Politik 27. Apr 2023 Von Thomas A. Friedrich Lesezeit: ca. 4 Minuten

EU-Staaten sollen ihre Defizite mit halben Prozentpunkten jährlich zurückfahren

Die EU-Kommission legt Vorschläge für ein graduelles Zurückfahren von exzessiven Staatsdefiziten vor. Deutschlands Forderung nach einheitlichen Kriterien für alle EU-Staaten ist dagegen gescheitert.

Die EU-Kommission unter Leitung von Präsidentin Ursula von der Leyen hat einen Vorschlag für den Schuldenabbau der Unionsländer vorgelegt.
Foto: European Commission

Die einschneidenden Coronajahre mit dreistelligen Milliardenaufwendungen, um die öffentlichen Gesundheitssysteme und die Wirtschaft zu stützen, hat die Maastricht-Kriterien für zwei Jahre außer Kraft gesetzt. Nach den Krisenjahren will die EU-Kommission die Mitgliedsländer wieder auf den Pfad solider Staatsfinanzen zurückführen. „Die krisenbedingte finanzpolitische Flexibilität darf kein Dauerzustand in Europa werden, dieses Signal muss eindeutig von Brüssel Richtung Mitgliedsstaaten gesendet werden. Ein Schuldenabbau à la carte mit ausgeprägten individuellen Absprachen zwischen Brüssel und einzelnen Mitgliedsstaaten birgt die Gefahr, Tür und Tor für eine institutionalisierte Aufweichung der Schuldenregeln zu öffnen“, appellierte die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments (EP), Nicola Beer, im Vorfeld des Entscheids. Die Presseerklärung der FDP-Europapolitikerin und Frontfrau in Europa für Bundesfinanzminister Christian Lindner fand im Kollegium der 27 EU-Kommissare bei ihrem einstimmigen Votum zur Reform der europäischen Schuldenregeln allerdings wenig Gehör.

Kein Konsens zwischen den nördlichen und südlichen EU-Ländern

Bereits in den Diskussionen im Vorfeld der Reform unter den EU-Finanzministern zeichnete sich ein tiefgreifender Dissens ab. Zwischen den an Finanzstabilität orientierten nordischen Staaten (darunter Deutschland, Niederlande, Schweden, Dänemark und Luxemburg) und den finanziell gebeutelten mediterranen Staaten unter Fürsprache von Frankreich gab es und gibt es keinen mehrheitsfähigen Konsens. Kein Wunder, dass die EU-Kommission beim Lavieren um Kompromisse versuchte, beiden Seiten gerecht zu werden, um einen Bestand des Stabilitäts- und Wachstumspaktes zu sichern.

Angebot wählen und sofort weiterlesen

  • Alle Beiträge auf vdi-nachrichten.com
  • Monatlich kündbar

Oder werden Sie VDI-Mitglied und lesen im Rahmen der Mitgliedschaft Vn+.

Jetzt Mitglied werden

Themen im Artikel

Ein Beitrag von:

Stellenangebote

Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen

Fachingenieure/innen (w/m/d) für Architektur oder Bauingenieurwesen, Schwerpunkt Hochbau

Potsdam
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen

Fachingenieur/in (w/m/d) für Gebäude-, Energie- und Versorgungstechnik

Cottbus, Potsdam
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen

Fachingenieure/innen (w/m/d) für Elektrotechnik

Cottbus, Potsdam
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen

Sachbearbeiter/in für Gebäude- und Energietechnik (m/w/d) im Geschäftsbereich Baumanagement Bund

Frankfurt (Oder)
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen

Sachbearbeiter/in für Gebäude-, Energie- und Versorgungstechnik (m/w/d) im Geschäftsbereich Baumanagement Bund

Potsdam
Westfälische Hochschule

Professur Wechselstromtechnik und elektrische Energieversorgung (W2)

Gelsenkirchen
Westfälische Hochschule

Professur Leistungselektronik und Elektrische Maschinen (W2)

Gelsenkirchen
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

W1-Professur für Maschinenelemente im Kontext der Elektromobilität (Tenure Track)

Erlangen
ESTW-Erlanger Stadtwerke AG

Prokurist / Bereichsleiter (m/w/d) Produktion und technische Dienstleistungen für eine klimaneutrale Energieerzeugung der Zukunft

Erlangen
Technische Hochschule Mittelhessen

W2-Professur mit dem Fachgebiet Biomedizinische Elektronik

Gießen
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Meistgelesen aus der Kategorie Politik