügung stehen. Sie könnte Büro- wie Entspannungsfeatures enthalten, flexibel autonomes und Selbstfahren zulassen … und mir meine Individualität, Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit belassen. Ohne Visionen keine Bewegung oder: Der Traum von der eierlegenden Wollmilchsau lebt weiter!“

Uwe Cantner, Vorsitzender der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI)

Ansprache per Avatar


Foto: DAAD/Wilke

„Kurz vor Heiligabend 2030 herrscht im Virtual-Media-Center (VMC) des DAAD hektische Betriebsamkeit: Um 15 Uhr deutscher Zeit werde ich als DAAD-Präsident in Form meines Avatars beim digitalen Stipendiatentreffen in unserer Virtual-There-Arena vor rund 5000 jungen Studierendenden und Promovierenden aus aller Welt meine Weihnachtsansprache halten. Im VMC stehen dazu eine ultrahochauflösende Virtual-Reality-Brille, ein 360-Grad-Videoscreen und ein Sensoriksystem zur Verfügung, das jede meiner Bewegungen auf meinen Avatar in der digitalen Arena überträgt. Die jungen Akademikerinnen und Akademiker schalten sich sowohl aus ihrem physischen Forschungsaufenthalt wie auch aus ihrem virtuellen Auslandssemester in die Arena hinzu. Das Treffen läuft bereits seit gestern und vereint Avatarvorträge, digitale Talkrunden und virtuelle Kollaborationstreffen. Das Thema meiner Rede: ‚Virtueller Austausch – der Kern einer weltweiten, wissenschaftlichen Verantwortungsgemeinschaft im Anthropozän‘.“

Joybrato Mukherjee, Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Justus-Liebig-Universität Gießen

KI für den Terminkalender


Foto: Vdtuev

„Künstliche Intelligenz wird in den kommenden Jahren unseren Alltag durchdringen. Mein KI-Lieblingsdienst wäre, mehr Effizienz in meine E-Mail-Ordner und Terminkalender einzubringen. Was muss ich selbst lesen, was ist für andere wichtig? Welcher Termin wird voraussichtlich länger dauern, wo droht es in der Planung eng zu werden? KI kann vieles davon vorhersagen und unseren Arbeitsalltag deutlich entschlacken und Zeitfresser eliminieren. Essenziell für den Einsatz von KI ist eine risikobasierte Regulierung. Zwei Leitprinzipien müssen dabei gelten: KI muss sicher in der Anwendung sein und darf nicht diskriminieren.“

Dirk Stenkamp, Präsident des TÜV-Verbands und CEO TÜV Nord

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